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            <titleStmt>
                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 45</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260604-000003</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260604</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
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                    <date>20260604-000003</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
                </change>
            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K007173" xml:space="preserve">
                        <ref></ref>
                        <p><label></label>
  XVIII 45 thematisiert die Schenkung eines kaiserlichen Gewandes an die
 Bürger von Antiochia. Das als τόγα bezeichnete Kleidungsstück wurde –
 vermutlich zum Zwecke der Verehrung – in einer Antiochener Kirche
 ausgestellt.

 <lb/><lb/>

  Das öffentliche Zurschaustellen eines kaiserlichen Gewandes findet in
 Prokops <emph rend="italics">Bauwerken</emph> eine sehr viel
 ausführlichere, allerdings auf Konstantinopel bezogene Parallele
 (Procop. <emph rend="italics">Aed.</emph> VII 1,14–16): Im Rahmen von
 Bauarbeiten an der Märtyrer-Kirche der Eirene am Goldenen Horn war
 demnach eine Truhe mit den Überresten der 40 Heiligen von Sebasteia
 (ODB 2 [1991], s.v. Forty Martyrs of Sebasteia, 799f. [A. Kazhdan; N.
 P. Ševčenko]) aufgefunden worden, durch deren Berührung Justinian von
 einer hartnäckigen, Prokop zufolge durch die asketische Lebensweise des
 Kaisers bedingten Krankheit auf einen Schlag geheilt wurde. Als man die
 Truhe nun öffnete, entrann dem Behältnis als Beweis dieses göttlichen
 Wirkens heiliges Öl, welches das Purpurgewand (τὴν ἐσθῆτα […] ὅλην
 ἁλουργὸν οὖσαν) und die Füße des Herrschers benetzte. Das
 Kleidungsstück bewahrte man daher fortan im Palast auf, wo es nicht nur
 als Zeugnis (μαρτύριον) des geschehenen Wunders vorgezeigt wurde,
 sondern sich auch als Heilmittel (σωτήριον) für Menschen erwies, die
 unheilbar erkrankt waren. Es war somit zu einem <emph
 rend="italics">brandeum</emph> geworden, d.h. zu einer sekundären
 Reliquie, die durch die Berührung mit den sterblichen Überresten eines
 Heiligen deren heilige Kraft aufgenommen hatte (<bibl><ref
 target="Meier_2004a"><title>Meier (2004a)</title></ref></bibl>, 624f.;
 vgl. RAC II (1954), 522f., s.v. Brandeum [Fr. Pfister]). Diese
 Begebenheit ist dazu angetan, Justinian selbst in heilige Sphären zu
 rücken (vgl. schon <bibl><ref target="Rubin_1960"><title>Rubin
 (1960)</title></ref></bibl>, 390, Anm. 135), ja ihm durch den Hinweis
 auf das Benetzen seiner Füße mit dem heiligen Öl implizit sogar
 Wunderheilkräfte zu attestieren (<bibl><ref
 target="Meier_2004a"><title>Meier (2004a)</title></ref></bibl>, 625
 unter Verweis auf die sehr ähnlichen Zuschreibungen an französische und
 englische Königsdynastien des Hoch- und Spätmittelalters, die Marc
 Bloch in seiner Studie von 1924 zu den „rois thaumaturges“ untersucht
 hat; vgl. auch die Salbung der Füße Jesu durch die Lazarus-Schwester
 Maria in Joh 12,3; ähnliche Episode(n) mit abweichenden Details bei Mk
 14,3–5, Mt 26,7–9, Lk 7,37–38; das Ölwunder stilisiert Justinian also
 geradezu zu einem neuen Jesus; vgl. <bibl><ref
 target="Meier_2016b"><title>Meier (2016b)</title></ref></bibl>, 86:
 "Der Körper des Kaisers ist unter Justinian zur Reliquie geworden").

