Malalas 18.15

Inhalt

Der Abschnitt 15 behandelt die Geschichte der Kriegführung zweier von Malalas als Inder bezeichneter Verbände, der Homeriten (alternative Bezeichnung Ameriten) mit ihrem dem jüdischen Glauben anhängenden König Dimnos sowie der A(u)xumiten mit ihrem von Malalas mit Andas bezeichneten König. Die Ursache für die kriegerische Auseinandersetzung wird gleich zu Beginn genannt: Die Tatsache, dass der Homeritenkönig Dimnos römische Händler, die durch sein Gebiet nach Auxumene reisen wollten, unter dem Vorwand, dass die Römer als Christen den Juden häufig Schaden zufügten, töten lässt und somit den römischen Handel mit den Axumiten unterbricht, nimmt der Axumitenkönig seinerseits zum Anlass, gegen die Homeriten vorzugehen. Noch vor Kriegsbeginn leistet er den Schwur, zum Christentum überzutreten, sollte er Dimnos besiegen können. Mit diesem Bekenntnis zum Christentum und der daraus resultierenden Hilfe des christlichen Gottes gelingt dem Axumitenkönig der Sieg. Im Anschluss lässt er durch eigene Gefolgsleute bei Justinian um die Veranlassung wichtiger Maßnahmen bitten, die ihn dem christlichen Glauben näher bringen können: Er erbittet sich einen Bischof und mehrere Kleriker, die in sein Land kommen sollen, sowie Religionsunterricht und eine Unterweisung in den christlichen Sakramenten. Gekrönt wird der Prozess durch seine eigene Taufe und ein für alle Verbandesgenossen ausgesprochenes Bekenntnis zum Christentum. Die kurze Geschichte wird präsentiert als ein Siegeszug des rechtgläubigen Axumitenkönigs, der sich durch sein Bekenntnis zum christlichen Glauben nun auch der Hilfe Justinians sicher sein kann. Die vorliegende Passage ist in der Forschung (v.a. Brakmann 1993; Nebes 2008) im Hinblick auf ihre Historizität höchst umstritten, ist sie doch 1. lediglich bei Malalas und den auf ihm aufbauenden Texten überliefert und stellt sie 2. eine offensichtliche anachronistische Vermengung historischer Abläufe dar.

Philologisch-Historischer Kommentar
Parallelüberlieferung
Literatur

1
Ἐν αὐτῷ δὲ τῷ χρόνῳ συνέβη Ἰνδοὺς πολεμῆσαι πρὸς ἑαυτοὺς οἱ
2
ὀνομαζόμενοι Αὐξουμῖται καὶ οἱ Ὁμηρῖται· ἡ δὲ αἰτία τοῦ πολέμου αὕτη.
3
τῶν Αὐξουμιτῶν βασιλεὺς ἐνδότερός ἐστι τῶν Ἀμεριτῶν
4
<ἰουδαΐζων>, ὁ δὲ τῶν Ὁμηριτῶν πλησίον ἐστὶ τῆς Αἰγύπτου. οἱ δὲ
5
πραγματευταὶ Ῥωμαίων διὰ τῶν Ὁμηριτῶν εἰσέρχονται εἰς τὴν Αὐ-
