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                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 83</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
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                    <resp>Export vom 20260604-000003</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
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            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260604</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
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            </publicationStmt>
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                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
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                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
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            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K007258" xml:space="preserve">
                        <ref></ref>
                        <p><label></label>
  Kapitel 83 enthält Ausführungen über eine Synode in Konstantinopel,
 die die Absetzung des Patriarchen Anthimos zum Inhalt hatte. Die
 Passage berichtet überdies über den Tod des Papstes Agapetus in
 Konstantinopel. Die näheren Umstände dieser kirchenpolitischen
 Affäre, die durch andere Quellen (u.a. die Synodalakten) gut
 überliefert ist, werden nicht beleuchtet. Das hier eher
 stichwortartig angesprochene Ereignis stellt nach Einschätzung von
 <bibl><ref target="Speigl_1994"><title>Speigl
 (1994)</title></ref></bibl>, 105 die „zweitwichtigste
 Synodalveranstaltung“ justinianischer Zeit nach dem Ökumenischen
 Konzil von 553 n. Chr. dar (das in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> ganz unerwähnt bleibt). Die Akten
 des Konzils sind ediert in <bibl><ref
 target="Schwartz_1940"><title>Schwartz (1940)</title></ref></bibl>;
 vgl. außerdem <bibl><ref target="Gray_1979"><title>Gray
 (1979)</title></ref></bibl>, 59–61; <bibl><ref
 target="Speigl_1994"><title>Speigl (1994)</title></ref></bibl>;
 <bibl><ref target="Menze_2008"><title>Menze
 (2008)</title></ref></bibl>, 196–208; <bibl><ref
 target="Leppin_2011a"><title>Leppin (2011a)</title></ref></bibl>,
 183–189; <bibl><ref
 target="Hasse-Ungeheuer_2016"><title>Hasse-Ungeheuer
 (2016)</title></ref></bibl>, 45–49; 203–211. Einberufen worden war
 die Synode anlässlich eines Streites um den Patriarchen von
 Konstantinopel, Anthimos (<ref target="#K001094">18, 83</ref>),
 dessen erst im vorangegangenen Jahr erfolgte Versetzung vom
 Bischofssitz in Trapezunt nach Konstantinopel gegen das
 Translationsverbot verstieß und dem man vor allem vorwarf, häretische
 (genauer: miaphysitische) Positionen vertreten zu haben. Auf
 Betreiben des Papstes Agapet (<ref target="#K001093">18, 83</ref>),
 der in diplomatischer Mission in Konstantinopel weilte, hatte
 Justinian den Anthimos bereits Anfang des Jahres seines Amtes
 enthoben; Nachfolger wurde Menas (<ref target="#K001095">18,
 83</ref>). Orthodoxe Mönche und Bischöfe drängten danach darauf, den
 Prozess der Abberufung auch formal zu vollenden, um jeden Zweifel an
 dessen Rechtmäßigkeit zu zerstreuen (Edition ihrer Briefe: <bibl><ref
 target="Schwartz_1940"><title>Schwartz (1940)</title></ref></bibl>,
 131–152; dazu <bibl><ref target="Speigl_1994"><title>Speigl
 (1994)</title></ref></bibl>, 113–121). Agapets plötzlicher Tod kurze
 Zeit darauf ließ eine solche Bestätigung noch wichtiger erscheinen,
 da er dazu geeignet war, „die Wahrhaftigkeit seiner Lehren ernsthaft
 in Zweifel“ zu stellen (<bibl><ref
 target="Leppin_2011b"><title>Leppin (2011b)</title></ref></bibl>,
 203). Die von Anfang Mai bis Anfang Juni in einer Reihe von Sitzungen
 abgehaltene Synode brachte dann jedoch einen großen Erfolg für die
 Chalkedonier: Nicht nur wurde wie erwartet die Entscheidung über
 Anthimos bestätigt, sondern man verurteilte zudem die Schriften der
 Miaphystiten Severos von Antiochia, Petros von Apameia und Zooras als
 häretisch, was für die Anhänger des Miaphysitismus einen schweren
 Schlag bedeutete. Justinian bestätigte diesen Beschluss später in der
 <emph rend="italics">Novelle</emph> 42 und drohte mit schweren
 Strafen bei Zuwiderhandlung. Angesichts der eher toleranten Haltung,
 die der Kaiser bis zu diesem Punkt gegenüber den Miaphysiten
 offenbart hatte (vgl. <bibl><ref target="Leppin_2011b"><title>Leppin
 (2011b)</title></ref></bibl>), ist dieses Ereignis als Teil eines
 „shift in imperial policy“ interpretiert worden (so <bibl><ref
 target="Gray_1979"><title>Gray (1979)</title></ref></bibl>, 61; vgl.
 <bibl><ref target="Leppin_2011a"><title>Leppin
 (2011a)</title></ref></bibl>, 188f.).

