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            <titleStmt>
                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 134</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260408-000002</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260408</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <date>20260408-000002</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
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            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K007325" xml:space="preserve">
                        <ref></ref>
                        <p><label></label>
  Kapitel XVIII 134 berichtet über die Demission des Zemarchos, eines für
 die cura eines der zentralen Paläste der Hauptstadt zuständigen
 Beamten. In der Parallelüberlieferung ist zu erfahren, dass zwei
 Angehörige der verstorbenen Kaiserin den Mann der üblen Nachrede
 gegenüber dem Kaiser bezichtigt hatten. Zemarchos wird hier durch einen
 sonst unbekannten Mann namens Theodoros ersetzt, scheint aber bald
 wieder begnadigt worden zu sein, da ein Zemarchos wenige Jahre später
 in der Position des Stadtpräfekten belegt ist.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000092" n="B000092" rend="inline" type="section">
  <p>            Theoph. 237, 1–4 de Boor
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000092" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K001357"/>Μηνὶ μαΐῳ <anchor xml:id="K001549"/>ἀπεζώσθη <anchor xml:id="K001748"/>Ζήμαρχος <anchor xml:id="K001730"/>ὁ ἀπὸ ἐπάρχων καὶ κουράτωρ 
                    <lb n="2"/>τοῦ <anchor xml:id="K001736"/>δεσποτικοῦ οἴκου <anchor xml:id="K001733"/>τῶν Πλακιδίας· καὶ γέγονεν <anchor xml:id="K001739"/>ἀντ’ αὐτοῦ <anchor xml:id="K001747"/>Θεόδωρος 
                    <lb n="3"/>ὁ <anchor xml:id="K001548"/>ἐπίκλην Νικομηδεύς. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K001357" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Μηνὶ μαΐῳ:</label>
  Da unmittelbar vorangehend in O eine <emph rend="italics">lacuna</emph>
 steht, ist aus dem Text nicht zu entnehmen, auf welches Jahr sich die
 Mai-Angabe bezieht. Hier lässt sich jedoch Theoph. 237,1–4 de Boor
 ergänzen, der das Ereignis mit nahezu identischem Wortlaut in das Jahr
 561/62 legt und auf den 3. Mai datiert. <bibl><ref
 target="Stein_1949"><title>Stein (1949)</title></ref></bibl>, 799 geht
 davon aus, dass dieses Datum korrekt ist und dem „Malalas primitif“,
 d.h. dem ‚Ur-Malalas‘, entstammt (gegen <bibl><ref
 target="Bury_1923"><title>Bury (1923)</title></ref></bibl> II, 368, der
 die <emph rend="italics">lacuna</emph> übersehen hat und entsprechend
 der in O zuletzt genannten Indiktikon auf 559 datiert). Diese plausible
 Ergänzung wird von PLRE IIIB (Zemarchos), 1416 übernommen; vgl. auch
 <bibl><ref target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 524 Anm. 743 (neutral <bibl><ref
 target="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986"><title>Jeffreys, Jeffreys, Scott
 (1986)</title></ref></bibl>, 300: dort steht die Jahresangabe 562 erst
 neben Kap. XVIII 137). Es ist auf dieser Basis davon auszugehen, dass
 auch die nachfolgenden Abschnitte 135 und 136 in die zehnte Indiktion
 gehören: <ref target="#K001459">18, 136</ref>.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001549" xml:space="preserve">
                        <ref>1|3</ref>
                        <p><label>ἀπεζώσθη:</label>
  Zum Verb ἀποζώννυμι ‚aus einem Amt entlassen werden‘ in der
 <emph rend="italics">Chronographia</emph>: <ref
 target="#K001174">18, 87</ref>.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001730" xml:space="preserve">
                        <ref>1|5</ref>
                        <p><label>ὁ ἀπὸ ἐπάρχων:</label>
  Für ἀπό im Sinne von Latein <emph rend="italics">ex</emph> bei Ämtern
 (d.h. ‚ehemalig‘) in der <emph rend="italics">Chronographia</emph> <ref
 target="#K000461">18, 34</ref>, <ref target="#K000636">18, 43</ref>.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001736" xml:space="preserve">
                        <ref>2|2</ref>
                        <p><label>δεσποτικοῦ:</label>
  Das Adjektiv δεσποτικός hat die Grundbedeutung ‚den Herrn betreffend‘
 und kann sich auf unterschiedliche Herrscherfiguren beziehen: auf den
 δεσπότης als Gegenpol zum Sklaven (Aristot. <emph
 rend="italics">Pol</emph>. 1255b 23 ἐπιστήμη δ’ ἂν εἴη καὶ δεσποτικὴ
 καὶ δουλική); auf den δεσπότης eines privaten Haushaltes (Ps.-Plat.
 <emph rend="italics">Amat</emph>. 138c9 μία τέχνη ἐστὶν βασιλική,
 τυραννική, πολιτική, δεσποτική); auf den δεσπότης eines Großreiches
 (Xenoph. <emph rend="italics">Cyr</emph>. 65 ἐν ταῖς δεσποτικαῖς
 συμφοραῖς, „in den herrschaftlichen Unglücken“); ferner auf den
 christlichen Gott (e.g. Clem. Alex. <emph rend="italics">Paed</emph>.
 2, 8, 62, 3, 1 πάθος ἐμφαίνει δεσποτικὸν μυστικῶς: das Leiden des Herrn
 Jesus Christus); ab der fortgeschrittenen Kaiserzeit dann auch auf den
 römischen Kaiser (e.g. in <emph rend="italics">P.Lond</emph>. 2, 234,
 1, aus dem IV. Jh.: δεσποτικαὶ κτήσεις und δεσποτικός νοτάριος).

