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            <titleStmt>
                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 17, Kapitel 8</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260604-000003</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260604</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <date>20260604-000003</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
                </change>
            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
        <front>
            <!-- Inhaltszusammenfassung -->
<p xml:space="preserve"> Mal. XVII 8 informiert über die Beseitigung des
Feldherrn Vitalian, der zu Beginn der Regierungszeit Justins noch äußerst
zuvorkommend behandelt und nicht lange vor seinem Tod sogar zum Konsul ernannt
worden war. Sein Ende wird im Palast lokalisiert und zeitlich mit der
Abhaltung von Zirkusspielen in Verbindung gebracht, die auch in der
Parallelüberlieferung der <emph rend="italics">Excerpta de Insidiis</emph>
erwähnt werden. Dort ist u.a. zu erfahren, dass es im Verlauf dieser Spiele zu
Ausschreitungen gekommen war.

 (J.B.)</p>
        </front>

<div xml:id="B000133" n="B000133" rend="inline" type="section">
  <p>            Evagr. 4,3 (154,17–20 Bidez/Parmentier); Theoph. 165,6–8; 166,19–21 de Boor; Leo Gramm.
            123,4–5 Bekker; Xanth., <mentioned>Hist. eccl.</mentioned>, PG 147,220A–221B; Zon. III
            146,6,16; Joh. Nik. XC 6–8,11; Zach. Rhet. 8,1; Cram. <mentioned>Anecd.
            Paris.</mentioned> II 318,23–25.