 <lb/><lb/>

  Die Darstellung der <emph rend="italics">Chronographia</emph> nennt nur
 die wichtigsten Fakten (Abhaltung einer Synode, Absetzung des Anthimos,
 Tod des Agapetus, Menas als Anthimos-Nachfolger). Die genaueren
 Umstände werden nicht erörtert, namentlich fehlt insbesondere jeder
 Hinweis auf die Gründe für die Absetzung. Damit bestätigt die Stelle
 die verbreitete Einschätzung (vgl. etwa <bibl><ref
 target="Croke_1990c"><title>Croke (1990c)</title></ref></bibl>,14;
 <bibl><ref target="Scott_1996"><title>Scott
 (1996)</title></ref></bibl>, 24–28; <bibl><ref
 target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 16; <bibl><ref
 target="Drecoll_2016"><title>Drecoll (2016)</title></ref></bibl>), nach
 der den theologischen Streitfragen der Zeit in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> nur geringes Interesse
 entgegengebracht wird. In den späteren, inhaltlich verwandten
 Darstellungen Theoph. 217,1–12 und Cedr. 415,4 wird Anthimos explizit
 seine Nähe zu häretischen Lehren zum Vorwurf gemacht bzw. er sogar
 selbst als Häretiker bezeichnet (Theoph. 217,3). Ob Theophanes an
 dieser Stelle die <emph rend="italics">Chronographia</emph> als Vorlage
 nutzte, bleibt zweifelhaft (siehe <bibl><ref
 target="Rochow_1983"><title>Rochow (1983)</title></ref></bibl>, 468).

