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            <titleStmt>
                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 143</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260613-000004</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260613</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
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                <change>
                    <date>20260613-000004</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
                </change>
            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K007329" xml:space="preserve">
                        <ref></ref>
                        <p><label></label>
  Kapitel XVIII 143 beschreibt die zweite Einweihungszeremonie der Hagia
 Sophia am 24.12.562; zur ersten Einweihung: <ref target="#K001127">18,
 86</ref>. Die erneute Weihung war nötig geworden, weil die
 ursprüngliche Kuppelkonstruktion nach einem durch statische Probleme
 verursachten und durch wiederholte Erdbeben ausgelösten Teileinsturz im
 Jahr 558 hatte erneuert werden müssen: <ref target="#K001137">18,
 128</ref>. Die feierliche Neueröffnung nach einer etwas mehr als
 vierjährigen Bauphase fiel dabei in eine Zeit, die für Justinian
 ansonsten wenig positive Nachrichten zu bieten hatte, weswegen sie als
 ein letztes Aufblühen des Glanzes des 'justinianischen Zeitalters'
 interpretiert worden ist: Zum historischen Kontext <bibl><ref
 target="Macrides_Magdalino_1988"><title>Macrides, Magdalino
 (1988)</title></ref></bibl>, 67f.; <bibl><ref
 target="Bell_2009"><title>Bell (2009)</title></ref></bibl>, 87–91, zur
 Interpretation vgl. auch <bibl><ref target="Leppin_2011a"><title>Leppin
 (2011a)</title></ref></bibl>, 329f. Die einige Tage nach der Zeremonie
 vorgetragene <emph rend="italics">Ekphrasis</emph> des Paulos
 Silentiarios feierte, wohl vor einem ausgesuchten Publikum (vgl.
 <bibl><ref target="Whitby_1985"><title>Whitby
 (1985)</title></ref></bibl>, 217; <bibl><ref
 target="Macrides_Magdalino_1988"><title>Macrides, Magdalino
 (1988)</title></ref></bibl>, 54, 61f.), nicht nur die Pracht der Kirche
 selbst, sondern auch und gerade die Leistungen des Herrschers (zu
 Paulos' Gedicht s. neben der bereits genannten Literatur auch
 <bibl><ref target="Friedländer_1912"><title>Friedländer
 (1912)</title></ref></bibl> (dort 109–110 für die kanonisch gewordene
 Datierung); <bibl><ref target="DeStefani_2011"><title>DeStefani
 (2011)</title></ref></bibl>).

 <lb/><lb/>

  Weihezeremonien gehören zum wiederkehrenden inhaltlichen Repertoire der
 <emph rend="italics">Chronographia</emph>; das vermehrte Aufkommen
 insbesondere im auf Konstantinopel konzentrierten zweiten Teil von Buch
 XVIII ist dabei als möglicher Hinweis auf einen Quellenwechsel
 interpretiert worden: <ref target="#K001127">18, 86</ref>. Mit Blick
 auf die Hagia Sophia deutet die Erwähnung der Einweihungszeremonie noch
 nicht zwangsläufig auf die Verwendung bestimmter Quellentypen hin; die
 reichhaltige Überlieferung bezeugt deutlich, dass dieses Ereignis
 entsprechend seinem propagandistischen Wert für das Kaiserhaus viele
 verschiedene Autoren interessiert hat. Ein Hinweis könnte sich
 allenfalls aus den wiederkehrenden Verweisen auf zeremonielle Abläufe
 ergeben (s. unten).

 <lb/><lb/>

  Wie bereits im in O enthaltenen Bericht über den Einsturz der Kuppel
 (XVIII 128) kommt der Kaiser in dieser gesamten Passage nicht vor. Das
 überrascht nicht nur angesichts des sonst besonders großen Interesses
 der <emph rend="italics">Chronographia</emph> an kaiserlichem Handeln,
 sondern auch deshalb, weil viele andere Berichte (bspw. Paulos
 Silentiarios) den Kaiser gerade im Zusammenhang mit dem Bau der Kirche
 stärker in den Mittelpunkt stellen .