            Vgl. Procop. <mentioned>Anecd.</mentioned> VI 27–28; Marc. Com. <mentioned>ad
            ann.</mentioned> 520; _Hist. Imper._, 951–953.
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000552" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K001903"/>Ὁ δὲ αὐτὸς Ἰουστῖνος βασιλεὺς <anchor xml:id="K001956"/>ἐδισιγνάτευσεν ὕπατον <anchor xml:id="K001962"/>στρατη- 
                    <lb n="2"/>λάτην πραισέντου Βιταλιανόν, ὅστις προῆλθεν ὕπατος Ῥωμαίων· καὶ <anchor xml:id="K001892"/>ἐν 
                    <lb n="3"/>τῷ ὑπατεύειν αὐτὸν <anchor xml:id="K001893"/>μετὰ τὴν πρώτην αὐτοῦ <anchor xml:id="K001894"/>μάππαν <anchor xml:id="K001963"/>ἐσφάγη ὁ αὐτὸς 
                    <lb n="4"/>Βιταλιανὸς <anchor xml:id="K004747"/>ἐν τῷ παλατίῳ <anchor xml:id="K001955"/>ὡς τυραννήσας Ῥωμαίους καὶ πολλὰς πόλεις 
                    <lb n="5"/>καὶ χώρας τῆς <anchor xml:id="K002119"/>Ῥωμανίας <anchor xml:id="K001973"/>πραιδεύσας. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K001890" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Ὁ δὲ αὐτὸς Ἰουστῖνος βασιλεὺς:</label>
  Die Nennung des Kaisers markiert hier eindeutig einen neuen Abschnitt.
 Eine explizite Datierung, wie sonst üblicherweise an den Beginn von
 neuen Sinneinheiten gestellt, bleibt zunächst aus. Für die umständliche
 und redundante Einführung (der Kaiser designiert Vitalian zum Konsul;
 Vitalian tritt als Konsul an; "als/indem er Konsul war", gibt er
 Spiele) besteht inhaltlich wenig Notwendigkeit, was man als Indiz für
 die These auffassen könnte, dass der Verfasser von O hier besonders
 stark gekürzt und dabei getrennte Ereignisse zusammengeworfen hat (zur
 Diskussion <ref target="#K001903">17, 8</ref>). Die Wiederholung des
 Konsulates bezieht sich allerdings jeweils auf unterschiedliche
 Ereignisse (Ernennung, Antritt, Spiele), die inhaltlich durch die
 Person Vitalians in Beziehung stehen, aber zu unterschiedlichen
 Zeitpunkten stattfanden: In diesem Sinne könnte es sich beim Hinweis
 auf Ernennung und Antritt auf einen vom Zeitpunkt des Wagenrennens
 (bzw. Vitalians Ermordung) aus betrachteten Rückverweis handeln.
 Gleichzeitig tritt durch die Nennung des Konsulats hier der Kaiser als
 Handelnder an den Beginn der Ereigniskette; nicht zuletzt wird die
 Aufmerksamkeit dezent auf den Umstand gelenkt, dass Vitalian erst zum
 Konsul ernannt, noch im selben Jahr jedoch getötet wurde.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001903" xml:space="preserve">
                        <ref>1ff.|1</ref>
                        <p><label>Ὁ δὲ αὐτὸς Ἰουστῖνος βασιλεὺς ... πραιδεύσας:</label>
  Im Vergleich mit der von <bibl><ref target="Thurn_2000"><title>Thurn
 (2000)</title></ref></bibl>, 339 edierten, knappen Darstellung der
 Begebenheit in O bieten die <emph rend="italics">Excerpta de
 Insidiis</emph> eine längere, nur in den Kerndetails übereinstimmende
 Version der in der hiesigen Passage erwähnten Ereignisse. Die <emph
 rend="italics">Excerpta</emph> lassen sich umfassend über das
 Stattfinden von Zirkusspielen aus, bei denen es zunächst zu Unruhen
 gekommen sei, bevor dann jedoch – infolge einer Intervention von
 Soldaten – Eintracht einkehrte. Der nächste Tag beginnt abermals mit
 Spielen und mündet darin, dass die Parteienanhänger in ihren Farben
 feiernd durch die Straßen ziehen, wobei einzelne Personen (offenbar
 gesellschaftliche Außenseiter) ins Meer geschmissen werden. Hieran
 schließt sich unmittelbar der Bericht über den Tod Vitalians im Palast
 an. <bibl><ref target="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986"><title>Jeffreys,
 Jeffreys, Scott (1986)</title></ref></bibl>, 232 <emph
 rend="italics">ad loc.</emph> betonen den abrupten Übergang (vgl. schon
 <bibl><ref target="Vasiliev_1950"><title>Vasiliev
 (1950)</title></ref></bibl>, 111) sowie die Diskrepanz zu O; sie
 vermuten, dass in O zwei Ereignisse zusammengelegt worden sind (Spiele
 und Ermordung Vitalians), die inhaltlich ursprünglich nicht miteinander
 in Verbindung standen. Auch wenn in keinem der beiden Texte ein
 Zusammenhang explizit gemacht wird, berichten jedoch beide über
 Zirkusspiele und den Tod Vitalians übergangslos nacheinander (bzw., in
 O, in einem Satz). Die starken Unterschiede zwischen <emph
 rend="italics">EI</emph> und O, die sich auch hier wiederholen (vgl.
 XVII 1 und XVII 5), werfen insgesamt bezüglich der Zugehörigkeit zur
 selben Quellentradition große Fragezeichen auf.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001891" xml:space="preserve">
                        <ref>1f.|6</ref>
                        <p><label>ἐδισιγνάτευσεν ὕπατον στρατηλάτην πραισέντου Βιταλιανόν:</label>
  Zu Vitalian (PLRE II (Vitalianus 2), 1171–1176), der bereits unter
 Anastasios eine eigenständige, für den Kaiser gefährliche Politik
 betrieben hatte, <ref target="#K001825">16, 16</ref>; zu seiner
 zunächst ehrenvollen Behandlung durch Justin nach dessen Amtsantritt
 <ref target="#K001826">17, 5</ref>. Die Nennung des Konsuls bedeutet
 hier auch eine implizite Datierung in das Jahr 520 (vgl. <bibl><ref
 target="Bagnall_Cameron_Schwartz_Worp_1987"><title>Bagnall, Cameron,
 Schwartz, Worp (1987)</title></ref></bibl>, 574f.).