 <lb/><lb/>

  Der ausschließlich auf Konstantinopel gerichtete Fokus dieses Kapitels,
 verbunden mit der gleichzeitigen Reduzierung der Zahl von
 antiochenischen bzw. syrischen Berichten in dieser Sektion der Chronik,
 wird von <bibl><ref target="Croke_1990c"><title>Croke
 (1990c)</title></ref></bibl>, 23 als Beweis dafür angeführt, dass der
 Chronist zur Zeit der Abfassung dieses Teils seines Werkes keinen
 Kontakt mehr zu seiner Heimat und sich in der Reichshauptstadt
 niedergelassen hatte.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000072" n="B000072" rend="inline" type="section">
  <p>            Theoph. 217,1–12; Hist. Eccl. in <mentioned>Anecd. Paris.</mentioned> 2,112,29–31
            Cramer; Cedr. 651,1–9; Theod. Skut. 95,17–23; Zon. 3,158,15–16; Euagr. 161,3–10.
            185,16–8; Xanth., <mentioned>Hist. Eccl.</mentioned>, PG 147,280 C – 281 B; Joh. Nik.
            LXXXX, 85; _Syn. vetus_, §120.
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000157" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/>Καὶ <anchor xml:id="K001091"/>μετὰ τὴν ὑπατείαν Βελισαρίου <anchor xml:id="K001092"/>ἐγένετο σύνοδος ἐν Κωνσταντι- 
                    <lb n="2"/>νουπόλει <anchor xml:id="K001131"/>ὑπὸ τοῦ ἐπισκόπου Ῥώμης <anchor xml:id="K001093"/>Ἀγαπητοῦ· καὶ <anchor xml:id="K001133"/>καθῇρεν <anchor xml:id="K001094"/>Ἀνθέμιον 
                    <lb n="3"/>τὸν πατριάρχην Κωνσταντινουπόλεως. καὶ <anchor xml:id="K001104"/>τῷ αὐτῷ ἔτει τελευτᾷ ἐν Βυ- 
                    <lb n="4"/>ζαντίῳ ὁ ἐπίσκοπος Ῥώμης· καὶ γέγονε πατριάρχης ἐν Κωνσταντινου- 
                    <lb n="5"/>πόλει <anchor xml:id="K001095"/>Μηνᾶς <anchor xml:id="K001129"/>ὁ ἀπὸ ξενοδόχων τῶν <anchor xml:id="K001128"/>Σαμψών. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K001091" xml:space="preserve">
                        <ref>1|2</ref>
                        <p><label>μετὰ τὴν ὑπατείαν Βελισαρίου:</label>
  Die hier angegebene Konsuldatierung verweist auf den Konsulat des
 Belisar, der in das Kalenderjahr 535 n. Chr. fällt. Datiert wird
 jedoch „nach“ dem Konsulat, d.h. in das darauf folgende Jahr, in
 dem das Amt des Konsuls unbekleidet blieb (sog. Postkonsulat). Die
 Angabe <emph rend="italics">post consulatum Belisari</emph> ist in
 den zeitgenössischen Dokumenten üblich (<bibl><ref
 target="Bagnall_Cameron_Schwartz_Worp_1987"><title>Bagnall,
 Cameron, Schwartz, Worp (1987)</title></ref></bibl>, 606f.) –
 obgleich diese Methode naturgemäß zu Schwierigkeiten geführt hat.
 Dies dürfte u.a. die zunehmende Beliebtheit von
 Indiktionsdatierungen begünstigt haben: Vgl. <bibl><ref
 target="Sguaitamatti_2012"><title>Sguaitamatti
 (2012)</title></ref></bibl>, 4. Die Akten der hier thematisierten
 Synode präzisieren das Datum auf den 10. Mai 536 n. Chr.:
 <bibl><ref target="Schwartz_1940"><title>Schwartz
 (1940)</title></ref></bibl>, 161.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001120" xml:space="preserve">
                        <ref>2|2</ref>
                        <p><label>ὑπὸ τοῦ ἐπισκόπου Ῥώμης Ἀγαπητοῦ:</label>
  <bibl><ref target="Thurn_Meier_2009"><title>Thurn, Meier
 (2009)</title></ref></bibl>, 501 „durch Agapetus, den Bischof von Rom“;
 genau so <bibl><ref
 target="Jeffreys_Jeffreys_Scott_1986"><title>Jeffreys, Jeffreys, Scott
 (1986)</title></ref></bibl>, 284: „by the bishop of Rome, Agapetos“.
 Papst Agapetus (<ref target="#K001093">18, 83</ref>) verstarb am 22.
 April des Jahres und damit vor der Synode im Mai/Juni (<ref
 target="#K007258">18, 83</ref>); Agapetus kann der Synode also nicht
 vorgestanden haben. Sein Tod wird hier erst nach dem Ergebnis der
 Synode berichtet (Z. 3f.); wörtlich heißt es allerdings nur, der Papst
 sei „in demselben Jahr“ (τῷ αὐτῷ ἔτει) gestorben, d.h. eine
 chronologische Reihung wird nicht explizit gemacht. „ὑπὸ“ könnte an
 dieser Stelle vielleicht auch anders zu verstehen sein, nämlich als
 Bezug entweder auf das Stattfinden auf Veranlassung des Papstes oder –
 vielleicht – <emph rend="italics">unter dessen Episkopat</emph>, denn
 ein Nachfolger war im Mai 536 n. Chr. angesichts der weiten Distanz
 nach Rom natürlich noch nicht bestellt (<ref target="#K001131">18,
 83</ref>).