6
ξούμην καὶ ἐπὶ τὰ ἐνδότερα βασίλεια τῶν Ἰνδῶν. εἰσὶ γὰρ Ἰνδῶν καὶ
7
Αἰθιόπων βασίλεια ἑπτά, τρία μὲν Ἰνδῶν, τέσσαρα δὲ Αἰθιόπων, τὰ
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πλησίον ὄντα τοῦ Ὠκεανοῦ ἐπὶ τὰ ἀνατολικώτερα μέρη. τῶν οὖν πρα-
9
γματευτῶν εἰσελθόντων εἰς τὴν χώραν τῶν Ἀμεριτῶν ἐπὶ τὸ ποιήσασθαι
10
πραγματείαν ἐγνωκὼς Δίμνος ὁ βασιλεὺς τῶν Ἀμεριτῶν ἐφόνευσεν αὐ-
11
τοὺς καὶ πάντα τὰ αὐτῶν ἀφείλετο, λέγων ὅτι· 'οἱ Ῥωμαῖοι οἱ χριστια-
12
νοὶ κακῶς ποιοῦσι τοῖς Ἰουδαίοις ἐν τοῖς μέρεσιν αὐτῶν καὶ πολλοὺς
13
κατ’ ἔτος φονεύουσιν· 'καὶ ἐκ τούτου ἐκωλύθη ἡ πραγματεία. δὲ τῶν
14
Αὐξουμιτῶν βασιλεὺς ἐδήλωσε τῷ βασιλεῖ τῶν Ἀμεριτῶν, ὅτι· 'κακῶς
15
ἐποίησας φονεύσας Ῥωμαίους χριστιανοὺς πραγματευτὰς καὶ ἕβλαψας
16
τὰ ἐμὰ βασίλεια. 'καὶ ἐκ τούτου εἰς ἔχθραν ἐτράπησαν μεγάλην καὶ συν-
17
έβαλον πρὸς ἀλλήλους πόλεμον. ἐν τῷ δὲ μέλλειν τὸν βασιλέα τῶν Αὐ-
18
ξουμιτῶν πολεμεῖν συνετάξατο | λέγων, ὅτι· 'ἐὰν νικήσω Δίμνον τὸν
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βασιλέα τῶν Ἀμεριτῶν, χριστιανὸς γίνομαι· ὑπὲρ γὰρ τῶν χριστιανῶν
20
πολεμῶ αὐτῷ.' καὶ νικήσας ὁ βασιλεὺς τῶν Αὐξουμιτῶν καὶ παραλαβὼν
21
αὐτὸν αἰχμάλωτον, ἀνεῖλεν αὐτὸν καὶ πᾶσαν τὴν βοήθειαν αὐτοῦ, καὶ
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τὴν χώραν καὶ τὰ βασίλεια αὐτοῦ ἔλαβεν ***
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Καὶ μετὰ τὴν νίκην ἔπεμψε συγκλητικοὺς αὐτοῦ δύο καὶ μετ' αὐτῶν
24
διακοσίους ἐν Ἀλεξανδρείᾳ, δεόμενος τοῦ βασιλέως Ἰουστινιανοῦ, ὥστε
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λαβεῖν αὐτὸν ἐπίσκοπον καὶ κληρικοὺς καὶ κατηχηθῆναι καὶ διδαχθῆναι
26
τὰ χριστιανῶν μυστήρια καὶ φωτισθῆναι καὶ πᾶσαν τὴν Ἰνδικὴν χώραν
27
ὑπὸ Ῥωμαίους γενέσθαι. καὶ ἐμηνύθη τῷ βασιλεῖ Ἰουστινιανῷ πάντα
28
διὰ Λικινίου, αὐγουσταλίου Ἀλεξανδρείας· καὶ ἐθέσπισεν ὁ αὐτὸς βασι-
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λεὺς ὅντινα βούλονται ἐπίσκοπον λαβεῖν αὐτοὺς. καὶ ἐπελέξαντο οἰ αὐτοὶ
30
πρεσβευταὶ Ἰνδοὶ τὸν παραμονάριον τοῦ ἁγίου Ἰωάννου τοῦ ἐν Ἀλεξαν-
31
δρείᾳ, ἂνδρα εὐλαβῆ, παρθένον, ὀνόματι Ἰωάννην, ὄντα ἐνιαυτῶν ὡς
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ἑξήκοντα δύο. καὶ λαβὸντες τὸν ἐπίσκοπον καὶ τοὺς κληρικούς, οὕς αὐτὸς
33
ἐπελέξατο, ἀπήγαγον εἰς τὴν Ἰνδικὴν χώραν πρὸς Ἄνδαν τὸν βασιλέα
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αὐτῶν.
