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                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 128</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260509-000002</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
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            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260509</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <date>20260509-000002</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
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        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K007319" xml:space="preserve">
                        <ref></ref>
                        <p><label></label>
  XVIII 128 dreht sich um die Neugestaltung der Hagia Sophia infolge
 eines Teileinsturzes der Kuppel. Dieser war womöglich durch die
 vorangegangenen Erdbeben (XVIII 118, 124) ausgelöst worden, ging jedoch
 nach Ausweis des architekturhistorischen Befundes letztlich auf Fehler
 bei der Konstruktion der Kuppel zurück. Der Schwerpunktsetzung in
 diesem Abschnitt der <emph rend="italics">Chronographia</emph>
 entspricht es gut, dass den Ausgangspunkt des Berichtes der Hinweis auf
 den Wiederaufbau bildet und nicht der auf den Zusammensturz der Kuppel,
 der nur rückblickend betrachtet wird. Die eigentliche Meldung ist in
 diesem Sinne die Großzügigkeit des Herrschers und nicht etwa das – für
 Justinian äußerst unvorteilhafte – geschehene Unglück.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000121" n="B000121" rend="inline" type="section">
  <p>            Griechisch: Theoph. 232, 27–233, 3 de Boor; Cramer <mentioned>Anecd.</mentioned> 2, 114,
            14–22; <mentioned>Meg. Chron.</mentioned> 43 Nr. 12 Schreiner = Nr. 11 Whitby; Cedr.
            676, 20–677, 19 Bekker = 417,1 Tartaglia; Zon. 3, 170, 14-171, 1


            Syrisch: Ps.-Dion. S. 117–118 Witakowski; Mich. Syr. ii 262


            Vgl. auch Agath. <mentioned>Hist.</mentioned> V 9, 3 (174, 18-20 Keydell)
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000207" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K001764"/>Ἐν αὐτῷ δὲ τῷ χρόνῳ <anchor xml:id="K001792"/>φιλοκαλουμένου <anchor xml:id="K001792"/>τοῦ <anchor xml:id="K001714"/>τρούλλου <anchor xml:id="K001714"/>τῆς με- 
                    <lb n="2"/>γάλης ἐκκλησίας, <anchor xml:id="K001716"/>ῥήξας γὰρ ἦν εἰς <anchor xml:id="K001742"/>φανεροὺς τόπους ἐκ τῶν γεγονότων 
                    <lb n="3"/>κατὰ <anchor xml:id="K001789"/>φιλανθρωπίαν θεοῦ φόβων, <anchor xml:id="K001768"/>αἰφνιδίως ἐργαζομένων τῶν <anchor xml:id="K003060"/>Ἰσαύρων 
                    <lb n="4"/><anchor xml:id="K003060"/>ἔπεσε <anchor xml:id="K003060"/>τὸ ἀνατολικὸν μέρος τῆς προϋποστολῆς &lt;τοῦ ἁγίου 
                    <lb n="5"/>θυσιαστηρίου&gt;, καὶ συνέτριψε τὸ <anchor xml:id="K001777"/>κιβούριον σὺν τῇ <anchor xml:id="K001778"/>ἁγίᾳ τραπέζῃ. κατη- 
                    <lb n="6"/>νέχθη δὲ καὶ τὸ λοιπὸν μέρος τὸ ἀπομεῖναν καὶ αὐτὰ τὰ <anchor xml:id="K001773"/>εἰλήματα· <anchor xml:id="K001773"/>ἐκτί- 
                    <lb n="7"/>σθη δὲ <anchor xml:id="K001767"/>ὁ αὐτὸς τροῦλλος <anchor xml:id="K001765"/>ὑψωθεὶς ἐπὶ πόδας εἴκοσι. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K001764" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Ἐν αὐτῷ δὲ τῷ χρόνῳ:</label>
  Die letzte in O genannte Zeitangabe ist der Februar der 6. Indiktion
 (<emph rend="italics">i.e.</emph> Febr. 558, <ref target="#K001700">18,
 127</ref>), die folgende der März der 7. Indiktion (= März 559, <ref
 target="#K001316">18, 129</ref>). Theophanes (232,27-233,3 de Boor),
 dessen Struktur und Wortlaut der O-Version in wesentlichen Teilen
 ähnelt, bietet eine Tagesdatierung auf den 7. Mai und ordnet das
 Geschehen in das Jahr 558/59 – namentlich in das 32. Regierungsjahr
 Justinians – ein. <bibl><ref target="Mango_Scott_1997"><title>Mango,
 Scott (1997)</title></ref></bibl>, 342 Anm. 1 sehen zwischen beiden
 offensichtlich einen Widerspruch; bei einer Zählung des justinianischen
 Regierungsjahres ab dem 1. April (Antritt der gemeinsamen Herrschafft
 mit Justin, vgl. <bibl><ref target="Mango_Scott_1997"><title>Mango,
 Scott (1997)</title></ref></bibl>, 268 Anm. 1) fällt der 7. Mai des 32.
 Regierungsjahres Justinians jedoch genau in das Jahr 558. Die
 Parallelüberlieferung (Cramer <emph rend="italics">Anecd.</emph> 2,
 114, 14 und <emph rend="italics">Meg. Chron.</emph> 43, 12 Schreiner)
 bestätigt sowohl die Tagesdatierung als auch die aus der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> und Theophanes zu erschließende
 Indiktionsangabe (6. Indiktion). Zur Zeitformel: <ref
 target="#K000588">18, 42</ref>.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001715" xml:space="preserve">
                        <ref>1|6</ref>
                        <p><label>φιλοκαλουμένου:</label>
  Das nicht sonderlich geläufige Verb φιλοκαλέω bedeutet primär und
 seiner Etymologie entsprechend (φιλεῖν + καλός) ‚das Schöne lieben‘ und
 wird i.d.R. absolut (d.h. ohne Akkusativobjekt) verwendet, vgl.
 einschlägig den berühmten Perikles-Satz in dem Epitaphios auf die
 Kriegsgefallenen bei Thukydides: φιλοκαλοῦμέν τε γὰρ μετ' εὐτελείας καὶ
 φιλοσοφοῦμεν ἄνευ μαλακίας, „wir lieben das Schöne mit Maß und die
 Weisheit ohne Weichlichkeit“ (Thuc. 2, 40, 1; laut <bibl><ref
 target="Kakridis_1961"><title>Kakridis (1961)</title></ref></bibl>, 48
 ist φιλοκαλεῖν „ein neugeprägtes Wort ... offenbar dem φιλοσοφεῖν
 nachgebildet“; in der klassischen Zeit war jedenfalls das Adjektiv
 φιλόκαλος bereits im Umlauf [e.g. Isocr. <emph
 rend="italics">Or</emph>. 1, 10 u. 27; Xen. <emph
 rend="italics">Mem</emph>. 3, 11, 9], welches möglicherweise der
 thukydideischen Neuprägung – falls es sich dabei um eine solche handelt
 – auch Pate stand).

