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                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 116</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260604-000003</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260604</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
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            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K007300" xml:space="preserve">
                        <ref></ref>
                        <p><label></label>
  XVIII 116 berichtet in aller Kürze über die Entscheidungsschlacht
 zwischen den Römern unter Narses und den Goten unter Totila im Konflikt
 um Italien. Die Passage nimmt eine speziell hauptstädtische Perspektive
 ein: Den Ausgangspunkt des Berichtes bildet nicht die Schlacht selber,
 sondern bereits die (nach Konstantinopel vordringende?) Kunde vom Sieg.
 Dabei wird u.a. die symbolische Übermittlung von Totilas Gewand an den
 Kaiser thematisiert, das, wie sich aus Theophanes ergänzen lässt,
 diesem zusammen mit dessen Kopfbedeckung zu Füßen gelegt wurde.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000131" n="B000131" rend="inline" type="section">
  <p>            Theoph. 228, 18–24 de Boor; Cedr. 659, 15–17 Bekker = 409.5 30–32 Tartaglia
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000550" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K001513"/>Καὶ <anchor xml:id="K001697"/>τῷ αὐτῷ μηνὶ ἐπινίκια ἦλθον <anchor xml:id="K001625"/>ἀπὸ Ῥώμης <anchor xml:id="K001508"/>ἀπὸ Ναρσοῦ τοῦ 
                    <lb n="2"/>κουβικουλαρίου καὶ ἐξάρχου Ῥωμαίων. <anchor xml:id="K001698"/>συμβαλόντος γὰρ αὐτοῦ πόλε- 
                    <lb n="3"/>μον μετὰ <anchor xml:id="K001512"/>Τοτίλα, ῥηγὸς τῶν Γότθων, κατὰ κράτος γὰρ νικήσας τὸν πόλε- 
                    <lb n="4"/>μον καὶ αὐτὸν κατέσφαξεν· <anchor xml:id="K001699"/>καὶ ἐπέμφθη τὰ ἱμάτια αὐτοῦ <anchor xml:id="K001600"/>αἱμαγμένα <anchor xml:id="K001604"/>ἐν 
                    <lb n="5"/>Κωνσταντινουπόλει. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K001625" xml:space="preserve">
                        <ref>1|7</ref>
                        <p><label>ἀπὸ Ῥώμης ἀπὸ Ναρσοῦ:</label>
  Die Konjunktion ἀπό erscheint hier zweimal in Folge mit derselben
 Kasusrektion (Genitiv) und zwei unterschiedlichen Funktionen, erst
 lokal („aus Rom“, vgl. <bibl><ref target="Rüger_1895"><title>Rüger
 (1895)</title></ref></bibl>, 36 I), dann als ‚Abstammungsangabe‘
 („vonseiten des Narses“, vgl. <bibl><ref
 target="Rüger_1895"><title>Rüger (1895)</title></ref></bibl>, 36 III).
 Zu Narses (PLRE IIIB (Narses 1), 912–928) <ref target="#K001291">18,
 66</ref> und der Deklination des Eigennamens <ref target="#K001213">18,
 90</ref>. Der Titel ἔξαρχος bezieht sich auf die Rolle des Eunuchen als
 oberster Feldherr des 551 zur Kriegsführung in Richtung Italien
 entsandten römischen Heeres (s. XVIII 110). Narses wird allerdings in
 keinem offiziellen Dokument als <emph rend="italics">magister
 militum</emph> bezeichnet; Prokop oder Agathias nennen ihn στρατηγός
 (PLRE IIIB (Narses 1), 916 mit Referenzen). Zu seiner Kampagne 551/52
 <bibl><ref target="Brodka_2018"><title>Brodka
 (2018)</title></ref></bibl>, 122–164.