Philologisch-Historischer Kommentar
1f./1 Ἐν αὐτῷ δὲ τῷ χρόνῳ συνέβη Ἰνδοὺς πολεμῆσαι πρὸς ἑαυτοὺς οἱ ὀνομαζόμενοι Αὐξουμῖται καὶ οἱ Ὁμηρῖται: συνέβη wird zunächst regelmäßig mit einem AcI konstruiert, doch wird der Satz dann mit den Nominativen οἱ ὀνομαζόμενοι Αὐξουμῖται und οἱ Ὁμηρῖται anakoluth weitergeführt. Vgl. allerdings die Parallelüberlieferung bei Theoph. 222, 33 – 223, 1: Τούτῳ τῷ ἔτει συνέβη πολεμῆσαι ἀλλήλους τὸν βασιλέα τῶν Αὐξουμιτῶν Ἰνδῶν ..... Ἰουδαίων ἐξ αἰτίας τοιαύτης. Die Lacuna im Theophanes-Text ist nach de Boor etwa folgendermaßen zu ergänzen: καὶ τὸν βασιλέα τῶν Ὁμηριτῶν. Auf jeden Fall scheint – anders als im Baroccianus – eine regelmäßige AcI-Konstruktion ohne Anakoluthie vorzuliegen. Möglicherweise ist der bei Theophanes überlieferte Text näher am Ur-Malalas. (Johann Martin Thesz)
1f./11 οἱ ὀνομαζόμενοι Αὐξουμῖται καὶ οἱ Ὁμηρῖται: Die Bezeichnung als A(u)xumiten, Aksumiten bzw. axumitische Inder ist abgeleitet von der abessinischen Stadt Auxumis bzw. Axomis, südlich von Elephantine, h. Axum. Die Stadt befindet sich auf dem abessinischen Hochplateau in der heutigen nordäthiopischen Provinz Tegre. In der Antike lag die Siedlung günstig am Schnittpunkt von Handelswegen, die Axum mit dem Niltal, Schwarzafrika sowie dem Roten Meer und dessen Seehandelsrouten verbanden (weitere Details s.u.). In der Spätantike wurde Axum Metropolis des Großreiches der (Groß)Könige von Axum, der Axumiten, wobei seine politischen Grenzen schwankten. Das Verbreitungsgebiet der axumitischen Kultur erstreckte sich von Rora-Laba im Norden bis Nazret am Amba Alage im Süden und von Adulis am Meer bis zum Takkaze westlich von Axum. Die Bezeichnung der Könige dieses Reiches variiert: Aus zeitgenössischen südarabischen Inschriften sind Anreden wie „Könige der Abessenier“ oder „Könige der Abessenier und Aksumiten“ zur Angabe der unterschiedlichen im Reich vertretenen Ethnien überliefert. Die Bevölkerung erscheint zum Teil präzisiert beschrieben als A(u)xumiten und Aethiopen, zum Teil erfolgt jedoch auch eine Bezeichnung als „Inder“: Dieser Name rührt von den ausgeprägten Handelsunternehmungen der zu beiden Seiten des Roten Meeres siedelnden Bevölkerungsgruppen mit Indien her, die vor allem eben jenes Rotes Meer als Handelsroute nutzten. Von tatsächlich „indischen“ Verbänden wurden sie in gelehrten Kreisen meist durch Zusätze unterschieden, vgl. z.B. Theoph. 24: „Ἰνδοί ἐνδότεροι“ (vgl. Brakmann 1993, 718ff.).
