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            <titleStmt>
                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 120</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
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                    <resp>Export vom 20260613-000004</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260613</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <date>20260613-000004</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
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        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K007308" xml:space="preserve">
                        <ref></ref>
                        <p><label></label>
  Die folgenden Kapitel zeigen eine dichte Reihe von Katastrophen und
 Unglücksfällen: Sie setzen mit einem „Massensterben“ (θνῆσις ἀνθρώπων)
 in XVIII 120 ein – es folgen eine Hungersnot sowie ein gewaltiges
 Gewitter (Kap. 121), ein Feuer (Kap. 122), ein Erdbeben (Kap. 123). Den
 Höhepunkt und (vorläufigen) Endpunkt erreicht die Schilderung mit dem
 in XVIII 124 geschilderten weiteren Erdbeben.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000115" n="B000115" rend="inline" type="section">
  <p>            Griechisch: Theoph. 230, 15–17 de Boor.


            Der Hinweis auf „Cedr. 676, 10–11“ (Ausgabe Bekker) im Apparat zu diesem Kapitel bei
            [L:Thurn+2000], 418 ist fehl am Platz, da diese Kedrenos-Stelle sich auf eine spätere
            Pest-Welle bezieht (vgl. XVIII 127; Theoph. 232, 13–16 de Boor).


            Arabisch: [L:Allen+1979], 13, Anm. 58 weist auf eine Notiz bei Agapius (PO 8, 433) zu
            einem Pestausbruch in Rom und den umgebenden Ländern mit Datierung in das 28.
            Regierungsjahr Justinians (April 554 – März 555) hin; der Zusammenhang mit der Nachricht
            in der _Chronographia_ ist unsicher.
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000220" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K001672"/>Μηνὶ δεκεμβρίῳ, ἰνδικτιῶνι τῇ αὐτῇ, <anchor xml:id="K001671"/>ἐγένετο <anchor xml:id="K001225"/>θνῆσις ἀνθρώπων ἐν 
                    <lb n="2"/>διαφόροις <anchor xml:id="K001670"/>πόλεσιν. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K001672" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Μηνὶ δεκεμβρίῳ, ἰνδικτιῶνι τῇ αὐτῇ:</label>
  Die Indiktionsangabe bezieht sich – so weit in der überlieferten
 Version der <emph rend="italics">Chronographia</emph> erkennbar –
 auf die in Kapitel XVIII 119 genannte vierte Indiktion (Sept. 555 –
 Aug. 556). Das nachfolgende Kapitel XVIII 121 wird in den Mai
 derselben Indiktion gelegt. Daraus ergäbe sich für die hiesige
 Stelle eine Datierung auf Dezember 555, für die nachfolgende auf Mai
 556. Allerdings wird das in XVIII 119 geschilderte Ereignis im
 überlieferten Text auf Juli der vierten Indiktion (556) datiert,
 mithin <emph rend="italics">später</emph> als das hiesige. Die
 chronologische Reihung ist in der erhaltenen Version von O also
 aufgelöst (= Juli 556 vor Dezember 555 und Mai 556). Es ist zwar
 nicht undenkbar, dass der hiesige Rückbezug sich statt auf XVIII 119
 auf eine weitere Indiktionsangabe bezieht, die in der Überlieferung
 ausgefallen ist, d.h. auf einen hypothetischen nicht überlieferten
 Eintrag zur fünften Indiktion (556/57). Da jedoch XVIII 122 den
 November ebendieser fünften Indiktion (Nov. 556) als Datum hat,
 würde das Grundproblem der vertauschten Reihung dadurch nicht
 aufgehoben (= Dezember 556 vor November 556). Dass, wie in der
 Forschung vorgeschlagen, bei der Indiktionsangabe in XVIII 119 ein
 Schreibfehler vorliegt, erscheint angesichts der Überlieferung
 derselben Angabe in den <emph rend="italics">Excerpta de
 Insidiis</emph> unwahrscheinlich: <ref target="#K001434">18,
 119</ref>. Zudem bietet auch Theophanes (228,5–25) die Ereignisse in
 derselben Reihenfolge für 555/56. Die Passage XVIII 119–121 kann
 daher als einer der klarsten Belege für eine vertauschte
 chronologische Reihung gelten; vgl. für ähnliche Fälle <ref
 target="#K000855">18, 77</ref>; <ref target="#K001490">18,
 100</ref>; <ref target="#K001498">18, 111</ref>. Mit Datierung auf
 Ende 555 <bibl><ref target="Allen_1979"><title>Allen
 (1979)</title></ref></bibl>, 13; Dezember 555: <bibl><ref
 target="Meier_2004a"><title>Meier (2004a)</title></ref></bibl>,
 327f.; allgemeiner auf 555/56 ebd., 667. Abweichend <bibl><ref
 target="Stathakopoulos_2004"><title>Stathakopoulos
 (2004)</title></ref></bibl>, 302f., der die Datierung einer
 eventuell auf dasselbe Ereignis zu beziehenden Stelle bei Agapius
 vorzieht (PO 8, 433: 28. Regierungsjahr Justinians = 554/55). Als
 gesichertes Datierungselement kann letztlich nur die Dezember-Angabe
 angesehen werden.

