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                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 13, Kapitel 1</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260503-000003</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
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            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260503</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
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                    <date>20260503-000003</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
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        </revisionDesc>
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    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
   
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000498" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K003070"/>Μετὰ δὲ τὴν βασιλείαν Μαξίμου Λικιννίου ἐβασίλευσεν <anchor xml:id="K003890"/>ὁ <anchor xml:id="K006366"/>θειότατος 
                    <lb n="2"/>καὶ πιστότατος, ὁ υἱὸς <anchor xml:id="K003146"/>Κωνσταντίου τοῦ Χλωροῦ, <anchor xml:id="K002378"/>Κωνσταντῖνος ὁ μέ- 
                    <lb n="3"/>γας <anchor xml:id="K004469"/>τῇ πρὸ ὀκτὼ καλανδῶν αὐγούστων <anchor xml:id="K003305"/>ἐπὶ τῆς ὑπατείας Σεβήρου καὶ 
                    <lb n="4"/>Μαξιμιανοῦ· καὶ <anchor xml:id="K004470"/>ἔμεινε βασιλεύων ἔτη λβʹ. ἦν δὲ <anchor xml:id="K004001"/>μακρός, <anchor xml:id="K003314"/>πυρρός, <anchor xml:id="K003312"/>μεγαλό- 
                    <lb n="5"/>ψυχος, ἥσυχος, <anchor xml:id="K007131"/>θεοφιλής. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K003070" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Μετὰ δὲ τὴν βασιλείαν Μαξίμου Λικιννίου ἐβασίλευσεν ὁ θειότατος καὶ πιστότατος ... ἦν δὲ μακρός, πυρρός, μεγαλόψυχος, ἥσυχος, θεοφιλής:</label>
  Der Abschnitt enthält alle typischen Elemente, mit denen die <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> die Darstellung der Herrschaft
 eines neuen Kaisers einleitet: <ref target="#K003642">10, 7</ref>.

 (F.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K003890" xml:space="preserve">
                        <ref>1|8</ref>
                        <p><label>ὁ θειότατος καὶ πιστότατος, ὁ υἱὸς Κωνσταντίου τοῦ Χλωροῦ, Κωνσταντῖνος ὁ μέγας:</label>
  Auch wenn sie der allgemeinen Struktur der vergleichbaren Passagen, die
 anderen Kaisern gewidmet sind, entspricht, zeichnet sich Konstantins
 Darstellung hier durch zwei Merkmale aus. Erstens hebt der Satzbau den
 Namen des Kaisers, der erst nach einer Reihe von Adjektiven und
 Appositionen erscheint, nachdrücklich hervor. Zweitens wurde hier zum
 einzigen in ähnlichen Fällen begegnenden Adjektiv θειότατος, das in
 zehn anderen Fällen mit dem Namen des neuen Kaisers assoziiert ist
 (<ref target="#K004983">9, 22</ref>), ein zusätzliches Adjektiv
 hinzugefügt: πιστότατος "am gläubigsten"/"äußerst gläubig". Mit
 πιστότατος hier und θεοφιλής am Ende des kurzen Porträts des Kaisers
 deutet der Autor somit die Wichtigkeit Konstantins für die Förderung
 des christlichen Glaubens im römischen Reich an.

 <lb/><lb/>

  Das Adjektiv πιστός kommt nur fünf Mal in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> vor, davon zweimal mit der
 Bedeutung "gläubig" (hier und in <ref target="#K004984">10, 15</ref>),
 und nur hier als Superlativ. Θεοφιλής ist noch seltener in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> belegt: neben dieser Stelle kommt
 das Adjektiv nur noch in <ref target="#K003309">10, 2</ref> als
 Epitheton von Eusebius vor. Θεοφιλής, besonders als Superlativ, ist ein
 gängiges Attribut für Bischöfe (vgl. z.B. <emph
 rend="italics">ACO</emph> 1,1,1 100,17; 21 etc.; <emph
 rend="italics">Nov.</emph> 6 <emph rend="italics">passim</emph>) und
 ist seit dem 4. Jh. in christlichen Texten sehr häufig verwendet. Es
 ist daher bemerkenswert, dass das Wort in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> nur zweimal belegt ist und zwar
 nicht nur für den Bischof Eusebius, sondern eben auch für den Kaiser
 Konstantin. In Eusebius' Schriften, besonders in seiner <emph
 rend="italics">Vita Constantini</emph> ist der Kaiser regelmäßig
 θεοφιλής bzw. θεοφιλέστατος genannt. S. besonders <emph
 rend="italics">Vita Constantini</emph> I 6, wo Konstantin als πιστός
 und ἀγαθὸς θεράπων einerseits, als θεοφιλής, τρισμακάριος, εὐσεβής und
 πανευδαίμων andererseits beschrieben wird, wobei πιστός und θεοφιλής
 wie hier prominent sind und ähnlich die besondere Verbindung
 Konstantins mit Gott beschreiben, dessen Schutz Konstantins Glück als
 Folge seines Glaubens erklärt.

 (O.G.)</p>
                    </item>
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                <list>
                    <item corresp="#K003146" xml:space="preserve">
                        <ref>2|5</ref>
                        <p><label>Κωνσταντίου τοῦ Χλωροῦ:</label>
  Zu Constantius Chlorus: <ref target="#K002244">12, 48</ref>.

 (F.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K004001" xml:space="preserve">
                        <ref>4|9</ref>
                        <p><label>μακρός:</label>
  Sehr gängiges Adjektiv in den Kaiser-Porträts genauso wie in den
 Helden-Porträts in Buch V (<ref target="#K003035">5, 7</ref>).

 (O.G.)</p>
                    </item>
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                <list>
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                        <ref>4|10</ref>
                        <p><label>πυρρός:</label>
  <ref target="#K003313">5, 9</ref>.

 (F.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
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                        <ref>4|11</ref>
                        <p><label>μεγαλόψυχος:</label>
  In der Spätantike zählt μεγαλοψυχία zu den Herrschertugenden; zum
 Vorkommen des Wortes in der <emph rend="italics">Chronographia</emph>:
 <ref target="#K000058">5, 9</ref>.

 (F.B.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
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