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                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 30</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260418-000003</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260418</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <date>20260418-000003</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
                </change>
            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K007018" xml:space="preserve">
                        <ref></ref>
                        <p><label></label>
  Kapitel 30 erzählt vom harten Durchgreifen gegen Manichäer in Persien,
 von dem ihm ein persischer Gewährsmann berichtet habe. Wenngleich der
 Manichäismus im Reich der Sassaniden tatsächlich verbreitet war (vgl.
 <bibl><ref target="Hutter_1991"><title>Hutter
 (1991)</title></ref></bibl>), scheint hier eine Verwechslung von
 religiösen Minderheiten oder eine Projektion zu Grunde zu liegen. Denn
 persische Quellen schildern für diese Zeiten ein Vorgehen gegen die
 Mazdakiten, das einen ähnlichen Ablauf aufweist. Diesem Irrtum
 unterliegen auch Theophanes, der die <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> rezipiert, und spätere arabische
 Autoren. Hier werden römische Verhältnisse auf die Ereignisse in
 Persien übertragen (s. unten), vgl. <bibl><ref
 target="Klima_1957"><title>Klima (1957)</title></ref></bibl>, 255f. Zur
 Einführung in Mazdak und die Mazdakiten vgl. <bibl><ref
 target="Hartmann_2005"><title>Hartmann (2005)</title></ref></bibl>.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000029" n="B000029" rend="inline" type="section">
  <p>            Theoph. 169,27–170,24; <mentioned>Chron</mentioned>. <mentioned>anon</mentioned>. <mentioned>Pseudo</mentioned>-
            [_Dionys_]. 842; Mich. Syr. IX 21 (190–191); Cedr. 639,11–12; Zon. III 148,16–149,2.
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000030" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K000411"/>Ἐν δὲ τῷ αὐτῷ χρόνῳ <anchor xml:id="K000412"/>ἀνεφάνη ἐν τοῖς Περσικοῖς μέρεσιν δόγμα 
                    <lb n="2"/>Μανιχαϊκόν· καὶ μαθὼν ὁ τῶν Περσῶν <anchor xml:id="K000414"/>βασιλεὺς <anchor xml:id="K000415"/>ἠγανάκτησεν· ὡσαύτως 
                    <lb n="3"/>δὲ καὶ <anchor xml:id="K000416"/>οἱ ἀρχιμάγοι τῶν Περσῶν· <anchor xml:id="K000417"/>ἦσαν γὰρ ποιήσαντες οἱ αὐτοὶ Μανι- 
                    <lb n="4"/>χαῖοι καὶ ἐπίσκοπον ὀνόματι <anchor xml:id="K000419"/>Ἰνδαράζαρ. ὁ δὲ βασιλεὺς Περσῶν <anchor xml:id="K000420"/>σιλέντιον 
                    <lb n="5"/>ποιήσας, καὶ πάντας αὐτοὺς <anchor xml:id="K000421"/>κατεσχηκὼς καὶ τὸν ἐπίσκοπον τῶν Μανι- 
                    <lb n="6"/>χαίων, κελεύει τῇ παρεστώσῃ αὐτῷ ἐνόπλῳ στρατιᾷ, καὶ κατέκοψαν 
                    <lb n="7"/>ξίφεσι πάντας τοὺς Μανιχαίους καὶ <anchor xml:id="K000422"/>τὸν ἐπίσκοπον αὐτῶν σὺν τῷ κλήρῳ 
                    <lb n="8"/>αὐτοῦ· καὶ ἐφονεύθησαν πάντες ἐπ’ ὄψεσιν τοῦ αὐτοῦ βασιλέως καὶ τοῦ 
                    <lb n="9"/>ἐπισκόπου τῶν χριστιανῶν. <anchor xml:id="K000425"/>ἐδημεύθησαν δὲ καὶ αἱ ὑποστάσεις αὐτῶν, 
                    <lb n="10"/>καὶ <anchor xml:id="K000426"/>τὰς ἐκκλησίας αὐτῶν δέδωκε τοῖς χριστιανοῖς, ἐκπέμψας θείας αὐτοῦ 
                    <lb n="11"/>σάκρας ἐν τῇ ὑπ’ αὐτοῦ διοικουμένῃ πολιτείᾳ, ὥστε τὸν εὑρισκόμενον 
                    <lb n="12"/>Μανιχαῖον πυρίκαυστον γενέσθαι· καὶ τὰς βίβλους δὲ αὐτῶν πάσας κατέ- 
                    <lb n="13"/>καυσεν. <anchor xml:id="K000431"/>ἅτινα διηγήσατο <anchor xml:id="K000430"/>βασταγάριος Περσῶν, ὅστις βαπτισθεὶς μετε- 
                    <lb n="14"/>κλήθη Τιμόθεος. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K000411" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Ἐν δὲ τῷ αὐτῷ χρόνῳ:</label>
  Über den Zeitpunkt und den amtierenden Herrscher gibt es
 unterschiedliche Berichte. Die <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> datiert das Vorgehen gegen die
 Manichäer auf 528/529, Theophanes auf 523/524. Beides fällt unter die
 Herrschaft von König Kavadh. Die arabischen und persischen Quellen
 verbinden eine Razzia gegen die Mazdakiten hingegen mit Kavadhs Sohn
 und Nachfolger Chosroes, vgl. <bibl><ref
 target="Crone_1991"><title>Crone (1991)</title></ref></bibl>, 31, die
 folgende Autoren und Werke anführt: Nizām al-Mulk, <emph
 rend="italics">Siyāsat-nāma</emph> (11. Jh.), Ibn al-Balkhi, <emph
 rend="italics">Fārs-nāma</emph> (14. Jh.) und Mīrkhwānd, <emph
 rend="italics">Rawda</emph> (15. Jh.) sowie die christlich-arabische
 Chronik von Seert (11. Jh.).