 <lb/><lb/>

  Dass die Pest gerade in diesem Monat ausbrach, entspricht laut
 <bibl><ref target="Leven_1987"><title>Leven
 (1987)</title></ref></bibl>, 142 und <bibl><ref
 target="Harrison_1993"><title>Harrison (1993)</title></ref></bibl>,
 18 dem Verlauf der Lungenpest, die im Winter besonders verbreitet
 ist. Dass die neuerliche Krankheitswelle in den Winter fällt, ist
 auch für die Datierungsfrage des ersten Ausbruches der Seuche im
 541/42 (XVIII 92) von Bedeutung, da sie gegen das Argument spricht,
 mit dem <bibl><ref
 target="Kislinger_Stathakopoulos_1999"><title>Kislinger,
 Stathakopoulos (1999)</title></ref></bibl>, 88–92 (vgl. <bibl><ref
 target="Stathakopoulos_2004"><title>Stathakopoulos
 (2004)</title></ref></bibl>, 286–288) ihre Datierung des ersten
 Auftretens der Seuche in Konstantinopel ins Frühjahr 542 begründen:
 Demnach sei in den Wintermonaten von einer langsameren Ausbreitung
 der Krankheit auszugehen. Dagegen detailliert <bibl><ref
 target="Meier_2004a"><title>Meier (2004a)</title></ref></bibl>,
 326f., Anm. 117, der neben der hiesigen Stelle auch XVIII 127 zu
 einer weiteren Krankheitswelle in Konstantinopel im Februar 558 ins
 Feld führt.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001671" xml:space="preserve">
                        <ref>1|6</ref>
                        <p><label>ἐγένετο θνῆσις ἀνθρώπων:</label>
  Es handelt sich um einen weiteren Ausbruch der so genannten
 ‚Justinianischen Pest‘: siehe dazu bereits <ref target="#K001230">18,
 90</ref>, <ref target="#K001303">18, 92</ref> mit Literatur.
 Bemerkenswert ist die womöglich auf die <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> zurückgehende Ergänzung bei Theoph.
 230,16–17, wonach insbesondere Kinder verstorben seien (zur Verbreitung
 dieser Notiz in der Parallelüberlieferung <ref target="#K001670">18,
 120</ref>). Laut <bibl><ref target="Meier_2004a"><title>Meier
 (2004a)</title></ref></bibl>, 328 Anm. 122 „[resultiert] die besonders
 hohe Kindersterblichkeit vor allem aus dem Umstand, dass die nach 542
 geborenen Kinder nicht durch Erkrankungen im Zuge dieser Epidemie
 immunisiert waren wie viele der älteren Personen“. Vgl. dazu <bibl><ref
 target="Leven_1987"><title>Leven (1987)</title></ref></bibl>, 149, der
 die demoralisierende Wirkung der hohen Kindersterblichkeitsrate auf die
 Zeitgenossen hervorhebt; ähnlich <bibl><ref
 target="Meier_2005"><title>Meier (2005)</title></ref></bibl>, 93. Auch
 wenn die <emph rend="italics">Chronographia</emph> das Wort θνῆσις
 nahezu immer im Kontext von Massensterben infolge einer Pestseuche
 benutzt, ist θνῆσις (ἀνθρώπων) in erster Linie als „Sterben (von
 Menschen)“ ohne Angabe der bzw. Andeutungen hinsichtlich der
 Todesursache zu übersetzen (anders übersetzen die hiesige Stelle
 <bibl><ref target="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986"><title>Jeffreys,
 Jeffreys, Scott (1986)</title></ref></bibl>, 295: „people died of the
 plague“); für eine Diskussion der θνῆσις-Belege, <ref
 target="#K001223">18, 90</ref>.