 (L.C., J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001512" xml:space="preserve">
                        <ref>3|3</ref>
                        <p><label>Τοτίλα, ῥηγὸς τῶν Γότθων:</label>
  Totila (PLRE IIIB (Totila), 1328–1332) war von 541 bis 552 königlicher
 Heerführer der Ostgoten. In den lateinischen Quellen erscheint er auch
 unter dem Namen Baduila; zu Etymologie und möglichen Erklärungen für
 die doppelte Namensgebung (Totila als Rufname aus Kinderzeiten oder als
 offizieller Titel?) s. ausführlich RGA 31 (2006), s.v. Totila, 92–93
 (H. Reichelt). Zu Totilas Bezeichnung als ῥὴξ τῶν Γότθων: <ref
 target="#K005913">15, 9</ref>. Nach der Ermordung Hildebads 541 (der
 seit der Kapitulation des Witigis 540 ostgotischer König gewesen war)
 wurde Totila als dessen Neffen die Königswürde angetragen, die er unter
 der (bereitwillig erfüllten) Bedingung annahm, man möge zunächst den
 rugischen Konkurrenten Erarich unschädlich machen. In der
 Auseinandersetzung um Italien gelang es ihm, die Goten, die 541 nur
 noch einige Landstriche nördlich des Po kontrollierten, erfolgreich neu
 zu organisieren und den Römern eine Serie von Niederlagen beizubringen:
 542 überschritt er mit einem Heer von 5000 Mann den Po, schlug kurz
 nacheinander zwei römische Heere und brachte 543 Süditalien weitgehend
 unter seine Kontrolle. Der 544 nach Italien zurückgekehrte Belisar
 konnte nicht verhindern, dass Totila 546 kurzzeitig Rom eroberte (diese
 Eroberung erwähnt XVIII 97; bereits Anfang 547 zog sich Totila jedoch
 zurück und Belisar konnte einrücken: <ref target="#K001511">18,
 110</ref>). Nach der Rückberufung des in dieser Kriegsphase weitgehend
 erfolglosen Belisar 548/49 gelang es Totila, zunächst Perugia (Frühjahr
 549), im Januar 550 schließlich erneut auch Rom einzunehmen (auch die
 ‚Rückeroberung‘ der Stadt durch Belisar und die abermalige Einnahme
 durch die Goten berichtet die <emph rend="italics">Chronographia</emph>
 in aller Kürze: XVIII 110). Das von Narses befehligte neu aufgebotene
 römische Entsatzheer konnte Totila 552 schließlich in der Schlacht bei
 den <emph rend="italics">Busta Gallorum</emph> besiegen, wobei der
 Ostgote selbst sein Leben verlor. Auf diese Schlacht wird hier
 eindeutig angespielt. Zu Totilas Feldzügen s. allgemein <bibl><ref
 target="Wolfram_1990b"><title>Wolfram (1990b)</title></ref></bibl>,
 352–359; <bibl><ref target="Leppin_2011a"><title>Leppin
 (2011a)</title></ref></bibl>, 264–275.

 <lb/><lb/>

  Die hiesige Erwähnung Totilas ist gleichzeitig die einzige in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph>, was für die Darstellung in der
 <emph rend="italics">Chronographia</emph> in gewisser Hinsicht
 charakteristisch ist: In XVIII 97 und 110 ist im Zusammenhang mit den
 ostgotischen Eroberungen Roms noch ohne nähere Spezifizierung von „den
 Goten“ die Rede; der Name Totilas erscheint erst in dem Moment
 erwähnenswert, in dem sich Justinians Getreuer Narses damit schmücken
 kann, ihn besiegt und getötet zu haben und in dem (Z. 4–5) die blutigen
 Gewänder des Goten nach Konstantinopel verbracht werden, d.h. als sein
 Ruf als Schrecken der Römer gewinnbringend propagandistisch
 ausgeschlachtet werden konnte.

