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                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 129</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
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                    <resp>Export vom 20260509-000002</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
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            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260509</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
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                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
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        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K007320" xml:space="preserve">
                        <ref></ref>
                        <p><label></label>
  Kapitel XVIII 129 dreht sich um einen Einfall der Hunnen und Sklavenen
 (Slawen) in Thrakien. Der vorhandene Text berichtet von der
 Auseinandersetzung zwischen Römern und Barbaren bis hin zu letzterer
 Eindringen in den Bereich hinter den „konstantinopolitanischen Mauern“,
 d.h. die unter Anastasius erbauten bzw. fertiggestellten „langen
 Mauern“ in Thrakien. Die Passage bricht im <emph rend="italics">Codex
 Baroccianus</emph> nach einigen Zeilen wegen eines Seitenausfalles ab;
 Thurn hat die Passage jedoch durch die entsprechende Stelle bei
 Theophanes (233 de Boor) ergänzt: <bibl><ref
 target="Thurn_2000"><title>Thurn (2000)</title></ref></bibl>, 421f.
 Dort findet sich für die ersten Zeilen ein mit dem <emph
 rend="italics">Codex Baroccianus</emph> eng verwandter Text. Daran
 schließen sich bei Theophanes noch umfassende Ausführungen über die
 Reaktionen des Kaisers sowie die Abwehr der Eindringlinge durch dessen
 Feldherrn Belisar an. Inwiefern sein Text auf die <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> zurückgeht bleibt aber unsicher.

 (J.B., O.G.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000089" n="B000089" rend="inline" type="section">
  <p>            Theoph. 233,4--11 de Boor (entspricht XVIII 129), Theoph. 233, 11--234,12 de Boor
            (Fortsetzung); Cedr. 677,20-678,14 Bekker = 417,2 Tartaglia (nach [L:Weiss+1988], 46 aus
            Theophanes); Men. Prot. II 1,13-32.

            Syr.: Mich. Syr. IX 33 (269).

            Vgl. Vict. Tonn. ad a. 560 = Chron. Min. II 205 Mommsen; Agath. V 11,5--V 25.
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000347" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K001316"/>Μηνὶ μαρτίῳ ἰνδικτιῶνος ζʹ ἐπανέστησαν οἱ <anchor xml:id="K001317"/>Οὗννοι καὶ οἱ Σκλᾶ- 
                    <lb n="2"/>βοι τῇ Θρᾴκῃ <anchor xml:id="K001340"/>&lt;πλήθη πολλά&gt;· καὶ <anchor xml:id="K001341"/>πολεμήσαντες πολλοὺς ἀπέκτειναν 
                    <lb n="3"/>καί τινας <anchor xml:id="K001321"/>ἐπραίδευσαν· τὸν <anchor xml:id="K001322"/>δὲ υἱὸν <anchor xml:id="K001323"/>Βάκχου &lt;τοῦ πρεσβυτέρου&gt; <anchor xml:id="K001329"/>Σέργιον 
                    <lb n="4"/>τὸν στρατηλάτην καὶ <anchor xml:id="K001324"/>Ἐδέρμαν <anchor xml:id="K001325"/>μειζότερον <anchor xml:id="K001326"/>Καλοποδίου <anchor xml:id="K006014"/>ἐπραίδευσαν, λα- 
                    <lb n="5"/>βόντες αὐτοὺς αἰχμαλώτους. <anchor xml:id="K001327"/>ηὗρον δὲ τοῦ <anchor xml:id="K001331"/>τείχους <anchor xml:id="K001328"/>Κωνσταντινουπόλεως 
                    <lb n="6"/>τόπους <anchor xml:id="K001333"/>καταπεπτωκότας, κἀκεῖθεν εἰσελθόντες κατέδραμον ἕως τοῦ 
                    <lb n="7"/>ἁγίου Στρατονί[κου]*** 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K001316" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Μηνὶ μαρτίῳ ἰνδικτιῶνος ζʹ:</label>
  Die siebte Indiktion bezieht sich in diesem Fall auf September 558 bis
 August 559. Die März-Angabe meint also den März des Jahres 559. Sie
 deckt sich mit der Datierung auf das 32. Regierungsjahr Justinians
 (April 558 bis März 559) in Theoph. 232,16--21 de Boor. In den
 ausführlichen Berichten bei Agathias (V 11,5--V 24) und Menander
 Protektor (Fr. 2,1) fehlen absolute Datumsangaben. Agathias legt seinen
 Bericht jedoch in das Jahr eines erneuten Pestausbruches (mit hoher
 Wahrscheinlichkeit desjenigen von 558: XVIII 127 = Februar 558). Zudem
 lässt der Verweis auf das Überqueren der zugefrorenen Donau (Agath. V
 11,5) auf winterliche Temperaturen schließen. Ein abweichendes Datum
 hat möglicherweise Victor von Tunnuna, der einen Einfall für das Jahr
 560 überliefert (Vict. Tonn. ad ann. 560 = Chron. Min. II 205 Mommsen).
