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            <titleStmt>
                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 16, Kapitel 13</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260615-000004</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260615</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <date>20260615-000004</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
                </change>
            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
        <front>
            <!-- Inhaltszusammenfassung -->
<p xml:space="preserve"> In Mal. XVI 13 lässt Johannes der Paphlagonier Statuen,
die unter Konstantin I. nach Konstantinopel gebracht worden waren, einschmelzen,
um aus dem so gewonnenen Metall eine große Anastasius-Statue fertigen zu lassen.

 (F.B)</p>
        </front>

<div xml:id="B000167" n="B000167" rend="inline" type="section">
  <p>            Vom Einschmelzen der alten und Aufstellen der neuen Statue berichten Theoph. AM 5998 (S.
            149 De Boor); Leo Gramm. 121 Bekker=Cramer, Anecd. Paris. 2, 317. Die bloße Aufstellung
            der Statue bezeugen außerdem Marc. Comes, _a.a._ 506; Ephr. 1105f. (53 Bekker).

            Die slawische Fassung bietet eine (von wenigen Auslassungen und Übersetzungsfehlern
            abgesehen) dem griechischen Text dieses Kapitels relativ genau entsprechende Übersetzung
            ([L:Istrin+1994], 345; [L:Tvorogov+1999], 355).
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000599" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/>Ὁ δὲ αὐτὸς Ἰωάννης τὰ χαλκουργήματα τῆς πλατείας Κωνσταντι- 
                    <lb n="2"/>νουπόλεως ἐχώνευσεν, ἅπερ <anchor xml:id="K002376"/>ὁ θειότατος βασιλεὺς Κωνσταντῖνος ὡς καλ- 
                    <lb n="3"/>λιστεύοντα ἀπὸ ἑκάστης πόλεως συναγαγὼν ἤνεγκεν εἰς κόσμησιν τῆς 
                    <lb n="4"/>αὐτῆς Κωνσταντινουπόλεως δι᾽ ἀρετῆς. <anchor xml:id="K002477"/>ὁ δὲ αὐτὸς Ἰωάννης χωνεύσας 
                    <lb n="5"/>αὐτὰ ἐποίησεν ἐξ αὐτῶν στήλην μεγάλην εἰς πᾶσαν ὑπερβολὴν τῷ αὐτῷ 
                    <lb n="6"/>Ἀναστασίῳ βασιλεῖ· ἥντινα ἔστησεν εἰς τὸν κίονα τὸν μέγαν, ἑστῶτα 
                    <lb n="7"/>ἀργὸν εἰς τὸν <anchor xml:id="K004408"/>φόρον τοῦ Ταύρου τοῦ λεγομένου· ὅστις κίων πρῴην μὲν 
                    <lb n="8"/>εἶχεν στήλην <anchor xml:id="K002382"/>Θεοδοσίου τοῦ μεγάλου, καὶ <anchor xml:id="K002391"/>ἦν πεσοῦσα <anchor xml:id="K002390"/>εἰς τοὺς φόβους ἡ 
                    <lb n="9"/>αὐτὴ στήλη μόνη. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K002376" xml:space="preserve">
                        <ref>2|4</ref>
                        <p><label>ὁ θειότατος βασιλεὺς Κωνσταντῖνος:</label>
  Kaiser Konstantin I.: <ref target="#K002378">13, 1</ref>.

 (F.B)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K002365" xml:space="preserve">
                        <ref>4|5</ref>
                        <p><label>ὁ δὲ αὐτὸς Ἰωάννης ... αὐτὴ στήλη μόνη:</label>
  Zum Jahr 506, dem Kosulatsjahr von Areobindus (<ref
 target="#K002203">16, 1</ref>) und Messala (PLRE II (Fl. Ennodius
 Messala 2), 759f.), gibt Marcellinus Comes an: <emph rend="italics">His
 consulibus Anastasii principis statua in eodem loco, quo dudum
 Theodosii magni steterat, super inmanem columnam in foro Tauri statuta
 est</emph> (Marc. Comes <emph rend="italics">a.a.</emph> 506). Damit
 ist eine Datierung für das Ereignis gegeben, die sich auch mit der
 Angabe bei Theoph. AM 5993 (143 De Boor) in Einklang bringen lässt.

 <lb/><lb/>

  Wenn <bibl><ref target="Begass_2018"><title>Begass
 (2018)</title></ref></bibl>, 164 in dem Bericht des Marcellinus Comes
 über das Jahr 506 hingegen die Errichtung einer Statue durch
 Areobindus, den Konsul dieses Jahres, sehen möchte und meint, dass
 zuvor bereits Johannes der Paphlagonier "[i]n seinem Consulatsjahr
 [...] eine bronzene Anastasius-Statue auf dem Taurus-Forum" aufgestellt
 habe, so ist dreierlei gegen diese These ins Feld zu führen:

 <lb/><lb/>

  * Johannes der Paphlagonier war, wie auch <bibl><ref
   target="Begass_2018"><title>Begass (2018)</title></ref></bibl>, 164
   selbst festhält, nur ehrenhalber Konsul. Ein Konsulatsjahr Johannes'
   des Paphlagoniers gab es demnach nicht. Im Jahre 498, als Johannes
   nach Meinung von Begass zum (Ex-)Konsul ernannt wurde (vgl. ebd., 164
   mit Anm. 893), bekleidete Johannes der Skythe den Konsulat (<ref
   target="#K002590">15, 14</ref>).