 (J.B. mit F.B)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001699" xml:space="preserve">
                        <ref>4|5</ref>
                        <p><label>καὶ ἐπέμφθη τὰ ἱμάτια αὐτοῦ αἱμαγμένα ἐν Κωνσταντινουπόλει:</label>
  Theophanes (228, 21–23 de Boor) ergänzt (wahrscheinlich auf Basis einer
 früheren Textversion der <emph rend="italics">Chronographia</emph>)
 weitere Details zu diesem Akt: Demnach wurde dem Kaiser nicht nur das
 Gewand, sondern auch ein mit Steinen verziertes καμηλαυκίον (Totilas
 als Krone interpretierte Kopfbedeckung) geschickt und ostentativ zu
 Füßen gelegt. Das Ganze fand ἐπί σεκρήτου statt, d.h. vermutlich vor
 der Versammlung von Justinians wichtigsten Beratern, jedenfalls nicht
 vor großem Publikum: Vgl. ODB 3 (1991), s.v. Sekreton, 1866 (A.
 Kazdhan). Auf öffentliche Siegfeiern wurde offenbar (vielleicht wegen
 der hohen Verluste?, <bibl><ref target="Leppin_2011a"><title>Leppin
 (2011a)</title></ref></bibl>, 274) verzichtet, wenngleich davon
 auszugehen ist, dass die Überbringung der Kleidung in der Stadt bekannt
 gemacht wurde.

 (O.G.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001604" xml:space="preserve">
                        <ref>4|11</ref>
                        <p><label>ἐν Κωνσταντινουπόλει:</label>
  Ortsbestimmungen mit ἐν + Dativ an Stellen, wo man klassisch
 Richtungsangaben mit εἰς + Akkusativ erwartet hätte, d.h. nach
 geläufigen Verben der Bewegung („gehen (nach)“, „schicken/geschickt
 werden (nach)“ usw. – an dieser Stelle ἐπέμφθη), finden sich sehr oft
 in der O-Version der <emph rend="italics">Chronographia</emph>, <ref
 target="#K000638">18, 43</ref>.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
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                          Brodka (2018): Brodka, Dariusz: 
                        Narses – Politik, Krieg und Historiographie im 6. Jahrhundert n. Chr.. 
                        Berlin 2018
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Bury_1897" xml:space="preserve">
                          Bury (1897): Bury, John B.: 
                        Johannes Malalas: The Text of the Codex Baroccianus. 
                        ByzZ 1897, 219–230
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                    <bibl xml:id="Chilmead_1691" xml:space="preserve">
                          Chilmead (1691): Chilmead, Edmund: 
                        Johannis Antiocheni cognomento Malalae Historia Chronica … nunc primum edita cum Interpret. &amp; Notis Edm. Chilmeadi …. 
                        Oxonii 1691
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Dindorf_1831" xml:space="preserve">
                          Dindorf (1831): Dindorf, Ludwig: 
                        Iohannis Malalae Chronographiae ex recensione L. Dindorfii. 
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                    <bibl xml:id="Körbs_1913" xml:space="preserve">
                          Körbs (1913): Körbs, O.: 
                        Untersuchungen zur ostgotischen Geschichte. 
                        Eisenberg 1913
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                    <bibl xml:id="Leppin_2011a" xml:space="preserve">
                          Leppin (2011a): Leppin, Hartmut: 
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                          McCormick (1986): McCormick, Michael: 
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                          Merz (1911): Merz, Ludwig: 
                        Zur Flexion des Verbums bei Malalas. 
                        Pirmasens 1911
                    </bibl>
      
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                          Rance (2005): Rance, P.: 
                        Narses and the Battle of Taginae (Busta Gallorum) 552: Procopius and Sixth-Century Warfare. 
                        Historia 2005, 424–472
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Roisl_1981" xml:space="preserve">
                          Roisl (1981): Roisl, H. N.: 
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                        JÖB 1981, 25–50
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                    <bibl xml:id="Rüger_1895" xml:space="preserve">
                          Rüger (1895): Rüger, Anton: 
                        Studien zu Malalas. Präpositionen und Adverbien. Das 18. Buch. Die konstantinischen Excerpte. Die tuskulanischen Fragmente. 
                        Bad Kissingen 1895
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                    <bibl xml:id="Stein_1949" xml:space="preserve">
                          Stein (1949): Stein, Ernest: 
                        Histoire du Bas-Empire, Tome II. De la disparition de l’Empire d’Occident à la mort de Justinien (476–565). 
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         </listBibl>
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