 <lb/><lb/>

  Im Vergleich zu O bietet Theoph. 238,18–24 de Boor eine
 abweichende Version des Berichtes, die gleichwohl einige
 inhaltliche und sprachliche Parallelen aufweist (die Zusätze
 stammen daher wohl aus der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph>: Vgl. <bibl><ref
 target="Rochow_1983"><title>Rochow (1983)</title></ref></bibl>,
 471) und die doch etwas zur Rolle des Herrschers zu sagen hat:
 Es habe demnach eine Prozession in Anwesenheit des Kaisers
 stattgefunden, bei der der Patriarch das kaiserliche Gespann
 benutzte; diese Szene erinnert an die Weihungen der Apostel- und
 der Irene-Kirche in XVIII 109 und 113 (zu möglichen politischen
 Implikationen <ref target="#K001574">18, 109</ref>) sowie
 Theophanes’ Version zur ersten Weihung der Hagia Sophia (XVIII
 86, Theoph. 217,16–22 de Boor). Ob das Fehlen dieser Hinweise
 auf den Kaiser in O nur dem allgemeinen Usus des
 Kürzungsprozesses entspricht oder ob sie gezielt vorgenommen
 worden sind, muss an dieser Stelle offen bleiben (s. schon <ref
 target="#K001783">18, 128</ref>). Dass die Zitierung der
 Justinian und Theodora als Stifter feiernden Weihinschrift durch
 Kedr. 417,1, 653,16–22 Tartaglia (auch dazu <ref
 target="#K001783">18, 128</ref>) auf die <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> zurückgeht, ist angesichts
 ihres Zusatz-Charakters nicht zu beweisen: Diesen Text konnten
 zweifelsohne nicht nur Zeitgenossen kennen. Das <emph
 rend="italics">Chronicon Paschale</emph> hängt an dieser Stelle
 jedenfalls nicht von unserem Textbestand ab: <bibl><ref
 target="Carrara_2016"><title>Carrara
 (2016)</title></ref></bibl>, 80–82.

 (J.B. mit L.C.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000122" n="B000122" rend="inline" type="section">
  <p>            <mentioned>Chron. Pasch.</mentioned> 687, 12–15 Dindorf (vgl. jedoch [L:Carrara+2016],
            80–82); Theoph. 238, 18–24 de Boor; Cramer <mentioned>Anecd.</mentioned> 2, 114, 26–31;
            Zon. 3, 171, 2-3
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000208" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K001784"/>Καὶ τῇ αὐτῇ ἰνδικτιῶνι ἐγένοντο <anchor xml:id="K001785"/>τὰ ἐγκαίνια τῆς ἁγιωτάτης με- 
                    <lb n="2"/>γάλης ἐκκλησίας τὸ δεύτερον. προσετέθη δὲ <anchor xml:id="K001771"/>τῷ τρούλλῳ κατὰ τὸ πα- 
                    <lb n="3"/>λαιὸν σχῆμα πόδες λʹ, καὶ τὰς δύο καμάρας <anchor xml:id="K001791"/>ἐκ προσθήκης ποιήσαντες, 
                    <lb n="4"/>τήν τε ἀρκτῴαν καὶ τὴν μεσημβρινήν. ἐν δὲ τῇ συμπληρώσει τοῦ εἰλήμα- 
                    <lb n="5"/>τος <anchor xml:id="K001797"/>Εὐτυχίου τοῦ πατριάρχου <anchor xml:id="K001787"/>κατέχοντος τὸ ἅγιον μεγαλεῖον καὶ τοῦ 
                    <lb n="6"/>ὄχλου παρισταμένου ἐψάλλετο, ‘ἄρατε πύλας, οἱ ἄρχοντες, ὑμῶν, καὶ 
                    <lb n="7"/>ἐπάρθητε, πύλαι αἰώνιοι, καὶ εἰσελεύσεται ὁ βασιλεὺς τῆς δόξης,’ καὶ τὰ 
                    <lb n="8"/>λοιπά. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K001784" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Καὶ τῇ αὐτῇ ἰνδικτιῶνι:</label>
  Die letzte in O erhaltene Indiktionsangabe nennt die 11. Indiktion
 (September 562 bis August 563): Kap. XVIII 141, mit Präzisierung auf
 November. XVIII 142 bezieht sich auf denselben Monat, Kap. XVIII 144
 nennt abermals die elfte Indiktion und präzisiert auf Januar. Daraus
 ergibt sich für die Weihezeremonie also ein Datum zwischen November 562
 und Januar 563. Diese Eingrenzung passt zu Theoph. 238,18 de Boor, wo
 auf den 24.12. des 36. Regierungsjahres Justinians, mithin Heiligabend
 562 datiert wird, sowie zu Paul. Silent. <emph
 rend="italics">Ecphr.</emph> 329–330 mit verklausulierter Einordnung in
 die heilige Nacht, dazu <bibl><ref target="Bell_2009"><title>Bell
 (2009)</title></ref></bibl>, 206 Anm. 73. Vgl. zum Datum <bibl><ref
 target="Leppin_2011a"><title>Leppin (2011a)</title></ref></bibl>, 329:
 „Justinian feierte die Neuweihe [...] nicht zufällig am Tag der Geburt
 des Herrn, den Justinian auf Erden vertrat.“

