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                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 14, Kapitel 26</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260508-000003</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
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            </titleStmt>
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                <edition>
                    <date>20260508</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <date>20260508-000003</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
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            </listChange>
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    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
   
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000644" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/>Ἐν αὐτῷ δὲ τῷ καιρῷ ἐν τῇ Ῥώμῃ διάγουσα χήρα ἡ <anchor xml:id="K003932"/>δέσποινα 
                    <lb n="2"/>Εὐδοξία, ἡ γεναμένη γυνὴ Βαλεντινιανοῦ βασιλέως, θυγάτηρ δὲ Θεοδο- 
                    <lb n="3"/>σίου βασιλέως καὶ Εὐδοκίας, λυπουμένη κατὰ Μαξίμου τοῦ τυράννου 
                    <lb n="4"/>τοῦ φονεύσαντος τὸν ἄνδρα αὐτῆς καὶ βασιλεύσαντος, προετρέψατο {δὲ} 
                    <lb n="5"/><anchor xml:id="K005918"/>Ζινζίριχον τὸν Οὐάνδαλον, τὸν ῥῆγα τῆς Ἀφρικῆς, ἐλθεῖν κατὰ Μαξίμου 
                    <lb n="6"/>βασιλέως καὶ τῆς Ῥώμης. ὅστις ἐξαίφνης ἦλθεν ἐν τῇ Ῥώμῃ πόλει μετὰ 
                    <lb n="7"/>πλήθους καὶ παρέλαβε τὴν Ῥώμην, καὶ ἐφόνευσεν τὸν Μάξιμον βασιλέα 
                    <lb n="8"/>καὶ πάντας ἀπώλεσε, <anchor xml:id="K002508"/>πραιδεύσας πάντα τὰ τοῦ παλατίου ἕως τῶν χαλ- 
                    <lb n="9"/>κουργημάτων, λαβὼν αἰχμαλώτους καὶ τοὺς περιλειφθέντας συγκλητι- 
                    <lb n="10"/>κοὺς καὶ τὰς γυναῖκας αὐτῶν, ἐν οἷς ἔλαβε καὶ τὴν προτρεψαμένην αὐτὸν 
                    <lb n="11"/>τὴν δέσποιναν Εὐδοξίαν καὶ τὴν θυγατέρα αὐτῆς <anchor xml:id="K003880"/>Πλακιδίαν τὴν γυναῖκα 
                    <lb n="12"/>τοῦ <anchor xml:id="K004456"/>πατρικίου <anchor xml:id="K002526"/>Ὀλυβρίου, αὐτοῦ διάγοντος ἐν Κωνσταντινουπόλει, καὶ 
                    <lb n="13"/><anchor xml:id="K003887"/>Εὐδοκίαν δὲ τὴν παρθένον αἰχμαλώτους· καὶ ἀπήγαγε πάντας ἐν τῇ 
                    <lb n="14"/>Ἀφρικῇ ἐν Καρταγένῃ πόλει. <anchor xml:id="K005916"/>ὅστις Ζινζίριχος εὐθέως ἐξέδωκε <anchor xml:id="K005917"/>τῷ ἰδίῳ 
                    <lb n="15"/>αὐτοῦ υἱῷ Ὀνωρίχῳ τὴν θυγατέρα Εὐδοξίας τῆς δεσποίνης τὴν παρθέ- 
                    <lb n="16"/>νον Εὐδοκίαν τὴν μικράν· καὶ εἶχεν αὐτὰς ἐν τιμῇ μεθ᾿ ἑαυτοῦ. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
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                    <item corresp="#K003932" xml:space="preserve">
                        <ref>1|12</ref>
                        <p><label>δέσποινα:</label>
  Zum Titel δέσποινα: <ref target="#K003928">13, 31</ref>.

 (B.O.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K005918" xml:space="preserve">
                        <ref>5|1</ref>
                        <p><label>Ζινζίριχον τὸν Οὐάνδαλον, τὸν ῥῆγα τῆς Ἀφρικῆς:</label>
  Geiserich, 428–477 n. Chr. König über Vandalen und Alanen (PLRE II
 (Geisericus), 496-499), gilt als Begründer des Vandalenreiches in
 Nordafrika. Er war der Großvater Hilderichs, da sein Sohn Hunerich mit
 Eudocia, der Tochter Valentinians III., Hilderich als Sohn hatte. Nach
 dem Tod seines Bruders Guntherich 428, mit dem er zuvor gemeinsam
 regiert hatte, übernahm er die Alleinherrschaft über die sich noch in
 Spanien befindlichen Vandalen und Alanen. Zu zentralen Ereignissen
 seiner Herrschaft gehören die Eroberung Karthagos im Oktober 439 und
 die Einnahme Roms im Jahr 455 auf die an hiesiger Stelle verwiesen wird
 (M. Meier, DNP, <emph rend="italics">s.v.</emph> Geisericus
 (Geiserich); <bibl><ref target="Castritius_2007"><title>Castritius
 (2007)</title></ref></bibl>, 94).

