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                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 111</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260603-000003</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260603</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
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            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000103" n="B000103" rend="inline" type="section">
  <p>            <mentioned>Frag. Tusc.</mentioned> IV, p. 26 Mai; Theoph. 225, 21–25 de Boor (zum
            Jahr 546/7)
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000439" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K001498"/>Μηνὶ ἰουνίῳ κϛʹ, ἰνδικτιῶνι τῇ αὐτῇ, <anchor xml:id="K001478"/>ἐδέχθη <anchor xml:id="K001478"/>ὁ ἐπίσκοπος Ῥώμης 
                    <lb n="2"/>Βιγίλιος ὑπὸ τοῦ βασιλέως· ἦν γὰρ <anchor xml:id="K001399"/>ἀγανακτηθεὶς καὶ προσφυγίῳ 
                    <lb n="3"/>χρησάμενος <anchor xml:id="K001506"/>εἰς τὸν ἅγιον Σέργιον <anchor xml:id="K001404"/>τοῖς <anchor xml:id="K001405"/>ἐπίκλην τῶν <anchor xml:id="K001391"/>Ὁρμίσδου. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K001498" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Μηνὶ ἰουνίῳ κϛʹ, ἰνδικτιῶνι τῇ αὐτῇ:</label>
  Dass sich der Rückverweis „in derselben Indiktion“ auf die in XVIII 106
 genannte dreizehnte Indiktion (549/50) bezieht, bestätigen die <emph
 rend="italics">Fragmenta Tusculana</emph>, aus denen sich diese
 Indiktion auch für den unmittelbar voranstehenden Abschnitt XVIII 110
 ergänzen lässt (<ref target="#K001505">18, 110</ref>). Auffällig ist
 die Tagesangabe mit dem 26. Juni: Während XVIII 110 über die <emph
 rend="italics">Fragmenta</emph> auf April gelegt werden kann, findet
 sich in XVIII 109 der 28. Juni als Tagesangabe, mithin also ein
 späteres Datum. Abermals zeigt sich in dieser Passage also die
 Ungenauigkeit der chronologischen Anordnung in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> (für ähnliche Fälle <ref
 target="#K000855">18, 77</ref>; <ref target="#K001490">18, 100</ref>
 <ref target="#K001434">18, 119</ref>). Wie schon im vorangegangenen
 Abschnitt, so scheint auch hier mit Blick auf die absolute Chronologie
 ein Fehler vorzuliegen: Die (gleich zweifache) Flucht des Vigilius ins
 Kirchenasyl ist nicht für 550, sondern für den Herbst/Winter 551/52
 überliefert (insbes. Vigilius, <emph rend="italics">Epistulae</emph>
 (<bibl><ref target="Schwartz_1940c"><title>Schwartz
 (1940c)</title></ref></bibl>); dazu <bibl><ref
 target="Schwartz_1940b"><title>Schwartz (1940b)</title></ref></bibl>,
 67–69; <bibl><ref target="Stein_1949"><title>Stein
 (1949)</title></ref></bibl>, 648–652) und es mutet äußerst
 unwahrscheinlich an, dass hier von einem früheren, sonst unbekannten
 Fall berichtet wird (<ref target="#K001501">18, 104</ref>). Auf dieser
 Basis korrigiert <bibl><ref target="Stein_1949"><title>Stein
 (1949)</title></ref></bibl>, 652, Anm. 1 das Datum für die Versöhnung
 von Papst und Kaiser auf den 26. Juni 552 (statt 550). Die hier in den
 Zeilen 2–3 berichtete Vorgeschichte müsste dann in das Jahr 551 fallen
 (vgl. <bibl><ref target="Mango_Scott_1997"><title>Mango, Scott
 (1997)</title></ref></bibl>, 328 Anm. 4). Die Einordnung des
 Ereignisses bereits in das Jahr 546/47 bei Theophanes (225, 21–25 de
 Boor) ergibt sich daraus, dass er für den entsprechenden Eintrag
 Ereignisse mehrerer Jahre zusammengezogen hat (ebd., 328 Anm. 2; <ref
 target="#K001479">18, 97</ref>).