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001771" xml:space="preserve">
                        <ref>2|7</ref>
                        <p><label>τῷ τρούλλῳ:</label>
  Zum Latinismus τροῦλλος für ‚Kuppel‘: <ref target="#K001714">18,
 128</ref>.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001791" xml:space="preserve">
                        <ref>3|9</ref>
                        <p><label>ἐκ προσθήκης:</label>
  „Als Ergebnis eines Zusatzes“ oder auch „mittels eines Zusatzes“; für
 ἐκ in diesem Sinne in der <emph rend="italics">Chronographia</emph>
 siehe <bibl><ref target="Rüger_1895"><title>Rüger
 (1895)</title></ref></bibl>, 42. προσθήκη wird richtig glossiert mit
 <emph rend="italics">additamentum</emph> bei <bibl><ref
 target="Thurn_2000"><title>Thurn (2000)</title></ref></bibl>, 491 in
 dem <emph rend="italics">Index verborum ad res Byzantinas
 spectantium</emph>, jedoch unter Verweis allein auf XIV 17 ὅς παρέσχε
 ... προσθήκην χρημάτων, „er [<emph rend="italics">scil.</emph>
 Antiochos Chuzon] stellte einen Geldfonds bereit“ (gemeint sind
 Zusatzgelder für die Abhaltung der Pferderennen, der Olympischen Spiele
 und der Maiouma). Vorliegende Stelle wäre dem Index hinzuzufügen.

 <lb/><lb/>

  Der Formel ἐκ προσθήκης stehen im klassischen Griechisch die nicht
 unähnlichen Phrasen κατὰ τὴν προσθήκην ‚nach Art eines Zusatzes‘ (Diog.
 Laert. 10, 121a καὶ τὴν &lt;κατὰ τὴν&gt; προσθήκην καὶ ἀφαίρεσιν
 ἡδονῶν, Konjektur) und ἐν προσθήκης μέρει ‚by way of appendage‘
 (Demosth. XI 8, 7, so nach LSJ s.v. προσθήκη 1 a) nahe.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001797" xml:space="preserve">
                        <ref>5|2</ref>
                        <p><label>Εὐτυχίου τοῦ πατριάρχου:</label>
  Zu Eutychios, dem Patriarchen von Konstantinopel, <ref
 target="#K001618">18, 115</ref>. 562 hatte sich sein Verhältnis zu
 Justinian wohl bereits verschlechtert.

 (J.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001140" xml:space="preserve">
                        <ref>5|5</ref>
                        <p><label>κατέχοντος τὸ ἅγιον μεγαλεῖον:</label>
  „Das heilige μεγαλεῖον in den Händen haltend“, vgl. die inhaltlich und
 sprachlich ähnliche Passage in XVIII 71 ὁ βασιλεύς ... βαστάζων τὸ
 ἅγιον μεγαλεῖον, „das heilige μεγαλεῖον anfassend“ (S. 397, 71 Thurn:
 Subjekt ist Justinian während des Nika-Aufstandes). Es ist
 offensichtlich, dass μεγαλεῖον an beiden Stellen denselben Gegenstand
 bezeichnet, welcher von einem Würdenträger feierlich (hoch-)gehalten
 wird: Es handelt sich um das Evangelium bzw. um ein konkretes
 Textexemplar (Evangeliarium) bzw. ein Textstück dessen (so fassen
 μεγαλεῖον <bibl><ref target="Thurn_2000"><title>Thurn
 (2000)</title></ref></bibl>, 489 in seinem <emph rend="italics">Index
 verborum ad res Byzantinas spectantium</emph> und bereits <bibl><ref
 target="Festugière_1978"><title>Festugière (1978)</title></ref></bibl>,
 228 auf). Einige (wenige) weitere Belege von μεγαλεῖον qua
 ‚Evangeli(ari)um‘bietet GLRBP s.v. μεγαλεῖον: zwei aus Johannes
 Moschus’ <emph rend="italics">Pratum Spirituale</emph> (PG 87/3, 2908A
 [Kap. 51] und 2945A [Kap. 87]) und einer aus Kyrillos von Skythopolis’
 <emph rend="italics">Vita Sabae</emph> (117, 22 Schwartz, cap. 32; vgl.
 die Anmerkung z.St. von <bibl><ref
 target="Schwartz_1939a"><title>Schwartz (1939a)</title></ref></bibl>,
 305 „μεγαλεῖον: das Lesestück aus dem <emph
 rend="italics">Evangelium</emph>; vgl. Malal., wo es die Handschrift
 des Lectionars bedeutet“; ähnlich <bibl><ref
 target="Festugière_1962"><title>Festugière (1962)</title></ref></bibl>,
 44 Anm. 61).