 <lb/><lb/>

  Für ὑπό mit Genitiv zur Bezeichnung des Agens auch bei Verben, die der
 Form nach aktiv sind, aber eine passive Auslegung der gemeinten
 Handlung ermöglichen, siehe <bibl><ref target="Rüger_1895"><title>Rüger
 (1895)</title></ref></bibl>, 34–35 mit Belegen, darunter z.B. IV 8
 ἐγένετο ἐκκλησία ὑπὸ Ζήνωνος βασιλέως (der alte Rea-Tempel in Kyzikos
 wurde zu einer Maria-Kirche durch den Einsatz des Kaisers Zeno).

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001093" xml:space="preserve">
                        <ref>2|6</ref>
                        <p><label>Ἀγαπητοῦ:</label>
  Papst ab Mai 535 n. Chr. als Nachfolger Johannes’ II.; Sohn eines
 römischen Priesters und Angehöriger einer einflussreichen
 stadtrömischen Familie; Mitglied des inneren Zirkels des Cassiodor.
 Gleich zu Beginn seiner Amtszeit wurde er vom gotischen König Theodahad
 (möglicherweise unter Zwang) nach Konstantinopel entsandt, um sich dort
 für einen Frieden im Konflikt um Italien einzusetzen. Seine Aktivitäten
 nach der Ankunft beschränkten sich jedoch (so weit erkennbar)
 weitgehend auf religionspolitische Tätigkeiten, insbesondere die
 Abberufung des byzantinischen Patriarchen (<ref target="#K007258">18,
 83</ref>). Er starb unerwartet noch vor Beginn der Synode am 22. April
 536. Zu seiner Person <bibl><ref target="Enßlin_1958"><title>Enßlin
 (1958)</title></ref></bibl>; BBKL 1 (1975), <emph
 rend="italics">s.v.</emph> Agapet I., 52; ODB 1 (1991), <emph
 rend="italics">s.v.</emph> Agapetus I (A. Kazhdan, M. McCormick), 34f.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001133" xml:space="preserve">
                        <ref>2|8</ref>
                        <p><label>καθῇρεν:</label>
  Die in O (f. 313) überlieferte Lesart καθῆρεν ist analysierbar als 3.
 Pers. Sg. des Indikativs Aorists des Verbes καθαίρω (Grundbedeutung:
 ‚reinigen‘; für diese Interpretation siehe <bibl><ref
 target="Merz_1911"><title>Merz (1911)</title></ref></bibl>, 22).
 <bibl><ref target="Chilmead_1691"><title>Chilmead
 (1691)</title></ref></bibl>, II, 221 (gefolgt von <bibl><ref
 target="Thurn_2000"><title>Thurn (2000)</title></ref></bibl>, 404)
 änderte die Überlieferung in καθῇρεν, Imperfekt vom selben Verb.
 <bibl><ref target="Dindorf_1831"><title>Dindorf
 (1831)</title></ref></bibl>, 479 leitete hingegen die fragliche Form
 aus καθαιρέω ab (Grundbedeutung: ‚wegnehmen‘) und schlug
 dementsprechend καθῄρει (Imperfekt von καθαιρέω) oder alternativ – und
 besser, da ein Aorist für diese der Vergangenheit angehörende,
 abgeschlossene Aktion geeigneter ist – καθεῖλεν vor.