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001956" xml:space="preserve">
                        <ref>1|6</ref>
                        <p><label>ἐδισιγνάτευσεν ὕπατον:</label>
  Das Verb δισιγνατεύω ist nur in der O-Fassung der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> belegt (für die Form δισιγνιτεύω:
 <ref target="#K001957">7, 9</ref>); es ist von δισίγνατος bzw. lat.
 <emph rend="italics">designatus</emph> abgeleitet (und dadurch nur
 indirekt mit <emph rend="italics">designo</emph> verbundet, <emph
 rend="italics">contra</emph> Lampe s.v., <bibl><ref
 target="James_1990"><title>James (1990)</title></ref></bibl>, 223, LBG
 s.v. usw.). Das Adj. δισίγνατος ist bei Phot. <emph
 rend="italics">Bibl.</emph> (Cod. 80) 59a36 Bekker belegt; vgl. auch
 δεσιγνάτος in ACO II 1 3, S. 120,11; S. 121,16; S. 124,22. Die
 Theophilos zugeschriebene Paraphrase der <emph
 rend="italics">Institutiones</emph> beinhaltet die Mischform
 designaτεύεσθαι (II 20,25 S. 222,6 Ferrini). Genauso wie das Adjektiv
 δισίγνατος/δεσιγνάτος ist das Verb nur mit dem Subst. ὕπατος belegt,
 mit der Bedeutung ‚als <emph rend="italics">consul</emph> designieren‘
 (Lampe und LBG s.v. δισιγνατεύω sind diesbezüglich zu unspezifisch).

 <lb/><lb/>

  Zur <emph rend="italics">designatio</emph> eines Konsuls in der
 Spätantike s. <bibl><ref
 target="Bagnall_Cameron_Schwartz_Worp_1987"><title>Bagnall, Cameron,
 Schwartz, Worp (1987)</title></ref></bibl>, 18--20.

 (O.G.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001962" xml:space="preserve">
                        <ref>1|8</ref>
                        <p><label>στρατηλάτην πραισέντου:</label>
  Zum Titel: <ref target="#K001823">17, 5</ref>

 (O.G.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001892" xml:space="preserve">
                        <ref>2|9</ref>
                        <p><label>ἐν τῷ ὑπατεύειν αὐτὸν:</label>
  "Als/indem er Konsul war": Dieser Nebensatz lässt sich wiederum als
 Datierungsformel verstehen, verweist aber auch auf das Kommende, denn
 Vitalian eröffnet im Folgenden ein Pferderennen im Hippodrom in seiner
 Funktion als Konsul. Eine präzisere Datierung des geschilderten
 Vorfalles gibt Marc. Com. <emph rend="italics">ad ann.</emph> 520, wo
 der Tod Vitalians für den siebten Monat des Jahres, also Juli,
 vermerkt wird.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001893" xml:space="preserve">
                        <ref>3|4</ref>
                        <p><label>μετὰ τὴν πρώτην αὐτοῦ μάππαν:</label>
  Bei der <emph rend="italics">mappa</emph> handelt es sich um ein Tuch,
 das bereits in der Frühen Kaiserzeit als Signal bei den Veranstaltungen
 im Hippodrom Verwendung fand (vgl. bspw. Suet. <emph
 rend="italics">Nero</emph> 22). Es wurde üblicherweise durch die
 Konsuln geworfen, um das Zeichen für den Start der Spiele zu geben; im
 Verlauf des 6. Jahrhunderts ging dieses Recht fest an den Kaiser über.
 Die <emph rend="italics">mappa</emph> ist ein häufiges Attribut der
 Konsuldarstellungen auf Diptychen: Vgl. ODB 2 (1991), 1294, s.v. Mappa
 (A. Kazhdan) und <bibl><ref target="Puk_2014"><title>Puk
 (2014)</title></ref></bibl>, Taf. 11, Abb. 6 b); s. für das Symbol in
 der kaiserlichen Münzprägung auch <bibl><ref
 target="Restle_1964"><title>Restle (1964)</title></ref></bibl>, 143
 (Maurikios). Der symbolträchtige Akt des Abhaltens von Spielen bot
 dabei grundsätzlich auch Konfliktpotential. So hatte im Jahr 354 der
 Caesar Gallus den Ärger Constantius' II. geweckt, als er auf eigene
 Initiative Spiele im Hippodrom abhielt; wenige Monate später wurde er
 auf Veranlassung des Kaisers ermordet: <bibl><ref
 target="Puk_2014"><title>Puk (2014)</title></ref></bibl>, 181.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001894" xml:space="preserve">
                        <ref>3|8</ref>
                        <p><label>μάππαν:</label>
  A. Kazhdan (ODB 2 [1991], 1294, s.v. Mappa) sieht an dieser Stelle
    einen Beleg für die Übertragung des Begriffes μάππα auf die Spiele
    bzw. Rennen im Ganzen. Der Zusammenhang scheint hier in der Tat für
    den Autor nicht erklärungsbedürftig zu sein. Gleichzeitig handelt
    es sich jedoch nicht um eine synonyme Verwendung im engeren Sinne:
    Die Formulierung lässt sich wörtlich verstehen als Hinweis auf das
    erste durch den Konsul gegebene Signal (dass es um den Start eines
    Rennens geht, muss sich der informierte Leser also ergänzen).
    Angesichts der Probleme, die sich in den ersten Abschnitten mit
    Blick auf die Parallelüberlieferung ergeben (<ref
    target="#K001903">17, 8</ref>), ist zudem fraglich, inwiefern die
    gekürzte Textfassung von O hier als Zeugnis für die Sprache des 6.
    Jahrhunderts gewertet werden kann.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001963" xml:space="preserve">
                        <ref>3|9</ref>
                        <p><label>ἐσφάγη ὁ αὐτὸς Βιταλιανὸς ἐν τῷ παλατίῳ ὡς τυραννήσας:</label>
  Die Ähnlichkeit mit XVII 2, wo andere angebliche Rebellen im Palast
 hingerichtet werden, ist auffällig. Es handelt sich offensichtlich um
 eine standardisierte Phraseologie, die vielleicht die Sichtweise der
 regierenden Kreise widerspiegelt: <ref target="#K001831">17, 8</ref>.