Die Homeriten (Himyariten) lebten in Südwest-Arabien, dem späteren Jemen; Malalas nennt sie auch Ameritai. Das altsüdarabische Königreich Himyar bestand etwa vom 1. Jh. v. Chr. bis 570 n. Chr. Sein Zentrum befand sich in der im jemenitischen Hochland gelegenen Stadt Zafar mit der Königsburg Raydan in 2800 Meter Höhe, etwa 14 Kilometer südöstlich der heutigen Provinzstadt Yarīm. Die sogenannte himyarische Ära, nach der die Inschriften des sabäo-himyarischen Reiches datiert waren, begann um 110 v. Chr., Hauptstadt des Reiches wurde Zafar. Einer Expansion zur Küste folgte die Kontrolle des Seehandels am Ausgang des Roten Meeres. Himyar stand zunächst in ständigem Machtkampf mit dem benachbarten Saba, aus dem es um 260/70 als Sieger hervorgehen konnte. Es folgte eine Unterwerfung Hadramauts (um 300 n. Chr.), in deren Folge der gesamte Jemen unter himyarischer Herrschaft vereinigt wurde. Die Herrscher trugen entsprechend den Titel „Könige von Saba, Dhu-Raydan, Hadramaut und Yamanat“. Unter Abukarib Asad (410–435 n. Chr.) erreichte das Reich Anfang des 5. Jh. einen Höhepunkt seiner Macht. Durch Feldzüge bis nach Yathrib/Medina wurde der Einfluss der Homeriten über Südarabien hinaus auch auf große Teile des westlichen Arabiens ausgedehnt. In der Folgezeit jedoch schwächten sowohl Beduinenaufstände sowie der Niedergang der alten Handelszentren die politische wie wirtschaftliche Macht des Reiches und das Königreich geriet vor allem aufgrund wirtschaftlicher Interessenlagen sowie religiöser Konflikte zwischen die Fronten und in Konflikt mit dem Reich der Axumiten auf der einen und den Persern auf der anderen Seite (Müller 1991, passim/Nebes 2008, 13ff./Gajda 2009, passim).

Die ungewöhnliche, sich nicht auf die exakte Lokalisierung beziehende Bezeichnung als ‚Inder‘ ist bei Malalas daher wohl aus ihrer Verankerung in der griechischen Beschreibungstradition zu erklären. Die Angabe der Siedlungsgebiete erscheint jedoch sehr vage. Auch die sich im Folgenden anschließende Darstellung des Geschehens entspricht nur in geringem Maße historischen Tatsachen, die geschilderten Namen sind weitgehend unbekannt. Die Parallelüberlieferung für diesen Abschnitt in von Malalas abhängigen Quellen findet sich bei Theoph. 222,33–223,27, Cedr. 656,6–15, Chron. Anon. Pseudo-Dionys. 846, Joh. Nik. XC 71–78, Xanth., HE., PG 147,301C–304B. Eine personell etwas anders besetzte Geschichte aus dem gleichen Kontext findet sich bei Prokop, vgl. Procop. Goth. I 20. Neben der vorliegenden Stelle erfahren die Axumiten und Homeriten auch Beachtung in Malal. XVIII 9 sowie in XVIII 56.
3f./1 Ὁ τῶν Αὐξουμιτῶν βασιλεὺς ἐνδότερός ἐστι τῶν Ἀμεριτῶν (ἰουδαΐζων), ὁ δὲ τῶν Ὁμηριτῶν πλησίον ἐστὶ τῆς Αἰγύπτου: Ἰουδαΐζω hat zunächst die Bedeutung 'die Juden unterstützen' (vgl. LSJ s.v.), dann auch im Sinne von 'die jüdische Religion praktizieren' (vgl. Lampe s.v. 1.), z.B. Ign. Magn. 10, 3; Clem. Str. 7, 15, fr. 36; Or. fr. 8 in Jo. (p.490, 12); Gr. Nyss. or. catech. proem. (p.2.4): Das Partizip ἰουδαΐζων wurde von Thurn aus Theoph. 223, 2 in den Text übernommen. Doch hatte es wiederum der Herausgeber des Theophanes, de Boor, aus dem Text des Theophanes genommen. Die Stellung des Partizips am Ende des Satzes wäre tatsächlich sehr ungewöhnlich und es erscheint schwer nachvollziehbar, warum nur zum König der Auxumiten ein Hinweis auf seine jüdische Religion geliefert wird, zumal es dann 88f. der König der Ameriten ist, der einen Hinweis auf die jüdische Religion gibt, indem er die Tötung der römischen Händler mit der Ermordung von Juden durch die Römer rechtfertigt. Es liegt daher der Verdacht nahe, dass ἰουδαΐζων aus dem bei Theophanes ungefähr eine Zeile zuvor stehenden Ἰουδαίων in diesen Satz eingedrungen sein könnte, wobei es dann von einem Abschreiber in ἰουδαΐζων umgeändert wurde, um innerhalb dieses Satzes einen annehmbaren Sinn zu erhalten.
