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            <titleStmt>
                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 15, Kapitel 4</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260604-000003</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260604</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <date>20260604-000003</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
                </change>
            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
        <front>
            <!-- Inhaltszusammenfassung -->
<p xml:space="preserve"> Mal. XV 4 berichtet über ein Erdbeben, das Gabala in
der <emph rend="italics">Syria I</emph> traf, und die Reaktion des Basiliskos
hierauf: Er gewährt 50 Litren Gold.

 (F.B)</p>
        </front>

<div xml:id="B000173" n="B000173" rend="inline" type="section">
  <p>            Chron. Zuqnin, _s.a._ 791 (Übers. Chabot 170) stimmt inhaltlich mit der vorliegenden
            Stelle überein.

            Joh. Nik. LXXXVIII 35 berichtet über das Beben und außerdem gibt er an, dass "a terrible
            unlooked-for pestilence" Konstantinopel heimgesucht habe.

            Die slawische Fassung ([L:Istrin+1994], 334f.; [L:Tvorogov+1999], 348) übersetzt den
            Abschnitt Ἐπὶ δὲ τῆς <mentioned>αὐτοῦ</mentioned> βασιλείας Βασιλίσκου καὶ Μάρκου τοῦ
            υἱοῦ αὐτοῦ ἔπαθεν ὑπὸ θεομηνίας πόλις τῆς πρώτης Συρίας ὀνόματι Γάβαλα sorgfältig.
            Hierauf folgt direkt der Abschnitt, der dem Satz καὶ ἐχαρίσατο τῇ αὐτῇ <mentioned>πόλει
            ὁ βασιλεὺς Βασιλίσκος</mentioned> εἰς ἀνανέωσιν _χρυσίου_ λίτρας ν’ entspricht, wobei
            die hier kursiv gesetzten Wörter nicht ins Slawische übersetzt wurden. Das Verzeichnis
            der nicht-übersetzten Stellen bei [L:Istrin+1994], 365 kann in die Irre führen, zieht
            man den slawischen Text selbst nicht heran.
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000581" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K003057"/>Ἐπὶ δὲ τῆς αὐτοῦ βασιλείας Βασιλίσκου καὶ Μάρκου τοῦ υἱοῦ αὐτοῦ 
                    <lb n="2"/><anchor xml:id="K002309"/>ἔπαθεν ὑπὸ θεομηνίας <anchor xml:id="K002454"/>πόλις τῆς πρώτης Συρίας ὀνόματι Γάβαλα <anchor xml:id="K002843"/>μηνὶ 
                    <lb n="3"/>γορπιαίῳ εἰς τὸ αὖγος· καὶ <anchor xml:id="K002310"/>ἐχαρίσατο τῇ αὐτῇ πόλει ὁ βασιλεὺς Βασι- 
                    <lb n="4"/>λίσκος εἰς ἀνανέωσιν χρυσίου λίτρας νʹ. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K002664" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Ἐπὶ δὲ τῆς αὐτοῦ βασιλείας Βασιλίσκου καὶ Μάρκου τοῦ υἱοῦ αὐτοῦ:</label>
  Mit Formulierungen wie der vorliegenden wird in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> gerne die Hinwendung zu einem neuen
 Thema angekündigt, wobei das vorliegende Ἐπὶ δὲ τῆς (αὐτοῦ) βασιλείας
 gerade in Buch XV besonders präsent ist: <ref target="#K003057">15,
 4</ref>. Im vorliegenden Fall ist darüber hinaus auffällig, dass von
 der βασίλεια des Basiliskos (und des Markus) gesprochen wird, denn in
 der Forschung wird Basiliskos in der Regel als Usurpator angesehen
 (vgl. <emph rend="italics">e.g.</emph> <bibl><ref
 target="Begass_2018"><title>Begass (2018)</title></ref></bibl>, 307;
 309; <bibl><ref target="Brennecke_1998"><title>Brennecke
 (1998)</title></ref></bibl>, 37--39; <bibl><ref
 target="Feld_2005"><title>Feld (2005)</title></ref></bibl>, 244; 249
 u.ö.). Da Basiliskos durch die Kaiserin an die Macht kam (s. Mal. XV
 3), kann man allerdings durchaus die Ansicht vertreten, es handele sich
 bei ihm um einen legitimen Kaiser. Die Wortwahl belegt somit eine
 kaiserzentrierte, legitimistische Perspektive der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph>, auf die auch <bibl><ref
 target="Alpi_2006"><title>Alpi (2006)</title></ref></bibl> speziell für
 Zenons und Anastasius' Regierungszeiten hinweist. Die Bezeichnung
 Basiliskos' als Kaiser ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal der
 <emph rend="italics">Chronographia</emph>. Auch Malchus <emph
 rend="italics">fr.</emph> 3 (416 Blockley) = Suda Β 164 Adler spricht
 von ihm als oströmischem Kaiser (generell zur späteren Bewertung des
 Basiliskos: <bibl><ref target="Blaudeau_2003"><title>Blaudeau
 (2003)</title></ref></bibl>, 171--185). Zu Basiliskos' Leben: <ref
 target="#K002663">14, 44</ref>; zu seinem Sohn Markus: <ref
 target="#K002665">15, 3</ref>.