 <lb/><lb/>

  Das überlieferte Wort μεγαλεῖον im Nika-Kapitel der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> (XVIII 71) hielt <bibl><ref
 target="Lambros_1897"><title>Lambros (1897)</title></ref></bibl>, 187
 hingegen für einen Fehler, die „richtige Lesart“ sei εὐαγγέλιον und
 stünde in der Parallelüberlieferung (<emph rend="italics">Chron.
 Pasch.</emph> 623, 14 Dindorf); Lambros kannte oder beachtete den
 hiesigen zweiten Beleg in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> für μεγαλεῖον nicht. Auch für
 vorliegende Stelle bieten die Parallelzeugnisse freilich εὐαγγέλιον
 (Theoph. 238, 23 de Boor; Cramer <emph rend="italics">Anecd.</emph>,
 2, 114, 20); da aber die anderen Autoren, die μεγαλεῖον bezeugen
 (Johannes Moschos und Kyrillos von Skythopolis, s.o.), Zeitgenossen
 des Chronisten sind, scheint mit μεγαλεῖον qua ‚Evangeli(ari)um' ein
 echter Usus der Sprache des 6. nachchristlichen Jahrhunderts
 vorzuliegen, welcher nicht zu beanstanden ist.

 <lb/><lb/>

  Etymologisch ist das seltene Wort μεγαλεῖον als ein semitisches
 Lehnwort erklärbar. Auf Hebräisch bezeichnet der Terminus <emph
 rend="italics">megillah</emph> (מגילה‎; vgl. auch mit derselben
 Bedeutung das syrische Äquivalent <emph rend="italics">mgalo'</emph>)
 geläufig die Buchrolle, somit auch die Rolle eines biblischen Buches
 und metonymisch [„Behälter für Inhalt“] das biblische Buch selbst; der
 Plural <emph rend="italics">megillot</emph> meint in der jüdischen
 Tradition die biblischen Bücher <emph rend="italics">Rut</emph>, <emph
 rend="italics">Hoheslied</emph>, <emph rend="italics">Kohelet</emph>,
 <emph rend="italics">Klagelieder</emph> und <emph
 rend="italics">Ester</emph> als feste Einheit (es sind die sog. „fünf
 Festrollen“). Es ist denkbar, dass der hebräische Terminus <emph
 rend="italics">megillah</emph> ins Griechische übertragen wurde,
 möglicherweise via/über/durch die Sprache der christlichen Liturgie;
 darüber hinaus, dass er dem neuen Sprachkontext dank der pseudo- bzw.
 volksetymologischen Verbindung mit dem Adjektiv μέγας, μεγάλη, μέγαν,
 ‚groß‘, lautlich und orthographisch angepasst wurde (denn für Christen
 ist das Evangelium „das große Buch“ par excellence). Diese Deutung von
 μεγαλεῖον als Hebraismus wurde im Wesentlichen bereits von <bibl><ref
 target="Reiske_1830"><title>Reiske (1830)</title></ref></bibl>, 665
 vorgeschlagen (an einer versteckten Stelle seines Kommentars zu
 Konstantinos Porphyrogennetos' <emph rend="italics">De
 Cerimoniis</emph>, in der auf Kap. 87 von Johannes Moschos’ <emph
 rend="italics">Pratum Spirituale</emph> verwiesen wird, wo ein Beleg
 für μεγαλεῖον zu finden ist, s.o.). Eine rein innergriechische
 Etymologie (ohne Kenntnis bzw. ohne explizite Berücksichtigung des
 hebräischen <emph rend="italics">megillah</emph>) nimmt hingegen
 <bibl><ref target="Festugière_1962"><title>Festugière
 (1962)</title></ref></bibl>, 44 Anm. 61 an: Seiner Meinung nach trägt
 das Evangeli(ari)um auf Griechisch auch die Bezeichnung ‚μεγαλεῖον‘,
 weil es die Größe und Güte Gottes behandelt und preist (eben μεγαλεῖα
 in der Heiligen Schrift; vgl. im Neuen Testament Act 2, 11, 3 ἀκούομεν
 λαλούντων αὐτῶν ταῖς ἡμετέραις γλώσσαις τὰ μεγαλεῖα τοῦ θεοῦ, im Alten
 Testament z.B. Ps 70 (71), 19 ὁ θεός, ἕως ὑψίστων ἃ ἐποίησας μεγαλεῖα
 u.a.). Die Erklärung von Festugière könnte auch ausgehend von der These
 eines hebräischen Lehnwortes aufrechterhalten werden, und zwar als das
 entscheidende Faktum (neben oder statt der oben beobachteten lautlichen
 Nähe zum Adjektiv μέγας), das die Entleihung begünstigte.