 <lb/><lb/>

  Auf der semantischen Ebene scheint Dindorfs Interpretation das Richtige
 zu treffen, denn an vielen anderen Stellen der <emph
 rend="italics">CHronographia</emph> wird zweifelsohne das Verb καθαιρέω
 in der hier gewünschten Bedeutung ‚absetzten aus einem Amt‘ verwendet:
 XVI 11 (2x) καθαιρέθη Εὐφήμιος ὁ πατριάρχης Κωνσταντινουπόλεως ...
 Μακεδόνιος, ὅστις καὶ αὐτὸς καθαιρέθη ὡς Νεστοριανός (beide Male
 Passivaorist ohne Augment, durch Chilmead deshalb in καθῃ- korrigiert,
 siehe <bibl><ref target="Merz_1911"><title>Merz
 (1911)</title></ref></bibl>, 10; <bibl><ref
 target="Thurn_2000"><title>Thurn (2000)</title></ref></bibl>, 502);
 XVIII 18 καθῃρέθησαν ὑπὸ Βίκτωρος ἐπάρχου πόλεως; XVIII 98 ὁ πατριάρχης
 Κωνσταντινουπόλεως καθῃρέθη; XIV 25 καθελεῖν (Infinitiv Aorist Akt. von
 καθαιρέω, siehe <bibl><ref target="Thurn_2000"><title>Thurn
 (2000)</title></ref></bibl>, 487 „depono“) αὐτὸν ἀπὸ τῆς ἐπισκοπῆς.
 Siehe <bibl><ref target="James_1990"><title>James
 (1990)</title></ref></bibl>, 221 und für weitere Belege von dieser
 (speziell byzantinische) Bedeutung von καθαιρέω GLRBP s.v. καθαιρέω.

 <lb/><lb/>

  Aus der Perspektive der Textkritik darf allerdings die überlieferte
 Form von καθαίρω im Text bleiben, denn der Fehler könnte auf den
 Verfasser der Passage selbst zurückgehen (und nicht erst auf einen
 Kopisten). Um eine Formulierung von <bibl><ref
 target="Thurn_2000"><title>Thurn (2000)</title></ref></bibl>, 502
 wiederaufzugreifen, liegt hier möglicherweise eine „Kontamination“
 zwischen καθαίρω und καθαιρέω vor, d.h.: Der Verfasser der Passage
 irrte sich bei der Wahl des Verbes für ‚absetzen‘ und operierte mit dem
 unpassenden καθαίρω (statt mit dem in ähnlichen Kontexten üblichen
 καθαιρέω).

