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            <titleStmt>
                <title type="main">Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas</title>
                <title type="sub">Buch 9, Kapitel 3</title>
                <author>die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle Malalas</author>
                <respStmt xml:id="Malalas">
                    <resp>Export vom 20260509-000002</resp>
                    <name>daffi/HAdW</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <date>20260509</date>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Forschungsstelle Malalas-Kommentar</publisher>
                <availability status="restricted">
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC BY-NC-SA 4.0</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <p>Export aus Malalas-Datenbank</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
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                    <date>20260509-000002</date>
                    <name>die Mitarbeiter der HAdW-Forschungsstelle</name>
                </change>
            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
   
        <body>

            <!-- Griechische Transkription -->
            <div type="edition" xml:id="T000369" xml:space="preserve">
                <ab>
                    <lb n="1"/>Ὁ δὲ <anchor xml:id="K003911"/>Καίσαρ Ἰούλιος <anchor xml:id="K000646"/>ὁ δικτάτωρ, ὅ ἐστι μονάρχης, <anchor xml:id="K005195"/>μετὰ ταῦτα <anchor xml:id="K004888"/>τῶν 
                    <lb n="2"/>πάντων ἐκράτησεν ἐν ὑπερηφανείᾳ καὶ τυραννίδι <anchor xml:id="K005197"/>ἐπὶ ἔτη ιηʹ. ὅστις καὶ 
                    <lb n="3"/><anchor xml:id="K005198"/>τὸ βίσεξτον ἐφηῦρε καὶ <anchor xml:id="K005199"/>νόμους Ῥωμαίοις ἔδωκεν, καὶ <anchor xml:id="K005200"/>μῆνας ἐπωνόμασε 
                    <lb n="4"/>Ῥωμαίοις καὶ <anchor xml:id="K005201"/>ὑπάτους δὲ αὐτὸς προεβάλλετο καθ᾿ ἕκαστον ἔτος οὓς 
                    <lb n="5"/>ἠβούλετο. 
                </ab>
            </div>

            <!-- Kommentar Anfang -->
            <div type="commentary">
  
                <list>
                    <item corresp="#K003911" xml:space="preserve">
                        <ref>1|3</ref>
                        <p><label>Καίσαρ Ἰούλιος:</label>
  Zur Person und zu den Namensvarianten in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph>: <ref target="#K003909">9, 1</ref>.

 (F.B.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K000646" xml:space="preserve">
                        <ref>1|5</ref>
                        <p><label>ὁ δικτάτωρ, ὅ ἐστι μονάρχης:</label>
  Dies ist die vierte Okkurrenz des Begriffs δικτάτωρ, doch gibt der
 Autor hier erstmals eine Definition, die insofern weitgehend richtig
 ist, als der Diktator allein regierte. Ausführlicher dazu: <ref
 target="#K005055">9, 1</ref>.

 (B.O.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K005195" xml:space="preserve">
                        <ref>1|10</ref>
                        <p><label>μετὰ ταῦτα:</label>
  D.h. nach den im vorherigen Kapitel (IX 2) erwähnten Ereignissen und
      insbesondere dem Bürgerkrieg.

 (B.O.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K005197" xml:space="preserve">
                        <ref>2|7</ref>
                        <p><label>ἐπὶ ἔτη ιηʹ:</label>
  D.h. 18 Jahre. Diese Zahl ist offensichlich falsch und schwer zu
      erklären, da das Datum von 62 v.Chr. keinem spezifischen Ereignis
      zu entsprechen scheint (vielleicht Caesars Ernennung zum <emph
      rend="italics">Pontifex Maximus</emph> im Jahre 63?). Sie findet
      sich jedoch auch bei Georg. Mon. 293,13. <emph
      rend="italics">CP</emph> 354,19 gibt hier die folgende Version: δʹ
      καὶ μῆνας ζʹ πρὸ δʹ ἰδῶν μαΐων τῆς πρώτης ἐπινεμήσεως. Die Zahl
      des <emph rend="italics">CP</emph> stammt aus dem Werk des
      Eusebius und ist in der späteren Geschichtsschreibung die
      gängigste, obwohl sie durch einen Fehler des Eusebius aus der
      korrekten Zahl von drei Jahren und sieben Monaten zwischen der
      Schlacht von Pharsalos und den Iden des März hervorgegangen ist:
      <bibl><ref target="Burgess_2014"><title>Burgess
      (2014)</title></ref></bibl>, 38f.