 <lb/><lb/>

 <lb/><lb/>

  Den historischen Hintergrund hierfür stellen die Ermordung
 Valentinians III. im März 455 und der daraufhin einsetzende
 Politikwechsel dar. Der neue weströmische Kaiser Petronius Maximus
 suchte eine Anbindung an die theodosianische Dynastie, zwang die Witwe
 des Kaisers Eudoxia zur Ehe und verheiratete seinen Sohn mit der
 Kaisertochter Eudokia, die schon dem Geiserich-Sohn Hunerich
 versprochen worden war (<bibl><ref
 target="Castritius_2007"><title>Castritius
 (2007)</title></ref></bibl>, 104f.). Die <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> berichtet hier, dass Geiserich auf
 Bitten der Eudoxia um Hilfe gegen Petronius Maximus hin in Italien
 eingegriffen habe. Zu dieser Begründung, die sich auch bei Procop.
 <emph rend="italics">Vand.</emph> I 4,37ff. findet, s. oben.

 <lb/><lb/>

  Am 2. Juni 455 rückten die Vandalen in Rom ein und plünderten 14 Tage
 lang die Stadt – die dritte Einnahme der Urbs nach dem Galliersturm 387
 v. Chr. und der Eroberung durch Alarich 410 n. Chr. Neben zahlreichen
 Kunstgegenständen (u.a. der Tempelschatz aus Jerusalem, den Titus nach
 Rom gebracht hatte) wurden auch viele Menschen verschleppt, so auch
 Eudoxia und ihre beiden Töchter Eudokia und Placidia (vgl. XIV 26). Das
 weitere Schicksal der kaiserlichen Geiseln wurde in einem mit dem
 Ostkaiser Leo I. abgeschlossenen Friedensvertrag geregelt (<bibl><ref
 target="Castritius_2007"><title>Castritius (2007)</title></ref></bibl>,
 116). Eudoxia und Placidia wurden gegen ein hohes Lösegeld nach
 Konstantinopel entlassen, Eudokia blieb in Karthago und heiratete
 Hunerich (XIV 31; <bibl><ref target="Castritius_2007"><title>Castritius
 (2007)</title></ref></bibl>, 116f.). Die weiteren Regelungen des
 Vertrages enthielten auch materielle Forderungen sowie die Bestimmung,
 dass der Gatte Placidias und somit Schwager Hunerichs Olybrius, der
 sich seit der Ermordung Valentinians in Konstantinopel aufhielt, zum
 Westkaiser ernannt werden sollte. Eine Vielzahl der Vertragspunkte, die
 vor allem zu Lasten des Westens gingen, wurde nie in die Realität
 umgesetzt, weshalb sich die Vandalen zum Krieg rüsteten (ebd., 117).
 Leo I. entschied sich für eine groß angelegte Flottenexpedition gegen
 Karthago unter der Führung des Basiliskos, der sich allerdings als
 unfähig erwies und eine schwere Niederlage hinnehmen musste
 (beschrieben bei XIV 44). Erst unter Zeno kam es 474 zum Abschluss
 eines Friedensvertrags, der bis zum Ende des Vandalenreiches Bestand
 hatte (ebd., 121).

 <lb/><lb/>

  Zum Geiserich von der <emph rend="italics">Chronographia</emph>
 beigelegten Titel ῥὴξ τῆς Ἀφρικῆς (hier) bzw. ῥὴξ τῶν Ἄφρων (XIV 44)
 ist anzumerken, dass Geiserich selbst sich nur als <emph
 rend="italics">rex</emph> bezeichnete. Sein Nachfolger Hunerich nahm
 den Titel <emph rend="italics">rex Vandalorum et Alanorum</emph> an:
 <bibl><ref target="Meier_2019"><title>Meier
 (2019)</title></ref></bibl>, 676. Die <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> bezeichnet auch Hannibal als ῥὴξ
 τῶν Ἄφρων bzw. ῥὴξ τῆς Ἀφρικῆς: VIII 28.

 </p>
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                        <ref>8|4</ref>
                        <p><label>πραιδεύσας:</label>
  Abgeleitet vom Lehnwort πραῖδα, lat. <emph
 rend="italics">praeda</emph>, ‚Beute‘: <ref target="#K002485">2,
 7</ref>.

 (F.B.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
      </body>
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