 <lb/><lb/>

  Ungeachtet seiner Kürze kann man davon ausgehen, dass der Bericht in
 der <emph rend="italics">Chronographia</emph> ähnlich zu
 kontextualisieren ist wie der des Prokop, d.h. dass das erwähnte
 kaiserliche Kleidungsstück ebenfalls als <emph
 rend="italics">brandeum</emph> verstanden werden muss (in diesem Sinne
 schon <bibl><ref target="Downey_1961"><title>Downey
 (1961)</title></ref></bibl>, 531). Offen ist hingegen die Frage, ob es
 sich hier um zwei distinkte Belegstellen für diesen Akt handelt oder ob
 sich beide Autoren womöglich auf ein- und dasselbe Gewand beziehen
 könnten. Grundsätzlich war es im 6. Jahrhundert nicht ungewöhnlich,
 solche Sekundärreliquien von einem Ort an den anderen zu übermitteln.
 Auch der Umstand, dass in der <emph rend="italics">chronographia</emph>
 und bei Prokop unterschiedliche Begriffe zur Beschreibung des
 jeweiligen Gewandes verwenden (Prokop: ἐσθής und κιτών; <emph
 rend="italics">Chronographia</emph>: τόγα), spricht nicht zwingend
 dafür, hier zwei unterschiedliche Kleidungsstücke zu erblicken. Der in
 der <emph rend="italics">Chronographia</emph> insgesamt nur zweimal
 verwendete Latinismus τόγα wird von ihm in II 8 als lateinische
 Bezeichnung für eine purpurne Königstracht aufgelöst (σχῆμα βασιλικόν,
 vgl. auch den philologischen Kommentar <emph rend="italics">ad</emph>
 Z. 2); sie sei von den römischen Konsuln noch im 6. Jahrhundert
 getragen worden. Sie lässt sich sicher mit der so genannten <emph
 rend="italics">trabea triumphalis</emph> identifizieren, dem
 ursprünglich den Konsuln zugeordneten Festkleid, das zu tragen ab der
 späten Republik auch einzelnen herausragenden Persönlichkeiten
 gestattet wurde. Für die Zeit Caesars ist diese Auszeichnung dann
 erstmals als spezifisch herrscherliches Privileg überliefert. Caesar
 selbst präsentierte sich offenbar „in der archaisierenden Form der
 purpurnen Toga“ (<bibl><ref target="Alföldi_1970"><title>Alföldi
 (1970)</title></ref></bibl>, 148; vgl. Cass. Dio 44,6,1), die man
 traditionell auf die Könige der römischen Frühzeit zurückführte. Die
 Tracht, die fortan immer wieder von Kaisern getragen wurde, betont die
 Eigenschaften des Siegers (<emph rend="italics">victor</emph>) und des
 Friedensbringers (<emph rend="italics">pacator orbis</emph>; vgl.
 <bibl><ref target="Alföldi_1970"><title>Alföldi
 (1970)</title></ref></bibl>, 154f.). Noch Johannes Lydos weiß zu
 berichten, dass es für die römischen Kaiser zur Sitte geworden war, bei
 Triumphen über gefangene Könige eine στολή τριουμφάλια anzulegen. Auch
 Justinian zeigte sich demnach bei der Siegesfeier über den
 Vandalenkönig Gelimer (534 n.Chr.) in einem solchen Gewand (zur
 Signifikanz der Tracht für die politische Botschaft dieser Feier vgl.
 <bibl><ref target="Börm_2013"><title>Börm (2013)</title></ref></bibl>,
 68f.). Johannes Lydos bietet auch eine nähere Beschreibung des Ornats:
 Ihm zufolge bestand die Tracht aus einer Tunika, die auf der Innenseite
 purpurfarben und auf der Außenseite golden war und über die ein
 goldenes Schulterteil gelegt wurde, das er mit dem hier erstmals