 (B.O.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K005198" xml:space="preserve">
                        <ref>3|1</ref>
                        <p><label>τὸ βίσεξτον ἐφηῦρε:</label>
  Dies ist hier das einzige Vorkommen dieses Begriffs in der <emph
 rend="italics">Chronographia</emph>, der den Schalttag bezeichnet, der
 durch Caesars Kalenderreform einmal alle vier Jahre dem Februar
 hinzugefügt wurde. Der sogenannte julianische Kalender trat am 1.
 Januar 45 v.Chr. in Kraft: <bibl><ref
 target="Christ_2000"><title>Christ (2000)</title></ref></bibl>, 402.
 Im Lateinischen ist die übliche Form die maskuline Form <emph
 rend="italics">bisextus</emph> (<emph rend="italics">scil.</emph>
 <emph rend="italics">dies</emph>), aber auch die neutrale Form <emph
 rend="italics">bisextum</emph> ist belegt, z.B. bei Ammian. Marc. XXVI
 1,7 (s. TLL, <emph rend="italics">s.v.</emph> bisextus). Im
 Griechischen sind nicht nur die Formen βίσεξτος, -ον als Adjektiv und
 das Nomen τὸ βίσεξτον belegt (DGE, <emph rend="italics">s.v.</emph>),
 sondern auch δίσεκτος (sc. ἡμέρα) und δίσεξτος (sc. χρόνος) (LBG,
 <emph rend="italics">s.v.</emph>). Dieses Wort fehlt in den Listen der
 Wörter lateinischen Ursprungs bei <bibl><ref
 target="Körting_1879"><title>Körting (1879)</title></ref></bibl>,
 12--18 und <bibl><ref target="James_1990"><title>James
 (1990)</title></ref></bibl>, 222f., nicht aber bei <bibl><ref
 target="Festugière_1978"><title>Festugière
 (1978)</title></ref></bibl>, 236.

 (B.O.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K005199" xml:space="preserve">
                        <ref>3|5</ref>
                        <p><label>νόμους Ῥωμαίοις ἔδωκεν:</label>
  Caesar führte zahlreiche Gesetzesreformen durch; s. <bibl><ref
 target="Rawson_1994"><title>Rawson (1994)</title></ref></bibl>,
 450--452, 455--458.

 (B.O.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K005200" xml:space="preserve">
                        <ref>3f.|9</ref>
                        <p><label>μῆνας ἐπωνόμασε Ῥωμαίοις:</label>
  Es scheint sich hierbei um einen Hinweis auf die Umbenennung des Monats
 von <emph rend="italics">Quintilis</emph> in <emph
 rend="italics">Iulius</emph> (Juli) und <emph
 rend="italics">Sextilis</emph> in <emph rend="italics">Augustus</emph>
 (August) zu handeln. In Wirklichkeit wurde der Monatsname <emph
 rend="italics">Quintilis</emph> nach Caesars Tod auf Initiative des
 Antonius, der im Jahr 44 v.Chr. Konsul war, geändert: <bibl><ref
 target="Broughton_1952"><title>Broughton (1952)</title></ref></bibl>,
 315; <bibl><ref target="Rawson_1994b"><title>Rawson
 (1994b)</title></ref></bibl>, 475. Was den August betrifft, so erhielt
 er seinen neuen Namen zu Ehren des Oktavian (<ref target="#K000575">9,
 8</ref>) im Jahr 8 v. Chr.: <bibl><ref target="Crook_1996"><title>Crook
 (1996)</title></ref></bibl>, 99. Die Benennung eines Monats nach einem
 Herrscher entspricht einer Praxis, die in den hellenistischen
 Königreichen üblich war: <bibl><ref target="Beard_1994"><title>Beard
 (1994)</title></ref></bibl>, 750.

