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                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 18, Kapitel 84</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260428-000003</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260428</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
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                    <date>20260428-000003</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
                </change>
            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K007264" xml:space="preserve">
                        <ref></ref>
                        <p><label></label>
  Das 84. Kapitel berichtet über die Konfiskation homöischer Kirchen. Zu
 den Arianern bzw. Homöern, die gut zehn Jahre früher noch z.T. von
 Kirchenkonfiskationen ausgenommen worden waren, siehe <ref
 target="#K000094">18, 7</ref>. Die jetzige Konfiskation, die sich
 anscheinend auf alle homöischen Kirchen bezog, bedeutete einen
 Schlusspunkt für die Duldung der Homöer, die bis dahin selbst im Osten
 des Reiches noch ein Faktor gewesen waren, wie <bibl><ref
 target="Greatrex_2001"><title>Greatrex (2001)</title></ref></bibl>
 erörtert: Auch nach ihrer offiziellen Verbannung aus Konstantinopel im
 Jahr 380 waren sie in Byzanz weiterhin präsent gewesen und blieben es
 teils noch bis in die Regierungszeit Justinians. Insbesondere in der
 Armee, in der viele gotischstämmige – und damit einer der großen
 homöischen Gruppen des Reiches zugehörige – Soldaten dienten, waren die
 Sympathien zum homöischen Bekenntnis z.T. noch ausgeprägt, wenngleich
 die Bedeutung der Homöer auch hier insbesondere nach dem Ende der
 gotischen und vandalischen Reiche sukzessive abnahm. Die nunmehrige
 harsche Maßnahme wird von <bibl><ref
 target="Greatrex_2001"><title>Greatrex (2001)</title></ref></bibl>,
 79f. (vgl. <bibl><ref target="Leppin_2011a"><title>Leppin
 (2011a)</title></ref></bibl>, 191) vornehmlich auf Afrika bezogen, wo
 nach dem Sieg Belisars über die arianischen Vandalen 533 orthodoxe
 Hardliner religionspolitisch den Ton angaben. Das hatte 536 zu einer
 Rebellion homöischer Offiziere geführt, die endgültig Anlass für ein
 rigides Eingreifen gegeben haben könnte. Eine entsprechende Maßnahme
 wird bereits für 535 in der auf Afrika bezogenen Novelle XXXVII
 angesprochen (vgl. auch <emph rend="italics">Nov.</emph> CXXXI mit
 späteren, reichsweiten Maßnahmen). Procop. <emph
 rend="italics">Arc.</emph> XI 16–20, der das Vorgehen gegen homöische
 Kirchen ohne nähere chronologische Einordnung ebenfalls thematisiert,
 polemisiert gegen Justinian und behauptet, die Konfiskationen seien
 alleine aus Gier geschehen. <bibl><ref
 target="Leppin_Meier_2005"><title>Leppin, Meier
 (2005)</title></ref></bibl>, 303 gehen hingegen davon aus, dass die
 arianischen Kirchen zu dieser Zeit keine nennenswerten Besitztümer mehr
 hatten. Die <emph rend="italics">Chronographia</emph> verzichtet einmal
 mehr auf Details über weitere Zusammenhänge, wie auch allgemein die
 theologischen Auseinandersetzungen mit den Homöern nur stichwortartig
 angesprochen werden: Vgl. dazu <bibl><ref
 target="Croke_1990c"><title>Croke (1990c)</title></ref></bibl>, 14.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  

<div xml:id="B000073" n="B000073" rend="inline" type="section">
  <p>            <mentioned>Nov.</mentioned> XXXVII (?); Procop. <mentioned>Arc.</mentioned> XI
            16–20 (?).
</p></div> 
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000158" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/><anchor xml:id="K001097"/>Ἐν δὲ τῇ ὑπατείᾳ Ἰωάννου τοῦ Καππάδοκος <anchor xml:id="K001135"/>ἐπήρθησαν αἱ ἐκκλη- 
                    <lb n="2"/>σίαι τῶν Ἀρειανῶν. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K001097" xml:space="preserve">
                        <ref>1|1</ref>
                        <p><label>Ἐν δὲ τῇ ὑπατείᾳ Ἰωάννου τοῦ Καππάδοκος:</label>
  Das Konsulat Johannes des Kappadokers (<ref target="#K000911">18,
 61</ref>) fällt in das Jahr 538 n. Chr.: <bibl><ref
 target="Bagnall_Cameron_Schwartz_Worp_1987"><title>Bagnall,
 Cameron, Schwartz, Worp (1987)</title></ref></bibl>, 610f. Die
 <emph rend="italics">Chronographia</emph> macht an dieser Stelle
 also – sollte der Codex Baroccianus hier keine Kürzungen gegenüber
 der ursprünglichen Version enthalten – einen zeitlichen Sprung von
 zwei Jahren.

 </p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K001135" xml:space="preserve">
                        <ref>1|8</ref>
                        <p><label>ἐπήρθησαν:</label>
  3. Pers. Plur. des Indikativ Aorist Passiv von ἐπαίρω; dazu: <ref
    target="#K007274">10, 20</ref>.

 </p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
                    <bibl xml:id="Bagnall_Cameron_Schwartz_Worp_1987" xml:space="preserve">
                          Bagnall, Cameron, Schwartz, Worp (1987): Bagnall, Roger S./Cameron, Alan/Schwartz, Seth R./Worp, Klaas A.: 
                        Consuls of the Later Roman Empire. 
                        Atlanta 1987
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Croke_1990c" xml:space="preserve">
                          Croke (1990c): Croke, Brian: 
                        Malalas, the man and his work. 1990, 1–25
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Leppin_Meier_2005" xml:space="preserve">
                          Leppin, Meier (2005): Leppin, H./Meier, M.: 
                        Anhang. 
                        Anekdota. Geheimgeschichte des Kaiserhofes von Byzanz. Griechisch-deutsch 2005, 281–388
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Leppin_2011a" xml:space="preserve">
                          Leppin (2011a): Leppin, Hartmut: 
                        Justinian. Das christliche Experiment. 
                        Stuttgart 2011
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Thurn_2000" xml:space="preserve">
                          Thurn (2000): Thurn, Johannes: 
                        Ioannis Malalae Chronographia. 
                        Berolini et Novi Eboraci 2000
                    </bibl>
      
         </listBibl>
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