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001094" xml:space="preserve">
                        <ref>2|9</ref>
                        <p><label>Ἀνθέμιον:</label>
  Der Patriarch von Konstantinopel der Jahre 535/36 n. Chr. ist abseits
 der <emph rend="italics">Chronographia</emph> unter dem Namen Anthimos
 bekannt. Vormals war er Bischof von Trapezunt gewesen, hatte sich bis
 zu seiner Ernennung zum Patriarchen im Sommer 535 n. Chr. allerdings
 wohl bereits seit längerer Zeit in Konstantinopel aufgehalten (wie
 polemische chalkedonische Stimmen ihm vorwarfen). Angeblich nahm
 Kaiserin Theodora maßgeblichen Einfluss auf seine Wahl und setzte als
 Fürsprecherin der Miaphysiten ihn als einen ihr genehmen Kandidaten
 durch (vgl. <bibl><ref target="Stein_1949"><title>Stein
 (1949)</title></ref></bibl>, 381; <bibl><ref
 target="Enßlin_1958"><title>Enßlin (1958)</title></ref></bibl>, 459;
 EPLBHC 1, <emph rend="italics">s.v.</emph> Anthimos [D.K.], 295), doch
 muss dieser Einfluss wohl relativiert werden (<bibl><ref
 target="Menze_2008"><title>Menze (2008)</title></ref></bibl>, 199f.).
 Nach <bibl><ref target="Leppin_2011a"><title>Leppin
 (2011a)</title></ref></bibl>, 183f. erfolgte die Wahl des Anthimos
 vornehmlich aufgrund seines heiligmäßigen Lebenswandels. An den
 Gesprächen zwischen Orthodoxen und Miaphysiten 532 n. Chr. hatte er
 noch auf Seiten der ersteren teilgenommen. Seit seiner Ernennung zum
 Patriarchen vertrat er nach <bibl><ref
 target="Speigl_1994"><title>Speigl (1994)</title></ref></bibl>, 108
 Positionen, die dem Severos von Antiocheia und somit dem Miaphysitismus
 nahestanden. Mit anderer Einschätzung <bibl><ref
 target="Menze_2008"><title>Menze (2008)</title></ref></bibl>, 200f.,
 der davon ausgeht, dass Justinian persönlich die Wahl des Menas als
 Vertreter einer ökumenischen, d.h. auf Integration ausgerichteten
 Politik unterstützt hatte. Nach seiner Absetzung lebte Menas (wie eine
 Vielzahl von weiteren Miaphysiten: vgl. <bibl><ref
 target="Hasse-Ungeheuer_2016"><title>Hasse-Ungeheuer
 (2016)</title></ref></bibl>, 273–280) im Palast des Hormisdas in
 Konstantinopel unter dem Schutz Theodoras und offenbar unter Duldung
 Justinians (<bibl><ref target="Leppin_2011a"><title>Leppin
 (2011a)</title></ref></bibl>, 189); auch nach dem Tod der Kaiserin
 konnte er dort bleiben. Er starb erst um 560 n. Chr.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001104" xml:space="preserve">
                        <ref>3|5</ref>
                        <p><label>τῷ αὐτῷ ἔτει:</label>
  Einfacher <emph rend="italics">Dativus Temporis</emph> (ohne ἐν), wie
 er in der <emph rend="italics">Chronographia</emph> öfters z.B. auch in
 der Formel τῷ δὲ αὐτῷ χρόνῳ (<ref target="#K000674">18, 45</ref>) zu
 finden ist. Die von <bibl><ref target="Chilmead_1691"><title>Chilmead
 (1691)</title></ref></bibl>, II, 221 (gefolgt von <bibl><ref
 target="Bury_1897"><title>Bury (1897)</title></ref></bibl>, 230)
 vorgeschlagene Hinzufügung von ἐν ist also nicht notwendig, wie
 <bibl><ref target="Thurn_2000"><title>Thurn
 (2000)</title></ref></bibl>, 404 im Apparat richtig bemerkt.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001095" xml:space="preserve">
                        <ref>5|2</ref>
                        <p><label>Μηνᾶς:</label>
  Der Nachfolger des Anthimos war an dessen Absetzung möglicherweise
 selbst beteiligt gewesen: <bibl><ref target="Speigl_1994"><title>Speigl
 (1994)</title></ref></bibl>, 110. Es ist unklar, ob er die
 Vorsteherfunktion im Samson-Hospiz, die ihm hier zugeschrieben wird,
 bis unmittelbar vor seiner Wahl oder einige Zeit davor innehatte (<ref
 target="#K001129">18, 83</ref>). Menas wurde am 13. März 536 n. Chr.
 von Agapetus persönlich geweiht und hatte bei der Synode im Mai/Juni
 den Vorsitz inne. Ein knappes Jahrzehnt später brach Papst Vigilius die
 Abendmahlgemeinschaft mit ihm, weil dieser Justinians Edikt gegen die
 Dreikapitel unterstützt hatte (unter Verweis auf kanonische Gründe
 jedoch XVIII 98). Nach der Einigung zwischen Papst und Kaiser 547/48 n.
 Chr. wurde Menas kurzzeitig rehabilitiert, im Jahr 550 aber abermals
 exkommuniziert. Er starb im August 552 n. Chr. Vgl. ODB 2 (1991), <emph
 rend="italics">s.v.</emph> Menas (A. Kazhdan), 1339f.; RGG 5 (2002),
 <emph rend="italics">s.v.</emph> Menas (K.-H. Uthemann), 1030f.;
 <bibl><ref target="Leppin_2011a"><title>Leppin
 (2011a)</title></ref></bibl>, 295.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001129" xml:space="preserve">
                        <ref>5|3</ref>
                        <p><label>ὁ ἀπὸ ξενοδόχων:</label>
  „(Menas), derjenige aus der Reihe bzw. der Gruppe der Leiter des
 ξενοδοχεῖον“, i.e. der ehemalige Leiter des Hospiz. Für ἀπὸ + Genitiv
 Plural einer Amtsbezeichnung zur Definition eines ehemaligen
 Amtsinhabers in der <emph rend="italics">Chronographia</emph>: <ref
 target="#K000636">18, 43</ref>; siehe auch <bibl><ref
 target="Rüger_1895"><title>Rüger (1895)</title></ref></bibl>, 36-37 III
 (i) mit Belegen, darunter z.B. X 1 ἡγεμονεύοντος τῆς Συρίας Κυρηνίου
 τοῦ ἀπὸ ὑπάτων (am Tag der Geburt Jesu war Verwalter von Syrien der
 Ex-Konsul Quirinius) und (in einem ähnlichen Kontext) XVII 6 καὶ
 ἐγένετο ἀντ' αὐτοῦ Παῦλος πατριάρχης ... ὁ ἀπὸ ξενοδόχων ... τῶν
 Εὐβούλου; XVIII 43 Πρίσκος ὁ ἀπὸ ὑπάτων ... ὁ ἀπὸ νοταρίων. Das
 Substantiv ξενοδόχος kommt sonst in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> nur noch in <ref
 target="#K000116">18, 11</ref> vor.