 (B.O.)</p>
                    </item>
                </list>
                <list>
                    <item corresp="#K005201" xml:space="preserve">
                        <ref>4f.|3</ref>
                        <p><label>ὑπάτους δὲ αὐτὸς προεβάλλετο καθ᾿ ἕκαστον ἔτος οὓς ἠβούλετο:</label>
  Die Ernennung der Konsuln war zwar nicht offiziell Caesars
 Vorrecht, aber das Verschwinden der pompejanischen Partei
 ermöglichte ihm <emph rend="italics">de facto</emph> die
 Kontrolle über die Wahlen. Während des größten Teils seiner
 Regierungszeit amtierte Caesar selbst als Konsuls: Er war Konsul
 in Jahren 48, 46, 45 und 44 v.Chr. Im Jahre 47 war er nicht
 Konsul, sondern Diktator, was eine mächtigere Stellung bedeutete.
 In den Jahren 45 und 44 kumulierte er die Ämter eines Konsuls und
 eines Diktators. Die anderen Konsuln waren Anhänger Caesars:
 Publius Servilius Vatia Isauricus im Jahre 48, Quintus Fufius
 Calenus und Publius Vatinius im Jahre 47, Lepidus (<ref
 target="#K005138">9, 8</ref>) im Jahre 46, Marcus Antonius (<ref
 target="#K005136">9, 8</ref>) im Jahre 44. Im Jahre 45 war Caesar
 der einzige Konsul. Er dankte aber am 1. Oktober ab und ernannte
 Suffektkonsuln aus den Reihen seiner Anhänger: <bibl><ref
 target="Broughton_1952"><title>Broughton
 (1952)</title></ref></bibl>, 272, 286, 293, 304f., 315;
 <bibl><ref target="Rawson_1994"><title>Rawson
 (1994)</title></ref></bibl>, 459--462.

 <lb/><lb/>

  Die Formulierung dieses Satzes wird später in Kapitel IX 8 in Bezug auf
 das zweite Triumvirat teilweise wieder aufgegriffen (dazu: <ref
 target="#K005141">9, 8</ref>).

 (B.O.)</p>
                    </item>
                </list>

            <!-- Kommentar Ende -->
            </div>
  
            <!-- Bibliographie -->
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
    
                    <bibl xml:id="Beard_1994" xml:space="preserve">
                          Beard (1994): M. Beard: 
                        Religion. 1994, 729-768
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Broughton_1952" xml:space="preserve">
                          Broughton (1952): T. Robert S. Broughton: 
                        The Magistrates of the Roman Republic. 
                        New York 1952
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Burgess_2014" xml:space="preserve">
                          Burgess (2014): Burgess, Richard W.: 
                        Roman Imperial Chronology and Early-Fourth-Century Historiography. The Regnal Durations of the So-called Chronica urbis Romae of the Chronograph of 354. 
                        Stuttgart 2014
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Christ_2000" xml:space="preserve">
                          Christ (2000): K. Christ: 
                        Krise und Untergang der römischen Republik. 
                        Darmstadt 2000
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Crook_1996" xml:space="preserve">
                          Crook (1996): J. Crook: 
                        Political history. 1996, 70-112
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Festugière_1978" xml:space="preserve">
                          Festugière (1978): Festugière, André-Jean: 
                        Notabilia  dans  Malalas. I. 
                        Revue  de  Philologie 1978, 221–241
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="James_1990" xml:space="preserve">
                          James (1990): James, Alan: 
                        The language of Malalas, 1: General survey. 1990, 217–224
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Körting_1879" xml:space="preserve">
                          Körting (1879): Körting, Gustav: 
                        De vocibus latinis quae apud J. Malalam chronographum Byzantinum inveniuntur. 
                        Münster 1879
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Rawson_1994" xml:space="preserve">
                          Rawson (1994): E. Rawson: 
                        Caesar: Civil War and Dictatorship. 1994, 424-467
                    </bibl>
      
                    <bibl xml:id="Rawson_1994b" xml:space="preserve">
                          Rawson (1994b): E. Rawson: 
                        The Aftermath of the Ides. 1994, 468-490
                    </bibl>
      
         </listBibl>
     </div>
    
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