 <lb/><lb/>

  An dieser Stelle weist das Verb die erst spätantike Bedeutung
 ‚reparieren‘, ‚(wieder) in Ordnung bringen‘ und die transitive
 Konstruktion auf (d.h.: es steht in Relation zu einem Objekt, welches
 die von ihm zum Ausdruck gebrachte Aktion erfährt; hier ist es die
 Kuppel der Hagia Sophia, die das φιλοκαλεῖν erlebt); vgl. LSJ s.v.
 φιλοκαλέω 5 mit relevanten Belegen erst aus Werken aus dem 6. Jh.;
 LGRBP s.v. φιλοκαλέω, mit zusätzlichem Hinweis auf einen
 mittelbyzantinischen Beleg aus Theodoros Studites, PG 99, 1744A μὴ δὶς
 καὶ τρὶς τῆς ἐβδομάδος φιλοκαλῇ τὸν νάον τοῦ Θεοῦ, „er <emph
 rend="italics">scil</emph>. der κανδηλάριος] möge den Tempel Gottes
 nicht mehr als zweimal oder dreimal die Woche pflegen“). Da es sich an
 der hiesigen Stelle eindeutig um (weitreichende) Reparaturarbeiten an
 einem bereits existierenden Gebäude handelt, darf man φιλοκαλεῖν mit
 ‚restaurieren‘ gleichsetzen (vgl. in diesem Sinne die Übers. <bibl><ref
 target="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986"><title>Jeffreys, Jeffreys, Scott
 (1986)</title></ref></bibl>, 297); vgl. den affinen Usus des
 stammverwandten Substantivs φιλοκαλία in XVII 15 οἰκήματα &lt;τῶν
 θεμελίων&gt; [transp. <bibl><ref
 target="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986"><title>Jeffreys, Jeffreys, Scott
 (1986)</title></ref></bibl>, 237, <ref target="#K001793">17, 15</ref>]
 φιλοκαλίας τυγχάνοντα („Die Gebäude erhielten ihre Reinigung bei/an den
 Fundamenten“), womit die nach einer Überflutung nötig gewordene
 Sanierung der am Flussufer gelegenen Privathäuser in Edessa beschrieben
 wird. Gegenüber der Bedeutung ‚restaurieren‘ an hiesiger Stelle ergänzt
 die deutsche Übersetzung den Fürsorge-Aspekt, der sich aus der
 wörtlichen Bedeutung des Begriffes (‚das Schöne lieben‘) durchaus
 herauslesen lässt: „nahm man sich großzügig der Wiederherstellung [...]
 an“ (<bibl><ref target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 520). Ιn X 8 hat φιλοκαλεῖν die ähnliche,
 jedoch nicht identische Bedeutung ‚schmücken‘, ‚verzieren‘, da dort die
 Rede von einer Neugründung (nicht von einer Reperatur) ist: φιλοκαλήσας
 αὐτά μουσώσει καὶ μαρμάροις, „indem er <emph
 rend="italics">scil</emph>. Kaiser Tiberius] sie <emph
 rend="italics">scil</emph>. die von ihm neu gebauten Tetrapylen in der
 Umgebung von Antiochia] mit Mosaik und Marmor schmückte“.