 (O.G.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001831" xml:space="preserve">
                        <ref>4|5</ref>
                        <p><label>ὡς τυραννήσας:</label>
  Die Ursache für die Beseitigung Vitalians ist in Quellen wie Forschung
 strittig. Während die in <emph rend="italics">EI</emph> erhaltene
 Version sich über die Gründe ausschweigt, führt O recht knapp die
 früheren Verfehlungen des chalkedonischen Feldherrn an. In der übrigen
 Überlieferung kursieren weitere, davon abweichende und auch
 untereinander divergierende Erklärungen. Zur Gesinnungslage Justins
 äußert sich am ausführlichsten Evagrios (IV 3): Er erklärt Justins
 Entgegenkommen gegenüber Vitalian in den vorangegangenen Monaten zur
 arglistigen Täuschung (<ref target="#K001826">17, 5</ref>), die
 schließlich von einem Meuchelmord gefolgt worden sei. Angesichts von
 Vitalians "schlimmen Taten gegen das römische Reich" (τῶν παρ' αὐτοῦ
 κατὰ τῆς Ῥωμαίων ἀρχῆς παροινηθέντων) wird dieser Mord gleichwohl
 begrüßt. Procop. <emph rend="italics">HA</emph> VI 27 nimmt Justinian
 persönlich in Haftung (vgl. auch Zon. XIV 5,15) und erklärt die Tat
 ohne weitere Erläuterungen mit einem plötzlichen Stimmungsumschwung.
 Theophanes und weitere Autoren schieben die Schuld hingegen den
 "Byzantinern" zu (Theoph. 166,19: ἐδολοφονήθη ὑπὸ τῶν Βυζαντίων), was
 offensichtlich dem Zweck dient, den Kaiser und seinen Neffen Justinian
 von der Verantwortung freizusprechen: <bibl><ref
 target="Mango_Scott_1997"><title>Mango, Scott
 (1997)</title></ref></bibl>, 253, Anm. 1. Als nähere Begründung werden
 – ähnlich wie in O und bei Evagrios – Vitalians Untaten in der
 Regierungszeit des Anastasios genannt. Anders äußert sich schließlich
 Joh. Nik. XC 11, wo es heißt, Vitalian habe eine Rebellion gegen
 Justin geplant – wie bereits zuvor gegen Anastasios. <bibl><ref
 target="Croke_2007"><title>Croke (2007)</title></ref></bibl>, 34f.
 hält diese Erklärung für die glaubhafteste, doch ist die Darstellung
 Vitalians bei Johannes von Nikiu eindeutig feindselig und in früheren
 Schriften fehlen alle entsprechenden Hinweise, vgl. <bibl><ref
 target="Begass_2018"><title>Begass (2018)</title></ref></bibl>, 260.
 Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Mord und den in <emph
 rend="italics">EI</emph> geschilderten Zirkusspielen sieht <bibl><ref
 target="Vasiliev_1950"><title>Vasiliev (1950)</title></ref></bibl>,
 110–113. In den <emph rend="italics">Excerpta</emph> ist von feiernden
 Parteienanhängern in der Stadt die Rede (<ref target="#K001903">17,
 8</ref>). Vasiliev vermutet die Ursache für diesen Enthusiasmus in dem
 Umstand, dass mit Vitalian ein Chalkedonier zum Konsul geworden war.
 Das wiederum habe Justin und Justinian, die den ehemaligen Usurpator
 ohnehin fürchteten, weiter beunruhigt und so den Anstoß für dessen
 Ermordung gegeben. Diese These beruht allerdings auf der Prämisse,
 dass die Ermordung tatsächlich während den oder unmittelbar im
 Anschluss an die Spiele geschah und beide Berichte nicht erst durch
 Überlieferungsfehler zusammengebracht worden sind: Zu dieser
 Problematik <ref target="#K001903">17, 8</ref>. Auch ohne konkreten
 beunruhigenden Anlass ist jedenfalls davon auszugehen, dass Vitalian
 für Justin und Justinian eine Bedrohung darstellte, die aus dem Weg zu
 schaffen im Interesse des Kaisers bzw. seines Neffen lag: <bibl><ref
 target="Meier_2004a"><title>Meier (2004a)</title></ref></bibl>, 186f.;
 <bibl><ref target="Greatrex_2007"><title>Greatrex
 (2007)</title></ref></bibl>, 105f. Bei der in O angegebenen und bei
 Evagrios, Theophanes und anderen wiederholten Ursache – Bestrafung
 früherer Missetaten – könnte es sich um das offizielle Verdikt
 handeln, das über die Ursachen für Vitalians Tod kursierte (vgl.
 <bibl><ref target="Greatrex_2007"><title>Greatrex
 (2007)</title></ref></bibl>, 106). In diesem Sinne kann man auch die
 hiesige Formulierung verstehen: ὡς τυραννήσας. Vgl. auch <bibl><ref
 target="Alpi_2006"><title>Alpi (2006)</title></ref></bibl>, 231, für
 den Malalas (bzw. der Autor von O) eine "position strictement
 légitimiste de défense du pouvoir impérial et de la personne du
 monarque" einnimmt. Die theologische Position des Autors spielt dabei
 offensichtlich keine Rolle – auf eine dezidierte Stellungnahme wird
 verzichtet, obwohl mit Vitalian ein prominenter Fürsprecher Chalkedons
 beseitigt worden war. Dieser Verzicht spricht gegen ein stärkeres
 theologisches Engagement des Autors.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001955" xml:space="preserve">
                        <ref>4|5</ref>
                        <p><label>ὡς τυραννήσας:</label>
  ‚als Usurpator‘ (<bibl><ref target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn,
 Meier (2009)</title></ref></bibl>, 426): <ref target="#K000567">6,
 3</ref>.