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 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001096" xml:space="preserve">
                        <ref>5|7</ref>
                        <p><label>Σαμψών:</label>
  Das so genannte Samson-Hospiz wurde angeblich durch einen Heiligen
 Samson gegründet, der in der Überlieferung als Zeitgenosse des Menas
 gehandelt wird: ODB 3 (1991), <emph rend="italics">s.v.</emph> Sampson
 the Xenodochos (A. Kazhdan, N. Patterson Sevcenko), 1837. Der Eigenname
 Σάμψων wird auf Griechisch, wie üblich bei semitischen Namen aus der
 biblischen Tradition (z.B. Ἀδάμ, Δανιήλ etc.), nicht dekliniert. Hier
 hat Σάμψων die Funktion eines Genitivs, wie in XVIII 148 ὁ ξενὼν τῶν
 Σαμψὼν. Das Samson-Hospiz gehörte zu den bekannteren Institutionen
 dieser Art in Konstantinopel. Zu der Einrichtung und ihrer Funktion als
 Anlaufstätte für Fremde, Arme und Kranke <bibl><ref
 target="Constantelos_1991"><title>Constantelos
 (1991)</title></ref></bibl>, 191–195. Nach Procop. <emph
 rend="italics">Aed.</emph> I 2,15 und Theoph. 181, 28; 184, 24–25
 brannte das Gebäude im Nika-Aufstand 532 nieder; im Bericht der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph> über den Aufstand findet es keine
 Erwähnung. Mit der angeblichen Gründung des Xenon während des
 Patriarchats des Menas, die in der <emph rend="italics">vita</emph> des
 Samson behauptet wird, lässt sich weder die Nachricht bei Theophanes
 übereinbringen noch die hiesige Angabe, nach der Menas vor Antritt
 seines Patriarchates Vorsteher des Xenon gewesen sei. Procop. <emph
 rend="italics">Aed.</emph> I 2,15 spricht die Einrichtung des Xenon
 ebenfalls einem Samson zu, siedelt sie aber längere Zeit vor dem
 Nika-Aufstand an. Der Standort des Hospizes ist unsicher: Da Prokop das
 Gebäude zwischen Hagia Sophia und Eirene-Kirche lokalisiert, kann es
 möglicherweise mit einem südlich an die letztere anschließenden, in die
 Wiederaufbauphase nach dem Nika-Aufstand datierten Bau mit Innenhof
 identifiziert werden: <bibl><ref
 target="Müller-Wiener_1977"><title>Müller-Wiener
 (1977)</title></ref></bibl>, 112. Zur Institution des Hospiz im
 Byzantinischen Reich <ref target="#K000718">18, 48</ref>.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
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