 belegten Begriff λῶρος umschreibt (Joh. Lyd. II 2). Mittelbyzantinische
 Autoren wie Konstantin Porphyrogennetos kennen den λῶρος als
 Bezeichnung für die kaiserliche Festkleidung bei der Osterfeier (vgl.
 insbes. Konst. Porph. <emph rend="italics">Cer.</emph> II 40). Wie und
 wann genau die Bedeutungsüberführung dieses Kleids vom profanen Bereich
 der Konsuln und Triumphatoren in den sakralen Bereich des Osterfestes
 vonstattengegangen ist, geht aus der Überlieferung nicht hervor (vgl.
 zu dieser Frage RBK III [1978], 369–498, s.v. Insignien: XII. Trabea
 triumphalis u. Loros [428–444], hier insbes. 430f.). Sicher ist aber,
 dass es sich zeitübergreifend um ein symbolisch stark aufgeladenes
 Kleidungsstück handelte, das vornehmlich zu feierlichen Anlässen
 getragen wurde (so speziell für die Spätantike <bibl><ref
 target="Alföldi_1970"><title>Alföldi (1970)</title></ref></bibl>,
 150–152). Die von Prokop verwendeten, recht allgemeinen Bezeichnungen
 ἐσθής und κιτών sind in diesem Zusammenhang nicht sicher zu verorten.
 Eine Tunika (so die wohl am nächsten liegende Übertragung des
 griechischen κιτών) war beispielsweise auch Teil des kaiserlichen
 „Dienstornats“, wie ihn Justinian auf den berühmten Mosaiken von San
 Vitale in Ravenna trägt (Tunika, Hosen, Gürtel, Chlamys und Prunkfibel;
 vgl. <bibl><ref target="Delbrueck_1932"><title>Delbrueck
 (1932)</title></ref></bibl>, 4–10; <bibl><ref
 target="Kolb_2001"><title>Kolb (2001)</title></ref></bibl>, 54). Sie
 bildete, wie Lydos’ Ausführungen bezeugen, aber eben auch das übliche
 Unterkleid der <emph rend="italics">trabea triumphalis</emph>. Auch die
 von Prokop erwähnten Purpurfarben waren ein festes Element beider
 Ornate. Es ist also zumindest nicht ausgeschlossen, dass sich Prokop
 hier ebenfalls auf ein Triumphalkleid bezieht (das aber natürlich
 trotzdem nicht zwangsläufig mit dem im vorliegenden Kapitel erwähnten
 identisch sein muss). Gegen die Annahme desselben Kleidungsstücke
 sprechen vor allen Dingen chronologische Erwägungen: Die
 Eröffnungsformel τῷ δὲ αὐτῷ χρόνῳ bezieht sich hier auf 529 n.Chr.,
 also auf eines der ersten Jahre der justinianschen Regierungszeit. Die
 bei Prokop überlieferten Bauarbeiten an der Kirche der Eirene können
 wohl mit Wiederaufbaumaßnahmen infolge des Nika-Aufstandes von 532
 n.Chr. (vgl. XVIII 71) in Verbindung gebracht werden: Im Verlauf des
 innerstädtischen Konflikts war neben zahlreichen anderen Bauten auch
 die Eirene-Kirche zerstört worden. Die Wiederrichtung der Kirche
 erfolgte zeitnah (<bibl><ref target="Peschlow_1977"><title>Peschlow
 (1977)</title></ref></bibl>, 22; vgl. auch die dendrochronologischen
 Daten ebd., 235–240, die nahelegen, dass um 533 n.Chr. Dachbalken an
 der Kirche ersetzt wurden). Sollte sich Prokop tatsächlich auf diese
 Bauarbeiten beziehen, so wäre das von ihm geschilderte „Ölwunder“ also
 mindestens drei Jahre nach der in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> berichteten Episode anzusetzen,
 womit sich die vorliegende Stelle sicher auf ein zweites, bei einem uns
 unbekannten früheren Anlass „geheiligtes“ Gewand beziehen müsste.