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001399" xml:space="preserve">
                        <ref>2|7</ref>
                        <p><label>ἀγανακτηθεὶς:</label>
  Zum ἀγανακτεῖν-Vokabular in der <emph rend="italics">Chronographia,
 welches im Aktiv oft zur Charakterisierung des Movens einer (meistens
 kaiserlichen) Aktion benutzt wird und in Passiv, wie hier, zur Angabe
 der Gegenrichtung bzw. des ‚Opferseins‘ eines solchen Zornes dient,
 <ref target="#K007156">15, 15</ref>.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001506" xml:space="preserve">
                        <ref>3|2</ref>
                        <p><label>εἰς τὸν ἅγιον Σέργιον τοῖς ἐπίκλην τῶν Ὁρμίσδου:</label>
  Gemeint ist die Kirche der Märtyrer Sergios und Bakchos südlich des
 Hippodroms. Der Zentralbau war zwischen 531 und 537 in unmittelbarer
 Nachbarschaft einer von Justinian gestifteten Basilika zu Ehren der
 Apostel Petrus und Paulus errichtet worden, mit der sie durch eine
 gemeinsame Vorhalle verbunden wurde (Procop. <emph
 rend="italics">aed.</emph> I 4,1–8; zum Gebäude <bibl><ref
 target="vanMillingen_1912"><title>vanMillingen
 (1912)</title></ref></bibl>, 62–83; <bibl><ref
 target="Müller-Wiener_1977"><title>Müller-Wiener
 (1977)</title></ref></bibl>, 177–183). Die lateinische Überlieferung
 spezifiziert statt der Kirche der beiden Märtyrer diejenige des Petrus
 und Paulus (unter Bezug auf dieselben Details: <ref
 target="#K001500">18, 111</ref>, vgl. Vigilius, <emph
 rend="italics">Ep.</emph> 1 und 4; <bibl><ref
 target="Schwartz_1940c"><title>Schwartz (1940c)</title></ref></bibl>,
 4, 22), meint aber denselben Gebäudekomplex, wie die Lokalisierung im
 Hormisdas-Viertel (dem nach dem römischen Papst benannten Palastareal)
 eindeutig zeigt.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001404" xml:space="preserve">
                        <ref>3|6</ref>
                        <p><label>τοῖς ἐπίκλην τῶν Ὁρμίσδου:</label>
  Wortwörtlich zu verstehen und zu übersetzen als „in [ist die
 Präposition ἐν hier etwa versehentlich ausgefallen?] den Vierteln
 [τοῖς, mitzudenken ist wohl μέρεσιν o.ä.; μέρος in lokaler Bedeutung
 auch in anderen Fällen implizit in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> <ref target="#K000643">18,
 44</ref>] genannt nach denjenigen [i.e. nach der Familie/Entourage?]
 des Hormisdas“. Der Pluralartikel τῶν wirkt allerdings überflüssig und
 störend; glatter wäre die Singular-Formulierung τοῖς ἐπίκλην τοῦ
 Ὁρμίσδου „in den Vierteln genannt ‚des Hormisdas‘“: Das entspricht
 sinngemäß [es fehlt dort allein der Artikel τοῦ] der Lesart des <emph
 rend="italics">Frag. Tusc.</emph> IV, p. 26 Mai: ἐν τοῖς ἐπίκλην
 Ὁρμίσδου; vgl. auch für eine weitere Singular-Formulierung XVIII 10 ἐν
 τοῖς Ἀντιόχου πλησίον τοῦ ἱππικοῦ Κωνσταντινουπόλεως. Andererseits
 begegnet die Kombination τῶν + Mask. Eigenname im Genitiv zur Angabe
 des Namengebers/Besitzers eines Anwesens o.ä. dreimal in XVIII 135 (τῆς
 οἰκίας τῆς λεγομένης τῶν Ἀππίωνος, τὴν οἰκίαν τὴν λεγομένην τῶν Ἀνδρέου
 und τὴν οἰκίαν τὴν λεγομένην τῶν βαρσυμίου) und kann dort schwerlich
 immer fehlerhaft sein, <ref target="#K001368">18, 105</ref>.

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 </p>
                    </item>
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                    <item corresp="#K001405" xml:space="preserve">
                        <ref>3|7</ref>
                        <p><label>ἐπίκλην:</label>
  ‚genannt‘, bezogen auf ein Gebäude/eine Ortschaft wie in XVIII 17 τὸ
 δημόσιον ... τὸ ἐπίκλην Δαγισθέου; XVIII 112 ἀπὸ τοῦ παρακειμένου τῇ
 θαλάσσῃ ὄρους τοῦ ἐπίκλην Λιθοπροσώπου; XVIII 138 ἐν τοῖς ἐπίκλην
 Πιττακίοις. Des öfteren findet sich das Adverb in der mit Bezug auf
 Personennamen, <ref target="#K001336">13, 39</ref>.

 </p>
                    </item>
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                <list>
                    <item corresp="#K001391" xml:space="preserve">
                        <ref>3|9</ref>
                        <p><label>Ὁρμίσδου:</label>
  Die Handschrift O (f. 314) überliefert ορμιοδου (vgl. <bibl><ref
 target="Bury_1897"><title>Bury (1897)</title></ref></bibl>, 12), was
 mit Sicherheit in den Eigennamen des römischen Papstes der Jahre
 514–523 zu ändern ist, Ὁρμίσδου (so auch <emph rend="italics">Frag.
 Tusc.</emph> IV, p. 26 Mai und Theoph. 225, 22 de Boor).

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
                    <bibl xml:id="Blaudeau_2006a" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="Drecoll_2016" xml:space="preserve">
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                        Miaphysitische Tendenzen bei Malalas?. 
                        Die Weltchronik des Johannes Malalas. Autor – Werk - Überlieferung 2016, 45–57
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                    <bibl xml:id="Puech_2014" xml:space="preserve">
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                        Représentants de l’empereur et interventions dans la sphère religieuse en Orient aux Ve et VIe siècles. 2014, 177–216
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