 (O.G.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K002119" xml:space="preserve">
                        <ref>5|4</ref>
                        <p><label>Ῥωμανίας:</label>
  Über diese vernakuläre Bezeichnung des östlichen römischen Staates:
 <ref target="#K002355">16, 21</ref>.

 (O.G.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001973" xml:space="preserve">
                        <ref>5|5</ref>
                        <p><label>πραιδεύσας:</label>
  Lehnwort aus dem Lateinischen von <emph
 rend="italics">praedari</emph> bzw. <emph
 rend="italics">praeda</emph>: <ref target="#K002485">2, 7</ref>.

 <lb/><lb/>

  Das Verb wurde schon früher im Zusammenhang mit Vitalians Rebellion
 verwendet, kehrt hier also gewissermaßen wieder (<ref
 target="#K002484">16, 16</ref>: καὶ ἦλθεν *πραιδεύων* πάλιν πᾶσαν
 τὴν Θρᾴκην καὶ τὴν Εὐρώπην, ἕως οὗ ἦλθεν ἐν Συκαῖς καὶ ἐπὶ τὸν
 Ἀνάπλουν πέραν Κωνσταντινουπόλεως βουλόμενος καὶ αὐτὴν
 Κωνσταντινούπολιν λαβεῖν).

 (O.G., F.B)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
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