 <lb/><lb/>

  Entsprechend divergent sind die Forschungsmeinungen: Theophanes’
 Datierung wird von <bibl><ref target="Klima_1957"><title>Klima
 (1957)</title></ref></bibl>, 295 akzeptiert; sie ist aber von der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> abhängig und erklärt sich durch
 einen Synchronisationsfehler (Kavadhs Todesdatum liegt auch fünf Jahre
 zu früh), vgl. <bibl><ref target="Crone_1991"><title>Crone
 (1991)</title></ref></bibl>, 32 und <bibl><ref
 target="Jeffreys_1990d"><title>Jeffreys (1990d)</title></ref></bibl>,
 270. Die Datierung in der <emph rend="italics">Chronographia</emph>
 wird von <bibl><ref target="Christensen_1925"><title>Christensen
 (1925)</title></ref></bibl>, 124 (und auch <bibl><ref
 target="Christensen_1944"><title>Christensen
 (1944)</title></ref></bibl>, 354) akzeptiert. Nöldeke interpretiert die
 arabischen Quellen folgendermaßen: Die einen, die den Status von
 Chosroes nicht erwähnen, beziehen sich auf seine Zeit als designierter
 Nachfolger, was sich mit der Datierung in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> vereinen lässt, die anderen, die
 Chosroes König nennen, bezeugen einen zweiten Aufstand der Mazdakiten,
 den die <emph rend="italics">Chronographia</emph> nicht erwähnt
 (<bibl><ref target="Nöldeke_1879"><title>Nöldeke
 (1879)</title></ref></bibl>, 466ff.). Diese Rekonstruktion ist von
 <bibl><ref target="Crone_1991"><title>Crone
 (1991)</title></ref></bibl>, 31f. in Zweifel gezogen worden. Die
 islamischen Quellen scheinen ihr nicht von zwei, sondern von ein und
 demselben Ereignis zu sprechen, das nach Chosroes Inthronisation
 anzusetzen ist. Denn gegen das Datum in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> spreche, dass sich die Perser
 gerade im Krieg mit den Römern befanden und unnötiges Blutvergießen
 vermeiden wollten, von dem andere Zeitgenossen wie Prokop gewiss gehört
 hätten. Gegen eine Beseitigung „aller“ Manichäer/Mazdakiten zu diesem
 Zeitpunkt spreche auch, dass die <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> später berichtet, dass der
 Perserkönig (nun Chosroes) „den seinem Staat unterstehenden Manichäern“
 Toleranz gewährte (XVIII 69). Crone rekonstruiert die Ereignisse daher
 folgendermaßen: Nach dem Tod des Kavadh (531) brach eine Rebellion der
 Mazdakiten aus, die Chosroes erst mit einem Toleranzedikt beruhigte, um
 seine Nachfolge zu sichern. Als er fest auf dem Thron saß, habe er sich
 daran gemacht, sie zu zerschlagen, was spätestens 540 abgeschlossen
 war. <bibl><ref target="Rubin_1995"><title>Rubin
 (1995)</title></ref></bibl>, 230f. mit Anm. 11 kritisiert den Ansatz
 Crones, hauptsächlich weil mit der Spätansetzung des Konflikts die
 wichtigste Voraussetzung (geschwächte Aristokratie) von Chosroes
 Reformen, die er nach dem Herrschaftsantritt durchsetzte, wegfällt. Im
 Anschluss an Rubin setzt auch Wiesenhöfer <bibl><ref
 target="Wiesehöfer_2009"><title>Wiesehöfer (2009)</title></ref></bibl>,
 403 Anm. 35 die Zusammenstöße wieder unter Kavadh und beruft sich in
 diesem Zusammenhang auf Nöldeke. In einer neu edierten arabischen
 Quelle (Abu'l-Baqā, <emph rend="italics">Manāqib</emph>), die nicht
 Chosroes sondern Kavadh mit der Niederschlagung der Mazdakiten zu
 verbinden scheint, stützt Nöldekes These; Crone bringt diesbezüglich
 textkritische Zweifel an, die aber überzogen wirken (<bibl><ref
 target="Crone_1991"><title>Crone (1991)</title></ref></bibl>, 31). Die
 Datierung der <emph rend="italics">Chronogrpahia</emph> ist demnach
 derjenigen der arabischen und persischen Quellen vorzuziehen, die
 allesamt spät sind. Zu dieser Episode, s. jetzt auch <bibl><ref
 target="Börm_2022"><title>Börm (2022)</title></ref></bibl>.