 (L.C. mit L.N.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
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                    <bibl xml:id="DeStefani_2011" xml:space="preserve">
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                    <bibl xml:id="Festugière_1978" xml:space="preserve">
                          Festugière (1978): Festugière, André-Jean: 
                        Notabilia  dans  Malalas. I. 
                        Revue  de  Philologie 1978, 221–241
                    </bibl>
      
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                          Friedländer (1912): Friedländer, Paul: 
                        Johannes von Gaza und Paulus Silentiarius. Kunstbeschreibungen justinianischer Zeit. 
                        Leipzig/Berlin 1912
                    </bibl>
      
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                          Lambros (1897): Lambros, Spyridon P.: 
                        Byzantinische Desiderata. 
                        Byzantinische Zeitschrift 1892, 185–201
                    </bibl>
      
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                          Leppin (2011a): Leppin, Hartmut: 
                        Justinian. Das christliche Experiment. 
                        Stuttgart 2011
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                          Macrides, Magdalino (1988): Macrides, Ruth/Magdalino, Paul: 
                        The architecture of ekphrasis: construction and context of Paul the Silentiary's poem on Hagia Sophia. 
                        Byzantine and Modern Greek Studies 1988, 47–82
                    </bibl>
      
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                          Mainstone (1988): Mainstone, R. J.: 
                        Hagia Sophia. Architecture, Structure and Liturgy of Justinian's Great Church. 
                        London 1988
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                          Millet (1923): Millet, Gabriel: 
                        La Coupole primitive de Sainte-Sophie. 
                        Revue belge de philologie et d'histoire 1923, 599-617
                    </bibl>
      
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                          Palmer, Rodley (1988): Palmer, Andrew/Rodley, Lyn: 
                        The inauguration anthem of Hagia Sophia: a new edition and translation with historical and architectural notes and a comparison with a contemporary Constantinopolitan kontakion. 
                        Byzantine and Modern Greek Studies 1988, 117–155
                    </bibl>
      
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                          Reiske (1830): Reiske, Johann Jakob: 
                        Constantini Porphyrogeniti Imperatoris de Cerimoniis aulae Byzantinae libri duo. Volumen II. 
                        Bonnae 1830
                    </bibl>
      
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                          Rüger (1895): Rüger, Anton: 
                        Studien zu Malalas. Präpositionen und Adverbien. Das 18. Buch. Die konstantinischen Excerpte. Die tuskulanischen Fragmente. 
                        Bad Kissingen 1895
                    </bibl>
      
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                          Schibille (2014): Schibille, N.: 
                        Hagia Sophia and the Byzantine Aesthetic Experience. 
                        Farnham 2014
                    </bibl>
      
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                          Schwartz (1939a): Schwartz, Eduard: 
                        Kyrillos von Skythopolis. Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur 49/2. 
                        Leipzig 1939
                    </bibl>
      
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                          Thurn (2000): Thurn, Johannes: 
                        Ioannis Malalae Chronographia. 
                        Berolini et Novi Eboraci 2000
                    </bibl>
      
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                          Trypanis (1968): Trypanis, C. A.: 
                        Fourteen Early Byzantine Cantica. 
                        Wien 1968
                    </bibl>
      
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                          Whitby (1985): Whitby, Mary: 
                        The occasion of Paul the Silentiary's Ekphrasis of S. Sophia. 
                        Classical Quarterly 1985, 215–228
                    </bibl>
      
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