 <lb/><lb/>

  Sprachlich ist dieses Kapitel - abgesehen von dem Formalismus ὁ αὐτὸς
 bei der Nennung des Kaisers und der possessiven Verwendung von ἰδίαν
 bei τόγαν (beide Aspekte des Vokabulars) – auf der syntaktischen Ebene
 ein korrekt gebautes, ja klassisch-harmonisch fließendes Satzgefüge:
 Man beachte den einfachen <emph rend="italics">Dativus temporis</emph>
 (ohne ἐν), die kanonische Konstruktion δωρέεσθαί (medial) τί τινι, die
 richtige Kongruenz des <emph rend="italics">Participium
 coniunctum</emph> ἔχουσαν mit dem Bezugssubstantiv τόγαν.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000043" n="B000043" rend="inline" type="section">
  <p>            Procop. <mentioned>Aed.</mentioned> 1,7,14–16 (?)
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000048" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K000674"/>Τῷ δὲ αὐτῷ χρόνῳ <anchor xml:id="K000675"/>ό αὐτὸς βασιλεὺς Ἰουστινιανὸς ἐδωρήσατο τοῖς 
                    <lb n="2"/>Ἀντιοχεῦσιν τὴν <anchor xml:id="K000676"/>ἰδίαν <anchor xml:id="K000677"/>τόγαν, <anchor xml:id="K000679"/>ἔχουσαν καὶ <anchor xml:id="K000680"/>λίθους βασιλικούς· καὶ 
                    <lb n="3"/>ἡπλώθη <anchor xml:id="K000682"/>ἐν τῇ ἐκκλησία τῇ λεγομένῃ Κασσιανοῦ. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K000674" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Τῷ δὲ αὐτῷ χρόνῳ:</label>
  Zur Formel ἐν δὲ τῷ αὐτῷ χρόνῳ sowie der Bedeutung von χρόνος in dieser
 Zeitangabe („Jahr“): <ref target="#K000592">18, 40</ref>. An dieser und
 an mehreren anderen Stellen der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> (Liste bei <bibl><ref
 target="Festugière_1978"><title>Festugière (1978)</title></ref></bibl>,
 223) fehlt die Präposition ἐν: Das Changieren zwischen einfachem <emph
 rend="italics">Dativus temporis</emph> und präpositionaler Konstruktion
 war schon für das klassische Griechisch typisch, Analyse und Beispiele
 bei <bibl><ref target="Kühner_Gerth_1898"><title>Kühner, Gerth
 (1898)</title></ref></bibl>, § 426, 2 und <bibl><ref
 target="Schwyzer_Debrunner_1950"><title>Schwyzer, Debrunner
 (1950)</title></ref></bibl>, 158–159; spezifisch zur <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> <bibl><ref
 target="Wolf_1912"><title>Wolf (1912)</title></ref></bibl>, 48.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000675" xml:space="preserve">
                        <ref>1|5</ref>
                        <p><label>ό αὐτὸς βασιλεύς: </label>
  Zur wiederkehrenden Verwendung des Demonstrativums ὁ αὐτός in der
 Chronik zur (Hyper-)determinierung des Nomens βασιλεύς sowie vieler
 anderer Substantive: <ref target="#K000600">2, 7</ref>.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000676" xml:space="preserve">
                        <ref>2|3</ref>
                        <p><label>ἰδίαν:</label>
  In der späteren Gräzität übernimmt das Adjektiv ἴδιος allmählich die
 Stelle des alten reflexiven Possessivums (ἑ)αὑτοῦ, um zu bezeichnen,
 was dem Subjekt des Satzes eigen ist: s. LSJ s.v. ἴδιος I 6, ferner
 <bibl><ref target="Psaltes_1913"><title>Psaltes
 (1913)</title></ref></bibl>, § 311, mit Belegen v.a. aus Theophanes
 (sowie Verweisen auf die einschlägige Bibliographie zu anderen
 Textarten) und <bibl><ref target="Wolf_1911"><title>Wolf
 (1911)</title></ref></bibl>, 44–45 mit Belegen aus der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph>.