 <lb/><lb/>

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000414" xml:space="preserve">
                        <ref>2|7</ref>
                        <p><label>βασιλεὺς:</label>
  Der namenlose König ist hier mit Kavadh (<ref target="#K000923">16,
 9</ref>) zu identifizieren, den Theophanes beim Namen nennt.

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000415" xml:space="preserve">
                        <ref>2|8</ref>
                        <p><label>ἠγανάκτησεν:</label>
  Das harte Durchgreifen des Königs erkläre sich darin, dass dieser sich
 über die Ausbreitung der Manichäer ärgere. Bei Theophanes ist die
 Bedrohung manifester: Die „Manichäer“, zu denen auch „Senatoren“
 gehören, versprechen Kavadhs Sohn Phthasuarsas, der in der Nachfolge
 übergangen werden soll, seinen Vater (durch Gebete) zur Abdankung und
 zu dessen Ernennung zu bewegen, wenn er ihren Glauben im Anschluss
 protegiert; Phthasuarsas, den die „Manichäer“ von klein auf
 eingewickelt hatten, willigt ein. Diese Geschichte spiegelt
 inneraristokratische Machtkämpfe, wie <bibl><ref
 target="Wiesehöfer_2009"><title>Wiesehöfer (2009)</title></ref></bibl>,
 402 wahrscheinlich macht.

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000416" xml:space="preserve">
                        <ref>3|3</ref>
                        <p><label>οἱ ἀρχιμάγοι τῶν Περσῶν: </label>
  Nach <bibl><ref target="Klima_1957"><title>Klima
 (1957)</title></ref></bibl>, 255 habe es nur einen Erzmagier gegeben.

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000417" xml:space="preserve">
                        <ref>3|7</ref>
                        <p><label>ἦσαν γὰρ ποιήσαντες: </label>
  Imperfekt von εἰμί + Partizip Aorist Aktiv dient zur Umschreibung des
 Plusquamperfekt Aktivs, vgl. <bibl><ref
 target="Psaltes_1913"><title>Psaltes (1913)</title></ref></bibl>, §344
 und <bibl><ref target="Horrocks_2010a"><title>Horrocks
 (2010a)</title></ref></bibl>, 346.

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000419" xml:space="preserve">
                        <ref>4|5</ref>
                        <p><label>Ἰνδαράζαρ:</label>
  Im Namen „Indarazar“ bzw. „Indazar“, wie er verkürzt bei Theophanes
 lautet, hat <bibl><ref target="Nöldeke_1879"><title>Nöldeke
 (1879)</title></ref></bibl>, 462 Anm. 3 das Pahlavi-Wort „andarzgar“
 erkannt, das „Ratgeber“ oder „Lehrer“ bedeutet. <bibl><ref
 target="Christensen_1925"><title>Christensen
 (1925)</title></ref></bibl>, 123 (und auch <bibl><ref
 target="Christensen_1944"><title>Christensen
 (1944)</title></ref></bibl>, 353) sieht darin einen Ehrennamen, der
 Mazdak, dem Gründer der Mazdakiten, beigegeben worden sei. Umgekehrt
 könnte Mazdak das Epitheton sein und „Indarazar“ bzw. Vindārāzār der
 Personenname (vgl. <bibl><ref target="Klima_1957"><title>Klima
 (1957)</title></ref></bibl>, 257 Anm. 24).