 (F.B mit B.O.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K002309" xml:space="preserve">
                        <ref>2|1</ref>
                        <p><label>ἔπαθεν ὑπὸ θεομηνίας:</label>
  Klassische Formel des Autors zur Angabe von Erdbeben, verwendet bis
 einschl. XVIII 40 (dazu: <ref target="#K000239">7, 18</ref>).

 (F.B)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K002454" xml:space="preserve">
                        <ref>2|4</ref>
                        <p><label>πόλις τῆς πρώτης Συρίας ὀνόματι Γάβαλα:</label>
  In der Spätantike eine Hafenstadt von überschaubarer Größe, etwas über
 20 km südöstlich von Laodikeia (dazu: <ref target="#K000491">18,
 39</ref>), heute Ǧabla ("Kartenansicht(Link zu
 Pleiades)":https://pleiades.stoa.org/places/668250). Zum hier
 beschriebenen Zeitpunkt Teil der Provinz <emph rend="italics">Syria
 Prima</emph> (dazu: <ref target="#K000466">18, 32</ref>), gehörte
 Gabala später zur Provinz <emph rend="italics">Theodorias</emph> (dazu:
 <ref target="#K000492">18, 39</ref>). Der Ort ist erstmals für die
 zweite Hälfte des 2. Jahrtausends v.Chr. belegt; die antiken Überreste,
 darunter ein (wohl römisches) Theater, stammen vornehmlich aus
 Hellenismus und Kaiserzeit.

 <lb/><lb/>

  Das ab 324/325 bezeugte Bistum Gabala war vermutlich nicht
 miaphysitisch; allgemein scheint es in der Regel der kaiserlichen
 Religionspolitik gefolgt zu sein. Ein Bischof von Gabala namens
 Severianus wird in einer Passsage der <emph rend="italics">Fragmenta
 Tusculana</emph> erwähnt, die <bibl><ref
 target="Thurn_2000"><title>Thurn (2000)</title></ref></bibl>, 270 als
 Mal. XIII 45a seiner Edition erfasst hat.

 <lb/><lb/>

  Lit.: <bibl><ref target="Todt_Vest_2014"><title>Todt, Vest
 (2014)</title></ref></bibl>, 1740--1177; <bibl><ref
 target="Klengel_1971"><title>Klengel (1971)</title></ref></bibl>,
 120; Benzinger, RE 7,1 (1910), 425 <emph
 rend="italics">s.v.</emph> Gabala 5.