 <lb/><lb/>

  Die <emph rend="italics">Chronographia</emph> kennt für dieses Adjektiv
 nur den letztgenannten Anwendungsbereich und setzt es mit ‚kaiserlich‘
 gleich, vgl. <bibl><ref target="Thurn_2000"><title>Thurn
 (2000)</title></ref></bibl>, 485 <emph rend="italics">imperialis</emph>
 (im <emph rend="italics">Index ad res Byzantinas spectantium</emph>),
 allerdings unter Auslassung des hiesigen Belegs und allein mit Zitat
 der einzigen noch relevanten Stelle XVIII 23 ἐν τῷ δεσποτικῷ
 κουβουκλείῳ (Bezugsperson ist dort nicht der Kaiser, sondern die
 Kaiserin Theodora). Somit ist δεσποτικός in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> auf Gebäude beschänkt; sein
 Adjektiv für ‚kaiserlich‘ mit breiterem Anwendungsbereich ist
 βασιλικός.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001733" xml:space="preserve">
                        <ref>2|4</ref>
                        <p><label>τῶν Πλακιδίας:</label>
  Die Kombination τῶν + Eigenname im Genitiv zur Angabe des
 Namengebers/Besitzers eines Anwesens begegnet nicht selten in Buch
 XVIII, so dreimal im nachfolgenden Kapitel, XVIII 135 τῆς οἰκίας τῆς
 λεγομένης τῶν Ἀππίωνος, τὴν οἰκίαν τὴν λεγομένην τῶν Ἀνδρέου und τὴν
 οἰκίαν τὴν λεγομένην τῶν βαρσυμίου; vgl. ferner <ref
 target="#K001368">18, 105</ref> zu XVIII 105 τῇ οἰκίᾳ τῇ λεγομένῃ τὰ
 Πάρδου auf O, aber ἡ οἰκία ἡ λεγομένεη *τῶν Πάρδου* in der
 Parallelstelle Theoph. 226, 16–17 de Boor sowie <ref
 target="#K001404">18, 111</ref> zu XVIII 111 τοῖς ἐπίκλην τῶν Ὁρμίσδου.

 <lb/><lb/>

  Das ist die einzige Stelle in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph>, in der der Namengeber des Anwesens
 eine weibliche Person ist.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001739" xml:space="preserve">
                        <ref>2|8</ref>
                        <p><label>ἀντ’ αὐτοῦ:</label>
  Zur Präposition ἀντί in der <emph rend="italics">Chronographia</emph>,
 bevorzugt eingesetzt bei Ämterwechseln, <ref target="#K001738">18,
 126</ref>.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001747" xml:space="preserve">
                        <ref>2|10</ref>
                        <p><label>Θεόδωρος ὁ ἐπίκλην Νικομηδεύς:</label>
  Theodoros „der Nikomedier“ scheint abseits der Erwähnung in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> und in der entsprechenden
 Theophanes-Stelle nicht bekannt zu sein: PLRE IIIB (Theodorus 25),
 1253. Der Beiname, mit dem er versehen wird, fällt unter die in der
 <emph rend="italics">Chronographia</emph> häufig vorkommenden
 geographischen Nomenklaturen (dazu <ref target="#K001336">13,
 39</ref>).

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001548" xml:space="preserve">
                        <ref>3|2</ref>
                        <p><label>ἐπίκλην:</label>
  Zur doppelten Auslegung bzw. Verwendung dieses Adverbs in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph>, ‚namens‘ (bei Beinamen) bzw.
 ‚genannt‘ (bei Spitznamen), <ref target="#K001336">13, 39</ref>.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
                    <bibl xml:id="Bury_1923" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="Chilmead_1691" xml:space="preserve">
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                        Oxonii 1691
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                    <bibl xml:id="Evans_1996" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="Festugière_1978" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="James_1990" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="Janin_1964" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="Körting_1879" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="Meier_2004a" xml:space="preserve">
                          Meier (2004a): Meier, Mischa: 
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                    <bibl xml:id="Müller-Wiener_1977" xml:space="preserve">
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