 Mit Datierung auf 559 <bibl><ref target="Meier_2004a"><title>Meier
 (2004a)</title></ref></bibl>, 669; <bibl><ref
 target="Sarantis_2016"><title>Sarantis (2016)</title></ref></bibl>,
 336; auf Winter 558/559 <bibl><ref
 target="Liebeschuetz_2007"><title>Liebeschuetz
 (2007)</title></ref></bibl>, 112.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001340" xml:space="preserve">
                        <ref>2|4</ref>
                        <p><label><πλήθη πολλά>:</label>
  Der Ausdruck ist von <bibl><ref target="Thurn_2000"><title>Thurn
 (2000)</title></ref></bibl> inseriert (im Sinne von „Gewaltige Massen“,
 siehe <bibl><ref target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 520) aus Theoph. 233,7 de Boor, der für
 seine Beschreibung der Erhebung die Darstellung der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> als seine Hauptquelle benutzt hat.
 In dieser Hinsicht wirft allerdings Theophanes’ Text die Frage nach
 seiner eigenen Umformung des vorliegenden Kapitels und (eventuell) nach
 der Verfügbarkeit alternativer Quellen auf, die in Bezug zum Problem
 des Urtextes steht (siehe dazu auch unten im Kommentar dieses
 Kapitels). Theophanes folgt den ersten Zeilen von XVIII 129 mit
 Sorgfalt (trotz der üblichen Umformung, die auch hier beobachtet werden
 kann), aber in diesem Fall dokumentieren die anderen Zeugen des
 Berichtes (Cedr. 677,21, Mich. Syr. IX 33 - die allerdings den Text
 sicher abkürzen) nicht die Wendung πλήθη πολλά; die Einfügung ist
 insofern plausibel; man kann aber nicht definitiv ausschließen, dass es
 sich um eine spätere Ergänzung handelt.

 <lb/><lb/>

  Dass die Zahl der in das Reich eingedrungenen Angreifer hoch war, lässt
 sich auch aus Agathias schließen, der eine der insgesamt drei
 kutrigurischen Abteilungen auf 7000 Berittene beziffert (Agath. V
 12,5). Die Schätzung von <bibl><ref
 target="Sarantis_2016"><title>Sarantis (2016)</title></ref></bibl>,
 339, nach der die Gesamtzahl der Beteiligten mindestens diejenige des
 früheren Kutrigureneinfalles von 551 (12000 Mann) erreicht habe,
 erscheint auf dieser Basis durchaus plausibel. Der Bericht in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> (auch im über Theophanes ergänzten
 Text) beschreibt nur die Auseinandersetzung mit jenen 7000 Mann, die
 von dem kutrigurischen Anführer Zabergan in Richtung Konstantinopel
 geführt worden waren.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001341" xml:space="preserve">
                        <ref>2|7</ref>
                        <p><label>πολεμήσαντες:</label>
  Nach Agathias konnten die Kutriguren zunächst kampflos bis zu den
 „langen Mauern“ und darüber hinaus vordringen (Agath. V 13,5).
 Hiesige Darstellung korrigiert diese Version insoweit, als die
 Hunnen zwar offensichtlich auf römische Einheiten trafen, diesen
 jedoch schwere Verluste beibrachten und zahlreiche von ihnen -
 darunter auch einige von hohem Rang - gefangennehmen konnten: Vgl.