 <lb/><lb/>

  * Sowohl die Statue, die Johannes der Paphlagonier aufstellen ließ, als
   auch diejenige, die nach Begass' Ansicht Areobindus aufstellen ließ,
   sollen sich nicht bloß auf dem Taurusforum befunden haben, sondern
   sogar auf der Säule, die einst eine Theodosius-Statue trug. Es steht
   zu vermuten, dass dieselbe Säule gemeint ist, und es gibt keinen
   Grund für die Annahme, dass die eine Statue durch die andere ersetzt
   wurde. Über die Schändung und Zerstörung von Anastasius-Statuen wird
   durch Marcellinus Comes erst für das Jahr 512 im Zusammenhang mit dem
   Staurotheis-Aufstand berichtet (vgl. Marc. Com. <emph
   rend="italics">s.a.</emph> 512; s. auch Mal. XVI,19).

 <lb/><lb/>

  * Mit der Formulierung <emph rend="italics">his consulibus</emph> muss
   Marcellinus Comes nicht, wie in der Interpretation von Begass, eine
   Angabe des Urhebers vorgenommen haben. Es kann sich schlichtweg um
   eine Datierung handeln.

 <lb/><lb/>

  Zu weiteren Statuen zu Ehren des Anastasius: <ref
 target="#K002593">16, 10</ref>.

 (F.B mit K.Ch.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K002477" xml:space="preserve">
                        <ref>4|5</ref>
                        <p><label>ὁ δὲ αὐτὸς Ἰωάννης χωνεύσας αὐτὰ ἐποίησεν ἐξ αὐτῶν στήλην μεγάλην εἰς πᾶσαν ὑπερβολὴν τῷ αὐτῷ Ἀναστασίῳ βασιλεῖ· ἥντινα ἔστησεν εἰς τὸν κίονα τὸν μέγαν...: </label>
  Nur die Malalas-Passage macht Johannes verantwortlich (zu ihm: <ref
 target="#K002276">16, 12</ref>). Die Berichte der Parallelüberlieferung
 (s.o.) berichten mittels Passiv-Konstruktion oder machen Anastasius
 selbst zum Urheber der Maßnahme.

 (F.B)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K004408" xml:space="preserve">
                        <ref>7|4</ref>
                        <p><label>φόρον τοῦ Ταύρου τοῦ λεγομένου:</label>
  Zum Taurus- bzw. Theodosius-Forum: <ref target="#K002453">15, 11</ref>.

 (F.B)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K002382" xml:space="preserve">
                        <ref>8|3</ref>
                        <p><label>Θεοδοσίου τοῦ μεγάλου:</label>
  Kaiser Theodosius I.: <ref target="#K002379">13, 37</ref>.

 (F.B)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K002391" xml:space="preserve">
                        <ref>8|7</ref>
                        <p><label>ἦν πεσοῦσα ... ἡ αὐτὴ στήλη μόνη.</label>
  Malalas scheint sagen zu wollen, dass lediglich die Statue stürzte, der
 Sockel also unversehrt blieb. Das griechische Wort μόνη sollte daher
 mit "bloß" oder "als einzige" ins Deutsche übertragen werden. Die
 Wiedergabe des Passus mit "diese Statue war ... allein
 heruntergefallen", wie sie bei <bibl><ref
 target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 416 erfolgt, ist daher etwas ungeschickt,
 da man ein aktives Handeln der Statue in diese Formulierung
 hineininterpretieren könnte.

 (F.B)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K002390" xml:space="preserve">
                        <ref>8|9</ref>
                        <p><label>εἰς τοὺς φόβους:</label>
  Da Malalas φόβος häufig mit Bezug auf Erdbeben verwendet, ist es
 naheliegend die Wendung εἰς τοὺς φόβους wie <bibl><ref
 target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 416 mit "Schrecken (des Erdbebens)"
 wiederzugeben. <bibl><ref
 target="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986"><title>Jeffreys, Jeffreys,
 Scott (1986)</title></ref></bibl>, 225 übersetzen die Wendung sogar
 mit "during the earthquakes". Allerdings findet sich das Wort z.B.
 auch im Zusammenhang mit einem Gewitter, das eine Statue beschädigte
 (<ref target="#K001061">18, 103</ref>), und in der slawischen
 Malalas-Tradition (<bibl><ref target="Istrin_1994"><title>Istrin
 (1994)</title></ref></bibl>, 345; <bibl><ref
 target="Tvorogov_1999"><title>Tvorogov (1999)</title></ref></bibl>,
 355) wird hier das Wort трусы verwendet, das sowohl Erdbeben als
 auch Gewitter bedeuten kann (vgl. <bibl><ref
 target="Djatschenko_1899"><title>Djatschenko
 (1899)</title></ref></bibl>, 737). Ein Blick auf die übrigen
 Berichte der griechischen Überlieferung über die Errichtung der
 Statue (s.o.) zeigt jedoch für den vorliegenden Fall, dass
 tatsächlich ein Erdbeben den Schaden verursachte (s. ergänzend auch
 Theoph. AM 5970, S. 125f. De Boor).

 (F.B mit K.Ch.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
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                    <bibl xml:id="Djatschenko_1899" xml:space="preserve">
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                          Guilland (1959a): Guilland, Rodolphe: 
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                    <bibl xml:id="Istrin_1994" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="Janin_1964" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="Thurn_Meier_2009" xml:space="preserve">
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         </listBibl>
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