 <lb/><lb/>

  Zur Wortfamilie φιλοκαλ- in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> siehe <bibl><ref
 target="Festugière_1978"><title>Festugière (1978)</title></ref></bibl>,
 234, weitere Belege aus der spätantiken christlichen und
 hagiographischen Literatur bei <bibl><ref
 target="Festugière_1959"><title>Festugière (1959)</title></ref></bibl>,
 143 (aus der <emph rend="italics">Vita S. Hypathii</emph> und der <emph
 rend="italics">Vita Sabae</emph>) und <bibl><ref
 target="Festugière_1962"><title>Festugière (1962)</title></ref></bibl>,
 96 Anm. 209 (<emph rend="italics">Vita Sabae</emph>).

 <lb/><lb/>

  Sowohl an der hiesigen Stelle (f. 317v) als auch für X 18 überliefert
 die Handschrift O statt φιλοκαλ- die Form φιλοκα*λλ*- (als ob das Verb
 aus φιλεῖν und dem Substantiv κάλλος zusammengesetzt wäre). Diese
 Schreibweise ist sonst nicht belegt; gegen sie sprechen auch die
 verwandten Formen φιλοκαλία, φιλόκαλος u.ä., mit einfachem Lambda. Die
 Korrektur von φιλοκαλλ- in φιλοκαλ- in X 18 (vorgenommen durch
 <bibl><ref target="Dindorf_1831"><title>Dindorf
 (1831)</title></ref></bibl>, 232) und an dieser Stelle (vorgenommen
 bereits durch <bibl><ref target="Chilmead_1691"><title>Chilmead
 (1691)</title></ref></bibl>, II, 235 Anm. 1, gefolgt von <bibl><ref
 target="Dindorf_1831"><title>Dindorf (1831)</title></ref></bibl>, 490)
 dürfen somit als gesichert gelten (trotz der Zweifel von <bibl><ref
 target="Thurn_2000"><title>Thurn (2000)</title></ref></bibl>, 420 in
 seinem App. cr. zur Stelle [zu Chilmeads Eingriff kommentiert er „an
 perperam?“]). Die Form φιλοκαλ- haben schließlich auch alle Zeugnisse
 der Parallelüberlieferung zu dieser Stelle (<emph rend="italics">Meg.
 Chron.</emph> 43 Nr. 12 Z. 2 Schreiner; Theoph. 232, 27 de Boor; Cedr.
 676, 20 Bekker), was unabhängig von der Frage, ob sie die Version des
 Urtexts der <emph rend="italics">Chronographia</emph> bewahren oder
 nicht, die Schreibweise mit einfachem Lambda endgültig bestätigt.