 (L.C.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000677" xml:space="preserve">
                        <ref>2|4</ref>
                        <p><label>τόγαν, ἔχουσαν καὶ λίθους βασιλικούς:</label>
  Bei τόγαν handelt es sich um einen Latinismus (<emph
 rend="italics">toga</emph>); berücksichtigt in den entsprechenden
 Listen von <bibl><ref target="Körting_1879"><title>Körting
 (1879)</title></ref></bibl>, 18 und <bibl><ref
 target="Festugière_1978"><title>Festugière (1978)</title></ref></bibl>,
 239, fehlt hingegen bei <bibl><ref target="James_1990"><title>James
 (1990)</title></ref></bibl>, 223. Das Wort kommt in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> nur noch in II 8 vor, wo es genauer
 definiert wird: μετὰ οὖν χρόνους πολλοὺς οἱ Ῥωμαῖοι τὴν Φοινίκην
 ὑποτάξαντες χώραν τὸ ἐξ ἀρχῆς ἀναδειχθὲν ἐκ τῆς κογχύλης ἀληθινὸν σχῆμα
 βασιλικὸν ἐφόρεσαν, ὅπερ ἐκάλεσαν ῥωμαϊστὶ τόγαν• ἥντινα καὶ ὕπατοι
 ‘Ρωμαίων ἕως τῆς νῦν φοροῦσι „Nach vielen Jahren nun, nachdem die Römer
 das Phoinikerland unterworfen hatten, da begannen sie die wirkliche
 königliche Tracht zu tragen, die anfänglich mittels der Purpurschnecke
 vorgewiesen worden war, und sie nannten sie auf Lateinisch Toga. Diese
 tragen auch die Konsuln der Römer bis zum heutigen Tag“ (Übersetzung
 von <bibl><ref target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 63).

 <lb/><lb/>

  Die hier erwähnte Toga unterscheidet sich von der in Buch II
 beschriebenen Toga: Justininas Toga war zusätzlich mit kaiserlichen
 Edelsteinen geschmückt (καὶ also prägnant im Sinne von „auch“, zu
 Unrecht weggelassen in der Übersetzung von <bibl><ref
 target="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986"><title>Jeffreys, Jeffreys, Scott
 (1986)</title></ref></bibl>, 264). Das Verzieren des Triumphalgewandes
 mit Edelsteinen zur Distinktion des kaiserlichen Ornats von demjenigen
 anderer Würdenträger wurde wohl spätestens unter Diokletian erstmals
 praktiziert (<bibl><ref target="Alföldi_1970"><title>Alföldi
 (1970)</title></ref></bibl>, 154; <bibl><ref
 target="Stern_1954"><title>Stern (1954)</title></ref></bibl>, 188
 betont allerdings, ein erster sicherer Nachweis existiere erst für
 Konstantin II.). Wenn gerade dieser Umstand betont wird, legt das
 nochmals nahe, dass es sich bei dem nach Antiochia übermittelten Gewand
 um eine <emph rend="italics">trabea triumphalis</emph> handelte:
 Edelsteine waren an der kaiserlichen Tracht natürlich nicht selten
 vorzufinden; man verzierte mit ihnen aber typischerweise Fibeln,
 Diademe oder andere Einzelattribute und nicht das eigentliche Gewand
 (vgl. etwa <bibl><ref target="Delbrueck_1932"><title>Delbrueck
 (1932)</title></ref></bibl>, 4f. zum „Dienstkostüm“ Justinians oder
 <bibl><ref target="Kolb_2001"><title>Kolb (2001)</title></ref></bibl>,
 49f. zur Militärtracht Diokletians). Belegstellen für λίθος als (jede
 Art von) „Spezialstein“, darunter auch „Edelstein“ finden sich in LSJ
 s.v. λίθος II.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000682" xml:space="preserve">
                        <ref>3|2</ref>
                        <p><label>ἐν τῇ ἐκκλησία τῇ λεγομένῃ Κασσιανοῦ: </label>
  Die Kirche in Antiochia, die nach Kassian benannt sei (zur
 partizipialen Konstruktion mit λέγω: <ref target="#K007174">13,
 3</ref>), lässt sich nicht näher lokalisieren. In einer syrischen Vita
 des Simeon Stylites wird berichtet, dass nach dem Tod des
 Säulenheiligen im Jahr 560 n.Chr. dessen Körper für drei Tage in einer
 Antiochener Kirche dieses Namens aufgebahrt wurde, bevor man ihn dann
 in die Hauptkirche der Stadt verbrachte (vgl. die Edition und
 Übersetzung von <bibl><ref target="Lietzmann_1908"><title>Lietzmann
 (1908)</title></ref></bibl>, hier insbes. Abschnitte 134–135, [178]).
 Dies könnte eventuell auf eine Lokalisierung des Baus in der Nähe des
 Nordtores hindeuten, durch das man die Stadt betrat, wenn man sie aus
 Richtung des nordwestlich von Aleppo (Beroea) gelegenen Simeonsklosters
 erreichte.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
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                          Downey (1961): Downey, Glanville: 
                        A history of Antioch in Syria from Seleucus to the Arab Conquest. 
                        Princeton 1961
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Festugière_1978" xml:space="preserve">
                          Festugière (1978): Festugière, André-Jean: 
                        Notabilia  dans  Malalas. I. 
                        Revue  de  Philologie 1978, 221–241
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="James_1990" xml:space="preserve">
                          James (1990): James, Alan: 
                        The language of Malalas, 1: General survey. 1990, 217–224
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986" xml:space="preserve">
                          Jeffreys, Jeffreys, Scott (1986): Jeffreys, Elizabeth/Jeffreys, Michael/Scott, Roger: 
                        The Chronicle of John Malalas. A Translation. 
                        Melbourne 1986
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Kolb_2001" xml:space="preserve">
                          Kolb (2001): Kolb, Frank: 
                        Herrscherideologie in der Spätantike. 
                        Berlin 2001
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Körting_1879" xml:space="preserve">
                          Körting (1879): Körting, Gustav: 
                        De vocibus latinis quae apud J. Malalam chronographum Byzantinum inveniuntur. 
                        Münster 1879
                    </bibl>
      