 (F.B)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K002843" xml:space="preserve">
                        <ref>2|10</ref>
                        <p><label>μηνὶ γορπιαίῳ εἰς τὸ αὖγος:</label>
  Zum Monat Gorpaios: <ref target="#K002846">14, 36</ref>. Eine
 Spezifizierung der Tageszeit (hier: „gegen Morgen“, <bibl><ref
 target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 390) ist im Zusammenhang mit Erdbeben in
 der <emph rend="italics">Chronographia</emph> üblich, für weitere
 Erwähnungen: <ref target="#K007248">8, 24</ref>.

 (F.B)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K002310" xml:space="preserve">
                        <ref>3|6</ref>
                        <p><label>ἐχαρίσατο τῇ αὐτῇ πόλει ὁ βασιλεὺς Βασιλίσκος εἰς ἀνανέωσιν χρυσίου λίτρας ν’</label>
  Zuwendungen durch römische Kaiser nach Erdbeben zwecks Wiederaufbau
 sind in der Chronik umfangreich bezeugt (vgl. Mal. X,3; X,18; X,23;
 X,29; X,53; XI,8; XI,16; XII,11; XII,28; XII,48; XIII,12; XIV,12;
 XIV,20; XIV,29; XIV,36; XV,11; XVI,18; XVII,15; XVII,16; XVIII,19;
 XVIII,28; XVIII,37; XVIII,40; XVIII,112; zu kaiserlichen Maßnahmen
 generell: <ref target="#K000866">18, 93</ref>; <ref
 target="#K001032">18, 112</ref>.). Der Usurpator Basiliskos versucht
 mit seinem Verhalten demnach den an einen rechtmäßigen Herrscher
 gestellten Erwartungen (<ref target="#K001917">17, 14</ref>; <ref
 target="#K000714">18, 48</ref>) gerecht zu werden, um seine Legitimität
 zu stärken.

 <lb/><lb/>

  Die vorliegende Stelle ist innerhalb des <emph
 rend="italics">Baroccianus</emph> die einzige, an der eine konkrete
 Gesamtsumme, die für den Wiederaufbau nach einem Erdbeben
 bereitgestellt wurde, benannt wird. Im Rahmen des fünften Bebens, das
 Antiochia heimsuchte, werden zwar verschiedene Summen präzise
 genannt, aber auch einige nur ungenaue Angaben gemacht (vgl.
 XVII,16-18; XVII,22).

 <lb/><lb/>

  Da ein Kentenarion bereits Einhundert <emph
 rend="italics">librae</emph>/λίτραι entspricht und Justin I. zum Aufbau
 Antiochias nach dem fünften Beben über 40 Kentenarien aufwendet (<ref
 target="#K001980">17, 22</ref>), kann die Summe des Basiliskos auf
 zweierlei hindeuten. Zum einen darf an eine geringere Zerstörung und
 entsprechend niedrigere Kosten beim Wiederaufbau gedacht werden.
 Vielleicht darf hierfür die Größe des Ortes mit in Rechnung gestellt
 werden. Zum anderen könnten Basiliskos aber auch tatsächlich weniger
 Mittel zur Verfügung gestanden haben. Immerhin war er nicht der einzige
 der Anspruch auf den Kaiserthron erhob. Prok. <emph
 rend="italics">BV</emph> I 7,19 behauptet jedenfalls, Basiliskos habe
 sich durch φιλοχρηματία überall unbeliebt gemacht (s. auch Malchus
 <emph rend="italics">fr.</emph> 9,3 (416 Blockley)).

 (F.B)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
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                          Alpi (2006): Alpi, Frédéric Nicolas: 
                        L’orientation christologique des livres XVI et XVII de Malalas. Les règnes d’Anastase (491–518) et de Justin Ier (518–527). 
                        Recherches sur la Chronique de Jean Malalas II 2006, 227–242
                    </bibl>
      
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                          Begass (2018): Begass, Christoph: 
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                        München 2018
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                          Blaudeau (2003): Blaudeau, Philippe: 
                        Antagonismes et convergences. 
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                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Brennecke_1998" xml:space="preserve">
                          Brennecke (1998): Brennecke, Hanns Chr.: 
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                          Feld (2005): Feld, Karl: 
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                          Thurn (2000): Thurn, Johannes: 
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