 (L.C., J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001714" xml:space="preserve">
                        <ref>1|8</ref>
                        <p><label>τρούλλου:</label>
  ‚Kuppel‘, erst spätantik-frühbyzantinischer Latinismus aus dem Wort
 <emph rend="italics">trulla</emph> (eigentlich ‚die Schöpfkelle‘, in
 übertragener Bedeutung dann für andere kellenförmige bzw. im Inneren
 hohle Gegenstände, Gefäße, Behälter), siehe <bibl><ref
 target="Festugière_1978"><title>Festugière (1978)</title></ref></bibl>,
 241; <bibl><ref target="James_1990"><title>James
 (1990)</title></ref></bibl>, 223. Das Wort τροῦλλος wird in O zwei
 weitere Male verwendet – ausschließlich für das Gewölbe der Hagia
 Sophia, vgl. ὁ αὐτὸς τροῦλλος in der letzten Zeile dieses Kapitels <ref
 target="#K001767">18, 128</ref> und XVIII 143 τῷ τρoύλλῳ.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001742" xml:space="preserve">
                        <ref>2|7</ref>
                        <p><label>φανεροὺς:</label>
  Für das Adjektiv φανερός ‚gewiss‘, meistens quantitativ zu verstehen
 als ‚viel‘ bzw. im Plural ‚viele‘, in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph>: <ref target="#K001003">18,
 112</ref>.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001789" xml:space="preserve">
                        <ref>3|2</ref>
                        <p><label>φιλανθρωπίαν:</label>
  Die Verwendung von φιλανθρωπία entspricht der verbreiteten Idee eines
 ‚bekehrenden‘ Eingriffes Gottes in das irdische Geschehen durch
 Entsenden von Naturkatastrophen; dazu <ref target="#K001744">10,
 12</ref>. Bemerkenswert ist an dieser Stelle die beiläufige Erwähnung
 im Rahmen eines zeitlichen Rückgriffes, die die Selbstverständlichkeit
 der Interpretation bezeugt. φιλανθρωπία ist auch ein Schlüsselbegriff
 in der kaiserlichen Selbstdarstellung Justinians, der sich in
 entsprechenden Zuschreibungen propagandistisch zum „gleichberechtigten
 Partner und Kollaborateur Gottes“ stilisiert: Zitat <bibl><ref
 target="Hunger_1975"><title>Hunger (1975)</title></ref></bibl>, 340f.
 zu Iust. <emph rend="italics">Ed.</emph> 7; vgl. hierzu außerdem
 <bibl><ref target="Meier_2004a"><title>Meier
 (2004a)</title></ref></bibl>, 119; zur Gottesnähe in Justinians
 Herrschaftspropaganda allgemein ebd., 118–136.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001768" xml:space="preserve">
                        <ref>3|5</ref>
                        <p><label>αἰφνιδίως ἐργαζομένων τῶν Ἰσαύρων:</label>
  Zu Isaurien: <ref target="#K002340">2, 8</ref>. Die Isaurier kannte
 man als Bau- und insbesondere Steinhandwerker, vgl. <bibl><ref
 target="Mango_1966"><title>Mango (1966)</title></ref></bibl> mit einer
 Reihe von Belegen. Für die hier beschriebenen Isaurier, die eindeutig
 mit der Ausbesserung der Kuppel beschäftigt waren, vermutet Mango
 (ebd., 364f.), dass es sich um Experten für die Ausführung von
 Gewölben handelte.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001777" xml:space="preserve">
                        <ref>5|5</ref>
                        <p><label>κιβούριον:</label>
  Der Begriff <emph rend="italics">ciborium</emph>, gräzisiert meist
 κιβώριον, bezeichnet einen überwölbten oder pyramidalen Aufbau auf vier
 oder sechs Säulen, der im kirchlichen Kontext den Altar überdachte.
 Bereits in römischer Zeit wurden Gräber mit <emph
 rend="italics">ciboria</emph> überdacht, was diese nicht nur vor dem
 Wetter schützte, sondern auch ihre Sichtbarkeit erhöhte; hieraus ergibt
 sich auch die Verwendung über dem das Grab Gottes symbolisierenden
 Altar in christlichen Kirchen: ODB 1 (1991), 462, s.v. Ciborium (L.
 Bouras). Das neue <emph rend="italics">ciborium</emph> der Hagia
 Sophia, das zu deren Wiedereinweihung errichtet wurde, war laut Paulos
 Silentiarios mit Silber verziert (720–754).

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001778" xml:space="preserve">
                        <ref>5|8</ref>
                        <p><label>ἁγίᾳ τραπέζῃ:</label>
  Die ἁγία τράπεζα bezeichnet den Altar, der in byzantinischen Kirchen
 zunächst vor, später innerhalb der östlich abschließenden Apsis
 platziert wurde. In byzantinischen liturgischen Kommentaren wurde dem
 Altar ein breites Spektrum an Bedeutungen zugeschrieben, z.B. Grablege
 Jesu, Tisch des letzten Abendmahles, Thron Gottes. Ab dem 4. Jh., etwa
 gleichzeitig mit seiner räumlichen Fixierung innerhalb des Kirchenbaus,
 wurde der Altar meist aus Stein (statt wie zuvor meist aus Holz)
 gefertigt. Im Sockel oder der Plinthe des Altars wurden seit dem 4. Jh.
 häufig Reliquien niedergelegt, was sich ab dem 8. Jh. als unabdingbarer
 Usus etablierte: ODB 1 (1991), 71, s.v. Altar (R.F. Taft/L. Bouras).