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                          Kühner, Gerth (1898): Kühner, Raphael/Gerth, Bernhard: 
                        Ausführliche Grammatik der griechischen Sprache. Satzlehre. 
                        Hannover 1898
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Lietzmann_1908" xml:space="preserve">
                          Lietzmann (1908): Lietzmann, Hans , Leipzig 1908.: 
                        Das Leben des Heiligen Symeon Stylites. Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur. 
                    </bibl>
      
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                          Meier (2004a): Meier, Mischa: 
                        Das andere Zeitalter Justinians. Kontingenzerfahrung und Kontingenzbewältigung im 6. Jahrhundert n. Chr.. 
                        Göttingen 2004
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Meier_2016b" xml:space="preserve">
                          Meier (2016b): Meier, Mischa: 
                        Liturgisierung und Hypersakralisierung. Zum Bedeutungsverlustr kaiserlicher Frömmigkeit in Konstantinopel zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert n. Chr.. 
                        Denkraum Spätantike. Reflexionen von Antiken im Umfeld des Koran 2016, 75–106
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Peschlow_1977" xml:space="preserve">
                          Peschlow (1977): Peschlow, Urs: 
                        Die Irenenkirche in Istanbul. Untersuchungen zur Architektur. 
                        Tübingen 1977
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Psaltes_1913" xml:space="preserve">
                          Psaltes (1913): Psaltes, Stamatios B.: 
                        Grammatik der byzantinischen Chroniken. 
                        Göttingen 1913
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Rubin_1960" xml:space="preserve">
                          Rubin (1960): Rubin, Berthold: 
                        Das Zeitalter Justinians. 
                        Berlin 1960
                    </bibl>
      
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                          Schwyzer, Debrunner (1950): Schwyzer, Eduard/Debrunner, Albert: 
                        Griechische Grammatik … von Eduard Schwarz. Zweiter Band Syntax und Syntaktische Stilistik vervollständigt und herausgegeben von Albert Debrunner. 
                        München 1950
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Stern_1954" xml:space="preserve">
                          Stern (1954): Stern, Henri: 
                        Remarks on the "Adoratio" under Diocletian. 
                        Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 1954, 1, 184–189
                    </bibl>
      
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                          Thurn, Meier (2009): Thurn, Johannes/Meier, Mischa: 
                        Johannes Malalas Weltchronik.. 
                        Stuttgart 2009
                    </bibl>
      
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                          Wolf (1911): Wolf, Karl: 
                        Studien zur Sprache des Malalas, Tl. 1: Formenlehre. 
                        Diss. München 1911
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Wolf_1912" xml:space="preserve">
                          Wolf (1912): Wolf, Karl: 
                        Studien zur Sprache des Malalas, Tl. 2: Syntax. 
                        Diss. München 1912
                    </bibl>
      
         </listBibl>
     </div>
    
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