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            <titleStmt>
                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 80</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260409-000003</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260409</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <date>20260409-000003</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
                </change>
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        </revisionDesc>
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    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000070" n="B000070" rend="inline" type="section">
  <p>            keine
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000154" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K001083"/>Ἐν αὐτῷ δὲ τῷ χρόνῳ <anchor xml:id="K001100"/>ἔρριψε καὶ τὴν τρίτην ὑπατείαν <anchor xml:id="K001102"/>ὁ αὐτὸς 
                    <lb n="2"/>βασιλεύς, <anchor xml:id="K001085"/>ἀνακαλεσάμενος τοὺς <anchor xml:id="K004441"/>πατρικίους <anchor xml:id="K001086"/>Ὀλύβριον καὶ <anchor xml:id="K001087"/>Πρόβον ὄντας 
                    <lb n="3"/><anchor xml:id="K001099"/>ἐν <anchor xml:id="K001099"/>ἐξορίᾳ, δεδωκὼς αὐτοῖς πάντα τὰ ὑπάρχοντα αὐτῶν. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K001083" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Ἐν αὐτῷ δὲ τῷ χρόνῳ:</label>
  Der typische relative Anschluss αὐτῷ δὲ τῷ χρόνῳ (zur Zeitformel: <ref
 target="#K000588">18, 42</ref>) suggeriert ein chronologisches
 Fortschreiten, woraus sich eine Datierung frühestens auf November 533
 ergäbe (da das im vorangegangenen Kapitel XVIII 79 geschilderte
 Erdbeben im <emph rend="italics">Chronicon Paschale</emph> auf diesen
 Monat datiert wird). Aus dem Kontext geht jedoch mit einiger
 Wahrscheinlichkeit hervor, dass sich die Stelle auf den
 Konsulatsantritt bezieht, der der Tradition entsprechend am 1. Januar –
 in diesem Fall des Jahres 533 n. Chr. (<bibl><ref
 target="Bagnall_Cameron_Schwartz_Worp_1987"><title>Bagnall, Cameron,
 Schwartz, Worp (1987)</title></ref></bibl>, 601) – stattgefunden haben
 muss. Diese Diskrepanz kann entweder auf einen durch den
 Abschreibeprozess bedingten Datierungsfehler (z.B. Verwechslung der
 Indiktionsangabe) zurückgeführt werden oder darauf, dass die <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> keine stringente Chronologie bot:
 <ref target="#K000855">18, 77</ref>.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001084" xml:space="preserve">
                        <ref>1|6</ref>
                        <p><label>ἔρριψε καὶ τὴν τρίτην ὑπατείαν:</label>
  Die Bedeutung dieses Ausdrucks kann nur mit Hilfe des Kontextes und des
 sonstigen Inhalts des Kapitels (Maßnahmen Justinians bei
 Konsulatsantritt) rekonstruiert werden: Vor diesem Hintergrund kann die
 Phrase nur mit "(er) warf auch anlässlich des dritten Konsulats Geld
 (gemeint ist: in die Menge)" übersetzt werden (vgl. ähnlich <bibl><ref
 target="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986"><title>Jeffreys, Jeffreys, Scott
 (1986)</title></ref></bibl>, 284: „distributed largesse“). Auf der
 grammatikalischen und syntaktischen Ebene ist die Kombination zwischen
 dem Verb ῥίπτω ‚werfen‘ und dem Akkusativ ὑπατείαν ‚Konsulat‘ als
 Objekt bemerkenswert: Zu erwarten wäre nach ῥίπτω das Akkusativobjekt
 des geworfenen (in diesem Zusammenhang: des gespendeten) Gegenstandes
 und evtl. ein Dativkomplement für den Anlass/Zeitpunkt der Spende, wie
 in XIII 9 Ὁ δὲ θειότατος Κωνσταντῖνος ἐν τῇ συμπληρώσει τῆς αὐτοῦ
 ὑπατείας ἔρριψεν ἐν Κωνσταντινουπόλει χάρισμα. Mit vorliegender Stelle
 gut vergleichbar ist allerdings die Formulierung ὁ δὲ αὐτὸς
 Ἰουστινιανὸς *δέδωκεν ὑπατείαν* in XVIII 3 in einem ähnlichen Kontext
 (Justinan „gab das Konsulat“ im Sinne von „gab Gelder anlässlich seines
 Konsulats“).