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001773" xml:space="preserve">
                        <ref>6|12</ref>
                        <p><label>εἰλήματα:</label>
  Das seltene Nomen εἴλημα bezeichnet – seiner Etymologie ganz
 entsprechend (ἕλιξ + Nominalsuffix -μα) – die Spirale, davon ausgehend
 auch spiralenförmige Gegenstände wie eine zusammengefaltete Schnur
 (Sext. Emp. <emph rend="italics">Adv. math.</emph> 7, 187 εἴλημα
 σχοινίου). In der <emph rend="italics">Chronographia</emph> bedeutet
 εἴλημα präzise ‚gewölbter Bogen‘ als Bestandteil eines größeren Baus
 (vgl. GLRBP s.v. εἴλημα 2); neben dieser Stelle (die einzige, die
 <bibl><ref target="Thurn_2000"><title>Thurn
 (2000)</title></ref></bibl>, 485 in das <emph rend="italics">Index
 verborum ad res Byzantinas spectantium</emph> aufgenommen hat, mit der
 Übersetzung <emph rend="italics">fornix</emph>) begegnet das Substantiv
 noch in X 8 τετράπυλα διὰ εἰλημάτων (‚vaulted <emph
 rend="italics">tetrapyla</emph>‘ in der Übersetzung von <bibl><ref
 target="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986"><title>Jeffreys, Jeffreys, Scott
 (1986)</title></ref></bibl>, 124), XIII 30 ἐπάνω τῶν εἰλήματων τοῦ
 χειμάρρου (gewölbtes Tragwerk der Brücke über den Bach Parmenios) und
 XVIII 143 (wieder bezüglich der Kuppel der Hagia Sophia), siehe hierzu
 einschlägig <bibl><ref target="Millet_1923"><title>Millet
 (1923)</title></ref></bibl>, 604 ‚arcs et coupole‘. Wenige weitere,
 ausschließlich spätantike Belege für diese Bedeutung von εἴλημα in LSJ
 s.v. εἴλημα III und IV.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001767" xml:space="preserve">
                        <ref>7|3</ref>
                        <p><label>ὁ αὐτὸς τροῦλλος:</label>
  „Die besagte Kuppel“, der Rückverweis gilt der in der ersten Zeile des
 Kapitels erwähnten Kuppel der Hagia Sophia.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001765" xml:space="preserve">
                        <ref>7|6</ref>
                        <p><label>ὑψωθεὶς ἐπὶ πόδας εἴκοσι:</label>
  „hochgezogen über zwanzig Füße“; zur Präposition ἐπί mit Akkusativ als
 Ausdruck sowohl der zeitlichen als auch der räumlichen Ausdehnung in
 der <emph rend="italics">Chronographia</emph> <bibl><ref
 target="Rüger_1895"><title>Rüger (1895)</title></ref></bibl>, 41. Mit
 diesem Hinweis auf die Erhöhung der Kuppel fällt O wieder mit
 Theophanes’ Chronik (fast) wortwörtlich zusammen (Theoph. 233, 2–3 de
 Boor; vgl. auch Cedr. 677, 3–4 Bekker). Der bei Theophanes zwischen der
 Beschreibung des Einsturzes (bis Theoph. 232, 32 de Boor) und dieser
 Erwähnung des Resultats der Bauarbeiten (die Kuppel wurde höher)
 dazwischengeschobene, hochinteressante Exkurs zu den Ursachen der
 Statikprobleme der Hagia Sophia <ref target="#K001137">18, 128</ref>
 fehlt in O. Ob dieser Exkurs auf eine längere Fassung desselben
 zurückgeht, welche Theophanes noch vorlag, ist eine nicht mehr mit
 Sicherheit zu beantwortende Frage; zum Vergleich zwischen Theophanes
 und der <emph rend="italics">Chronographia</emph> im Einzelnen siehe
 <bibl><ref target="Rochow_1983"><title>Rochow
 (1983)</title></ref></bibl>, 471; optimistisch <bibl><ref
 target="Mango_1966"><title>Mango (1966)</title></ref></bibl>, 358 („a
 text ultimately deriving from the complete Malalas“). Zur
 Parallelüberlieferung siehe auch <bibl><ref
 target="Schreiner_1977"><title>Schreiner (1977)</title></ref></bibl>,
 77, hilfreich <bibl><ref target="Millet_1923"><title>Millet
 (1923)</title></ref></bibl>, 603 mit vergleichender Zusammenstellung
 der Texte.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
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