 <bibl><ref target="Mango_Scott_1997"><title>Mango, Scott
 (1997)</title></ref></bibl>, 343, Anm. 8; <bibl><ref
 target="Sarantis_2016"><title>Sarantis
 (2016)</title></ref></bibl>, 342.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001321" xml:space="preserve">
                        <ref>3|3</ref>
                        <p><label>ἐπραίδευσαν:</label>
  Lateinisches Lehnwort von <emph rend="italics">praedari</emph> bzw.
 <emph rend="italics">praeda</emph>: <ref target="#K002485">2, 7</ref>.
 Normalerweise wird πραιδεύω in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> im Sinne von ‚plündern, berauben‘
 in Verbindung mit dem Akkusativ zur Angabe der geplünderten Orte und
 Objekte (τὴν χώραν/τὴν πρώτην Συρίαν/...) verwendet. Die Menschen, die
 eventuell Subjekt der passiven Form sein können, sind die, die beraubt
 werden (vgl. z.B XVI 17). Bei der hier betrachteten Stelle findet man
 jedoch gleich zweimal πραιδεύω im Sinne von ‚abfangen‘: Diese
 außergewöhnliche Bedeutung wird durch die anschließende Erklärung
 λαβόντες αὐτοὺς αἰχμαλώτους sowie durch Theophanes’ Umformulierung und
 Ersetzung von ἐπραίδευσαν durch ἐπίασαν (233, 6 de Boor) bestätigt.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001329" xml:space="preserve">
                        <ref>3|10</ref>
                        <p><label>Σέργιον:</label>
  Sergios, Sohn des Bakchos (PLRE IIIB (Sergius 4), 1124-1128) war ein
 Neffe des umstrittenen Prätoriumspräfekten in Africa, Solomon († 544).
 Von 543 bis 544 fungierte er als Statthalter (vermutlich im Rang eines
 <emph rend="italics">dux</emph>) in Tripolitanien; 544 folgte er seinem
 Onkel als <emph rend="italics">praefectus praetorio Africae</emph> nach
 – Prokop zufolge (<emph rend="italics">BV</emph> II 22,2) zum großen
 Unglück der Provinz. 545 wurde der Oberbefehl über Africa geteilt, bald
 darauf Sergios ganz abberufen. Bei seiner hier berichteten
 Gefangennahme im Jahr 559 trug er den Titel eines <emph
 rend="italics">patricius</emph> (Vict. Tonn. a. 559), während ein
 militärisches Amt für diese Zeit nicht mehr überliefert ist. Auch
 Agathias weiß über das Schicksal des Sergios zu berichten, den er als
 General bezeichnet und der, - nachdem die Kutriguren bei allen ihren
 Unternehmungen Rückschläge hätten hinnehmen müssen - einer der
 zahlreichen Gefangenen gewesen sei, die gegen Lösegeldzahlungen
 freigelassen wurden. Erst kurz zuvor sei er demnach „aufgrund eines
 unglücklichen Schicksals“ (ἀπαισίᾳ τινὶ χρησάμενος τύχῃ) in
 Gefangenschaft geraten (Agath. V 23,8) – Agathias schweigt also auch
 hier über die in der <emph rend="italics">Chronographia</emph> in
 diesem Zusammenhang erwähnten Kampfhandlungen (vgl. <ref
 target="#K001341">18, 129</ref>). Ob Sergios und der weitere in Z. 4
 erwähnte prominente Römer, Edermas den Kutriguren tatsächlich gezielt
 mit Truppen entgegengesandt worden waren, wie <bibl><ref
 target="Sarantis_2016"><title>Sarantis (2016)</title></ref></bibl>, 342
 und 373 annimmt, ist jedoch auch aus heisigem Text nicht eindeutig zu
 erschließen.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001330" xml:space="preserve">
                        <ref>4|4</ref>
                        <p><label>Ἐδέρμαν μειζότερον Καλοποδίου:</label>
  Zu Edermas, der nur hier (und, aus der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> schöpfend, in Theoph. 233 de Boor)
 erwähnt ist, PLRE IIIA (Edermas), 434f; Der Baroccianus hat Ἔδερμαν,