 (J.B., L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001670" xml:space="preserve">
                        <ref>2|2</ref>
                        <p><label>πόλεσιν:</label>
  Bis πόλεσιν stimmt der Text von Theophanes’ Chronik für diese
 Episode mit der O-Version der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> nahezu vollständig überein.
 Nach πόλεσιν fügt Theophanes noch μάλιστα δὲ τῶν παίδων hinzu
 (abhänhig von θνῆσις: „ein Massensterben von Menschen ...
 insbesondere von Kindern“), was in O fehlt. Die Präzisierung, dass
 die Krankheit in erster Linie die jüngsten Mitglieder der
 Gesellschaft dahinraffte, hat Theophanes auch für die wenige Jahre
 später (in 557/8) eintretende Welle derselben Pestepidemie in
 Konstantinopel (Theoph. 232, 13-16 de Boor; vgl. auch Cedr. 676,
 10–11 Bekker καὶ μάλιστα τοῖς παιδίοις; die παῖδες sind
 ausgelassen in dem – sonst dem Kedrenos-Text sehr ähnlichen –
 Bericht von Georg. Mon. 642, 22–643, 3 de Boor); wiederum schweigt
 darüber die entsprechende O-Stelle der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph>, XVIII 127; siehe dazu
 <bibl><ref target="Mango_Scott_1997"><title>Mango, Scott
 (1997)</title></ref></bibl>, 338 Anm. 5 u. 340 Anm. 15; <bibl><ref
 target="Rochow_1983"><title>Rochow (1983)</title></ref></bibl>,
 470 u. 471.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
                    <bibl xml:id="Allen_1979" xml:space="preserve">
                          Allen (1979): Allen, P.: 
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                        Byzantion 1979, 5–20
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                    <bibl xml:id="Festugière_1978" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="Harrison_1993" xml:space="preserve">
                          Harrison (1993): Harrison, D.: 
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                          Jeffreys, Jeffreys, Scott (1986): Jeffreys, Elizabeth/Jeffreys, Michael/Scott, Roger: 
                        The Chronicle of John Malalas. A Translation. 
                        Melbourne 1986
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                    <bibl xml:id="Kislinger_Stathakopoulos_1999" xml:space="preserve">
                          Kislinger, Stathakopoulos (1999): Kislinger, E.; Stathakopoulos, D.: 
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                    <bibl xml:id="Leven_1987" xml:space="preserve">
                          Leven (1987): Leven, Karl-Heinz: 
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                    <bibl xml:id="Mango_Scott_1997" xml:space="preserve">
                          Mango, Scott (1997): Mango, Cyril and Scott, Roger: 
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                    <bibl xml:id="Meier_2004a" xml:space="preserve">
                          Meier (2004a): Meier, Mischa: 
                        Das andere Zeitalter Justinians. Kontingenzerfahrung und Kontingenzbewältigung im 6. Jahrhundert n. Chr.. 
                        Göttingen 2004
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Rochow_1983" xml:space="preserve">
                          Rochow (1983): Rochow, Ilse: 
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                    <bibl xml:id="Stathakopoulos_2004" xml:space="preserve">
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         </listBibl>
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