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000420" xml:space="preserve">
                        <ref>4|10</ref>
                        <p><label>σιλέντιον:</label>
  σιλέντιον ist ein gräzisierter <emph rend="italics">terminus</emph>
 <emph rend="italics">technicus</emph>, der eine spezielle Ratssitzung
 bezeichnet (<ref target="#K000265">18, 22</ref>). Hier werden römische
 Verfahren auf die Perser projiziert. Die <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> benutzt technische Begriffe nicht
 nur über Kulturen, sondern auch über Zeiten hinweg (<bibl><ref
 target="Jeffreys_2003"><title>Jeffreys (2003)</title></ref></bibl>, 504
 und <bibl><ref target="Jeffreys_1990c"><title>Jeffreys
 (1990c)</title></ref></bibl>, 60–61). Das Massaker an den Mazdakiten,
 das die persischen und arabischen Quellen bezeugen, fand, wie
 <bibl><ref target="Crone_1991"><title>Crone
 (1991)</title></ref></bibl>, 30f. mit Anm. 224 anmerkt, ebenfalls bei
 einem Treffen am Hof statt. Dieser Umstand spricht ihrer Einschätzung
 nach gegen die These von Nöldeke, dass es sich um zwei verschiedene
 Ereignisse handelt; dazu s. oben.

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000421" xml:space="preserve">
                        <ref>5|5</ref>
                        <p><label>κατεσχηκὼς:</label>
  Subjektswechsel.

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000422" xml:space="preserve">
                        <ref>7|6</ref>
                        <p><label>τὸν ἐπίσκοπον αὐτῶν σὺν τῷ κλήρῳ: </label>
  Nochmals werden christliche Einrichtungen auf die Manichäer bzw.
 Mazdakiten übertragen.

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000425" xml:space="preserve">
                        <ref>9|4</ref>
                        <p><label>ἐδημεύθησαν δὲ καὶ αἱ ὑποστάσεις αὐτῶν: </label>
  δημεύω, „seize as public property“, „confiscate“, bereits bei
 Thukydides (vgl. LSJ δημεύω 1). In der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> ist diese kaiserliche bzw.
 staatliche Zwangsmaßname häufig belegt und wird z.B. gegen Heiden
 vollstreckt (vgl. XVIII 42,2). ὑπόστασις in der hier vorliegenden
 Bedeutung „wealth, substance, property“ erscheint erstmals in der <emph
 rend="italics">Septuaginta</emph> (vgl. LSJ ὑπόστασις 6).

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000426" xml:space="preserve">
                        <ref>10|2</ref>
                        <p><label>τὰς ἐκκλησίας αὐτῶν δέδωκε τοῖς χριστιανοῖς: </label>
  Dass die beschlagnahmten „Kirchen“ den Christen übergeben wurden, ist
 ausgeschlossen. Selbst mazdakitische Tempel sind nicht bekannt; vgl.
 <bibl><ref target="Klima_1957"><title>Klima
 (1957)</title></ref></bibl>, 255.

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000431" xml:space="preserve">
                        <ref>13|2</ref>
                        <p><label>ἅτινα διηγήσατο βασταγάριος Περσῶν, ὅστις βαπτισθεὶς μετεκλήθη Τιμόθεος: </label>
  Es wurde vorgeschlagen, dass dieser Timotheos mit dem vorherigen
 Timotheos (<ref target="#K001416">1, 3</ref>) identisch ist (<bibl><ref
 target="Bourier_1900"><title>Bourier (1900)</title></ref></bibl>, 55f.;
 <bibl><ref target="Jeffreys_1990a"><title>Jeffreys
 (1990a)</title></ref></bibl>, 195f.), doch wurde diese Annahme nicht
 belegt. Ebenso ist das Postulat von <bibl><ref
 target="Bourier_1900"><title>Bourier (1900)</title></ref></bibl>, 55,
 wonach διηγήσατο „von einer schriftlichen Quelle zu verstehen ist“,
 wahrscheinlich nicht korrekt; (LSJ, <emph rend="italics">s.v.</emph>
 διηγέομαι).

 (B.O.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000430" xml:space="preserve">
                        <ref>13|4</ref>
                        <p><label>βασταγάριος:</label>
  Das Substantiv βασταγάριος kommt in der Spätantike auf (LSJ) und ist in
 Byzanz verbreitet (LBG). Es ist abgeleitet von βαστάζω ‚ „tragen“ und
 bedeutet daher eher „Lastenträger“ als „Transportunternehmer“ wie
 <bibl><ref target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 461 übersetzen. Noch weniger handelt es
 sich bei βασταγάριος um einen persischen Würdenträger oder Beamten, wie
 <bibl><ref target="Christensen_1925"><title>Christensen
 (1925)</title></ref></bibl>, 124 Anm. 3 und <bibl><ref
 target="Klima_1957"><title>Klima (1957)</title></ref></bibl>, 254
 behaupten.

 (F.S.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
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