 <lb/><lb/>

  Die Gepflogenheit, die Bevölkerung zum Amtsantritt am 1. Januar mit
 Geldgeschenken zu versehen, war noch im 6. Jh. verbreitet und wurde
 insbesondere von den Kaisern als Gelegenheit wahrgenommen, sich durch
 besonders reichhaltige Spenden zu profilieren, während es angesichts
 der finanziellen Verpflichtungen nur einer kleinen Zahl der Senatoren
 überhaupt möglich war, den Konsulat zu bekleiden (vgl. <bibl><ref
 target="Bury_1923"><title>Bury (1923)</title></ref></bibl> II, 347;
 <bibl><ref target="Sguaitamatti_2012"><title>Sguaitamatti
 (2012)</title></ref></bibl>, 241f.). Die <emph
 rend="italics">Nov.</emph> 105 von 537 n. Chr. sicherte dem Kaiser das
 alleinige Recht zu, Gold in die Menge zu werfen; dies wohl nicht, um
 gegenseitige magistratische Konkurrenz zu unterbinden und so den
 Fortbestand des Konsulates zu gewährleisten (so noch <bibl><ref
 target="Sguaitamatti_2012"><title>Sguaitamatti
 (2012)</title></ref></bibl>, 184f.), sondern um dem Kaiser eine
 Gelegenheit zu geben, sich unter den Spendern besonders auszuzeichnen:
 <bibl><ref target="Meier_2002"><title>Meier
 (2002)</title></ref></bibl>, 279–281; vgl. auch <bibl><ref
 target="Bagnall_Cameron_Schwartz_Worp_1987"><title>Bagnall, Cameron,
 Schwartz, Worp (1987)</title></ref></bibl>, 10.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001102" xml:space="preserve">
                        <ref>1|11</ref>
                        <p><label>ὁ αὐτὸς βασιλεύς:</label>
  Zu dieser Formel <ref target="#K000600">2, 7</ref>.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001085" xml:space="preserve">
                        <ref>2|2</ref>
                        <p><label>ἀνακαλεσάμενος ... αὐτῶν:</label>
  Über die Verbannung eines Olybrius und eines Probus durch Justinian ist
 abseits dieser Stelle nichts bekannt. Es erscheint jedoch naheliegend,
 dass diese Verbannung anlässlich des Nika-Aufstandes (XVIII 71)
 ausgesprochen worden war, da sich Probus (<ref target="#K000261">18,
 22</ref>), der Neffe des Anastasios, der vom Volk mit der Kaiserwürde
 betraut werden sollte, durch Flucht entzogen hatte.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001086" xml:space="preserve">
                        <ref>2|5</ref>
                        <p><label>Ὀλύβριον:</label>
  Zur Identifizierung kommen zwei Personen infrage, nämlich Flavius
 Anicius Olybrius, alleiniger Konsul des Jahres 491 n. Chr. (PLRE II
 (Olybrius 3), 795), sowie der gleichnamige Konsul des Jahres 526 n.
 Chr. (PLRE II (Fl. Anicius Olybrius 7), 798). Beide sind wohl als
 distinkte Personen anzusehen, da keine der Quellen für 526 auf das
 „zweite“ Konsulat verweist: PLRE II (Fl. Anicius Olybrius 7), 798; vgl.
 <bibl><ref target="Bagnall_Cameron_Schwartz_Worp_1987"><title>Bagnall,
 Cameron, Schwartz, Worp (1987)</title></ref></bibl>, 586f.; deswegen
 unzutreffend <bibl><ref target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 432, Anm. 80. Da es sich bei dem ersten
 dieser beiden Konsuln um einen Enkel des weströmischen Kaisers Olybrius
 und einen Sohn des Aerobindos handelte, konnte er Justinian in
 ähnlichem Maße gefährlich werden wie der Kaiserneffe Probus. Es ist
 deswegen anzunehmen, dass es sich bei dem Verbannten bzw.
 Rehabilitierten um diesen Olybrius handelt: PLRE II (Olybrius 3), 795;
 <bibl><ref target="Meier_2014a"><title>Meier
 (2014a)</title></ref></bibl>, 86 mit Anm. 78.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001087" xml:space="preserve">
                        <ref>2|7</ref>
                        <p><label>Πρόβον:</label>
  Zur Person des Probus <ref target="#K000261">18, 22</ref>, dem Neffen
 des Anastasios; er war im Nachgang des Nika-Aufstandes im Januar 532 n.
 Chr. (vgl. XVIII 71) exiliert worden. Seine Rückberufung erfolgte
 demnach nicht einmal ein Jahr nach seiner Verbannung.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001099" xml:space="preserve">
                        <ref>3|1</ref>
                        <p><label>ἐν ἐξορίᾳ: </label>
  Zum Substantiv ἐξορία in der <emph rend="italics">Chronographia</emph>:
 <ref target="#K001101">2, 14</ref>.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
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                          Bagnall, Cameron, Schwartz, Worp (1987): Bagnall, Roger S./Cameron, Alan/Schwartz, Seth R./Worp, Klaas A.: 
                        Consuls of the Later Roman Empire. 
                        Atlanta 1987
                    </bibl>
      
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                          Bury (1923): Bury, John B.: 
                        History of the Later Roman Empire. 
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                          Jeffreys, Jeffreys, Scott (1986): Jeffreys, Elizabeth/Jeffreys, Michael/Scott, Roger: 
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                    <bibl xml:id="Meier_2002" xml:space="preserve">
                          Meier (2002): Meier, M.: 
                        Das Ende des Konsulats im Jahr 541/42 und seine Gründe. Kritische Anmerkungen zur Vorstellung eines 'Zeitalters Justinians'. 
                        ZPE 2002, 277–299
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Meier_2014a" xml:space="preserve">
                          Meier (2014a): Meier, Mischa: 
                        Flavius Hypatius: Der Mann, der Kaiser werden wollte. 2014, 73–95
                    </bibl>
      
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                          Sguaitamatti (2012): Sguaittamati, L.: 
                        Der spätantike Konsulat. 
                        Fribourg 2012
                    </bibl>
      
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                          Thurn, Meier (2009): Thurn, Johannes/Meier, Mischa: 
                        Johannes Malalas Weltchronik.. 
                        Stuttgart 2009
                    </bibl>
      
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                          Thurn (2000): Thurn, Johannes: 
                        Ioannis Malalae Chronographia. 
                        Berolini et Novi Eboraci 2000
                    </bibl>
      
         </listBibl>
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