 während Theophanes 233,7 de Boor die Form Ἐδερμᾶν mit Circumflex
 voranstellt. In welchem Verhältnis er zum nachfolgend erwähnten
 Kalopodios stand, ist aufgrund der unklaren Textüberlieferung ungewiss:
 Die Übersetzung von μειζότερον Καλοποδίου mit „älterer Sohn des
 Kalopodios“ (<bibl><ref target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 520) bringt angesichts des Eunuchenstatus
 des letzteren Probleme mit sich, während die Bezeichnung von Edermas
 als στρατηγὸς Καλοποδίου bei Theophanes keiner bekannten Funktion
 entspricht. Als plausibelste Lösung erscheint es, dass hier der
 lateinische Titel <emph rend="italics">maior domo</emph> (des
 Kalopodios) ins Griechische übertragen wurde, was von Theophanes nicht
 mehr verstanden und deshalb in die allgemeine Bezeichnung στρατηγός
 umgewandelt wurde: <ref target="#K001325">18, 129</ref>.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001325" xml:space="preserve">
                        <ref>4|5</ref>
                        <p><label>μειζότερον:</label>
  Morphologisch ist μειζότερος der „fortgesetzte Komparativ“ von μέγας,
 der aus der alten Form auf -ων durch Hinzufügung der Endung -τερος
 entstanden ist: Siehe dazu <bibl><ref
 target="Psaltes_1913"><title>Psaltes (1913)</title></ref></bibl>, 190.
 Der Sinn von μειζότερος ist hier nicht klar, da die Bedeutung des
 Adjektivs μείζων aufgrund des Kontextes variiert. Gegen eine
 Übersetzung als „älterer Sohn“ (des Kalopodios) spricht der Umstand,
 dass Kalopodius als Cubicularius Eunuch war: Siehe dazu PLRE IIIA
 (Edermas), 434f.; <bibl><ref target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn,
 Meier (2009)</title></ref></bibl>, 520 (auch wenn nicht auszuschließen
 ist, dass Edermas bereits Kinder gezeugt hatte, bevor er sich
 entschloss, Eunuch zu werden). Stattdessen könnte das Adjektiv
 μειζότερος in Bezug auf sein lateinisches Äquivalent <emph
 rend="italics">maior</emph> interpretiert werden, d.h. im Sinne von
 <emph rend="italics">maior domo</emph> von Kalopodios. Allerdings
 fehlen die Parallelwendungen dazu, und diese Deutung scheint auch im
 Lichte von Theophanes’ Text (233,7 de Boor) problematisch, da dort
 Edermas als ὁ στρατηγὸς Καλοποδίου bezeichnet wird. Es ist möglich,
 dass die Form στρατηγός im Theophanes-Text aus Teophanes’ eigener
 Interpretation seiner Vorlage stammte (vielleicht kannte er das Wort
 μειζότερος im Sinne von <emph rend="italics">maior domo</emph> nicht);
 allerdings bleibt eine reine Äquivalenz zwischen μειζότερος und
 στρατηγός unplausibel, da es keine Vorstellung von ‚στρατηγός von
 jemandem‘ gab: Vgl. dazu PLRE IIIA (Edermas), 434f. und <bibl><ref
 target="Mango_Scott_1997"><title>Mango, Scott
 (1997)</title></ref></bibl>, 342, Anm. 6, die vorschlagen, dass der
 ursprüngliche Text der <emph rend="italics">Chronographia</emph> etwas
 wie Ἐδέρμαν {στρατηγὸν καὶ} μειζότερον Καλοποδίου geboten haben könnte.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001326" xml:space="preserve">
                        <ref>4|6</ref>
                        <p><label>Καλοποδίου:</label>
  Kalopodios wird von Theophanes 233,8 de Boor als ὁ ἐνδόξοτατος
 κουβικουλάριος καὶ πραιπόσιτος, „der illustreste <emph
 rend="italics">cubicularius</emph> und <emph
 rend="italics">praepositus</emph>“ beschrieben; zu dieser Rolle siehe
 <bibl><ref target="Guilland_1967"><title>Guilland
 (1967)</title></ref></bibl>, 269-82. Im Gegensatz zu Bacchus’
 Beschreibung als πρεσβύτερος schlagen die Editoren hier keine Einfügung
 aus Theophanes vor, vielleicht aufgrund der problematischen Lage des
 Satzes (<ref target="#K001325">18, 129</ref>). Falls allerdings alle
 bei Theophanes zu findenden Zusatzinformationen aus einer einzigen
 Quelle stammen und falls diese Quelle mit dem ursprünglichen Text der
 <emph rend="italics">Chronographia</emph> zu identifizieren ist,
 sollten die Beschreibungen der Rollen der gefangengenommenen Soldaten
 vielleicht einheitlicher behandelt werden.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001327" xml:space="preserve">
                        <ref>5|4</ref>
                        <p><label>ηὗρον:</label>
  Zum gelegentlichen Verlust des Augments in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> siehe <bibl><ref
 target="Merz_1911"><title>Merz (1911)</title></ref></bibl>, 9-15. Eine
 gewisse Verschiedenheit weist das Augment der mit εὐ- anlautenden
 Verben auf, besonders im Fall des Verbs εὑρίσκω: Formen mit dem Augment
 sind in der <emph rend="italics">Chronographia</emph> dokumentiert;
 anscheinend zieht er aber augmentlose Formen (εὗρον, εὗρε, ἐξεῦρε,
 ἐφεῦρε usw.) vor.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001331" xml:space="preserve">
                        <ref>5|7</ref>
                        <p><label>τείχους Κωνσταντινουπόλεως:</label>
  Die „konstantinopolitanische Mauer“ ist sicher mit der sogenannten
 anastasianischen Mauer in Thrakien zu identifizieren, die von
 Theophanes explizit bei diesem Namen genannt wird (τείχους τοῦ
 Ἀναστασιακοῦ statt τείχους Κωνσταντινουπόλεως) und bei Agathias unter
 der Bezeichnung „lange Mauern“ erscheint (V 13,5). Die Sperrmauer, die
 wahrscheinlich unter Anastasios fertiggestellt, deren Bau aber
 möglicherweise bereits unter dessen Vorgängern begonnen wurde,
 durchzieht die konstantinopolitanische Halbinsel etwa 65 km westlich
 der Stadt auf einer Länge von 45 km. Sie gehört zu den größten Anlagen
 ihrer Art und ist heute noch auf knapp der Hälfte ihrer Länge
 überirdisch erhalten. Vgl. <bibl><ref target="Croke_1982b"><title>Croke
 (1982b)</title></ref></bibl>; <bibl><ref target="Crow_1995"><title>Crow
 (1995)</title></ref></bibl>; <bibl><ref target="Crow_2013"><title>Crow
 (2013)</title></ref></bibl>. Die Schäden an der Mauer, die es den
 Angreifern erlaubten, diese gefahrlos zu durchqueren, werden von
 Theophanes auf das vorangegangene Erdbeben (wahrscheinlich dasjenige
 vom Dezember 557: XVIII 124 = Theoph. 231 de Boor) zurückgeführt. Hier
 liegt abermals ein Korrektiv zu Agathias vor, der das Erdbeben gar
 nicht erwähnt und stattdessen erklärt, die Pflege der Mauer sei
 vernachlässigt worden und diese daher zerfallen gewesen (Agath. V 13,5;
 vgl. <bibl><ref target="Mango_Scott_1997"><title>Mango, Scott
 (1997)</title></ref></bibl>, 343, Anm. 8).

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001333" xml:space="preserve">
                        <ref>6|2</ref>
                        <p><label>καταπεπτωκότας:</label>
  In Theoph. I 233,10 de Boor wird καταπεπτωκότας von ἐκ τῶν σεισμῶν
 („auf Grund der Erdbeben“) erklärt; auch hier bleibt es schwierig zu
 entscheiden, ob Theophanes’ Zusatzinformationen aus dem Urtext der
 <emph rend="italics">Chronographia</emph> stammen oder aus
 alternativen Quellen.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
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     </div>
    
      </body>
    </text>

</TEI>