Die Zuschreibung des jüdischen Glaubens auf homeritische Herrscherfiguren hat einen historischen Kern: In der ersten Hälfte des 4. Jhs taucht in den himyaritischen Inschriften zum ersten Mal "Ilān, der Herr des Himmels" (ʾln bʿl s1myn) auf. Damit kündigt sich in Himyar der Übergang zum Monotheismus an, der sich Ende des 4. Jh. auch auf religiös-politischer Ebene vollzieht. In einer Inschrift von Dharaʾʾamar Ayman wird "der Herr von Leben und Tod, der Herr von Himmel und Erde, der alles erschaffen hat" angerufen (vgl. Gajda 2009, 41, 45f.). Ob dieser Monotheismus eher jüdisch oder christlich geprägt war, ist in der Forschung umstritten, es mehren sich jedoch die Hinweise auf eine stärker jüdische Ausrichtung, wie Nebes am Beispiel des für die Himyariten nachgewiesenen theologischen Konzepts des Rahmanan darlegen kann (vgl. Nebes 2008, 17ff.). Seinen Darlegungen zufolge lassen sich bereits sehr früh auf Sabäisch verfasste Dokumente mit eindeutig jüdischem Bekenntnishintergrund nachweisen, während entsprechende eindeutige christliche Zeugnisse fehlen. Quellen wie Philost. HE. III 4 zufolge muss daher ab dem ausgehenden 4. Jh. oder sogar noch früher mit jüdischen Gemeinden in Südarabien sowie südarabischen Sippen ausgegangen werden, die sich zum Judentum bekannten (vgl. Nebes 2008, 20). (Johann Martin Thesz)
4ff./10 οἱ δὲ πραγματευταὶ Ῥωμαίων διὰ τῶν Ὁμηριτῶν εἰσέρχονται εἰς τὴν Αὐξούμην καὶ ἐπὶ τὰ ἐνδότερα βασίλεια τῶν Ἰνδῶν: Stein des Anstoßes für den bei Malalas vornehmlich als religiösen Konflikt dargestellten Krieg der Axumiten gegen die Homeriten waren Handelskontakte, die die Axumiten mit weiten Teilen des östlichen Mittelmeerraumes und bis nach Asien pflegten. Die Stadt Axum war Schnittstelle verschiedener Seehandelsrouten (s.o.); dazu gehörte eine westliche Route durch die Flusstäler des Marab und Takkaze nach Meroe und Ägypten, eine südliche durch das Gebiet der Agaw nach Sasu und zur Küste von Somaliland sowie eine östliche Route, an der alle größeren Orte bzw. Städte des Reiches lagen: Adwa, Yeha, Tokonda, Qohayto sowie Adulis mit seinem Hafen Gabaza (vgl. Brakmann 1993, 719). Auf einer dieser Routen müssen die Axumiten auch Handelskontakte mit den Römern gepflegt haben, wobei von Malalas lediglich die Information gegeben wird, dass die Händler über das Gebiet der Homeriten, dem heutigen Jemen, zu den Axumiten reisten. Beispielhaft für diese Handelsbeziehungen könnte der alexandrinische Händler Kosmas stehen, der auf seiner Fahrt nach Taprobane, dem heutigen Sri Lanka, im Zeitraum zwischen 519 und 525 die auf der afrikanischen Seite des Roten Meeres gelegene Hafenstadt Adulis unweit von Axum erreichte. Auf seiner Suche nach wertvollen Informationen für seinen weiteren Weg nach Indien geriet er mitten in die Vorbereitungen eines militärischen Vorgehens des Axumitenkönigs Ellatsbáas (einem Vorgänger des späteren Königs Khaled, der ebenfalls einen Feldzug gegen die Homeriten durchführt und für das bei Malal. XVIII 15 beschriebene Geschehen wichtig wird, s.u.) gegen die Homeriten, die er mit seinen philologischen Fähigkeiten unterstützte: Er kopierte für den Statthalter von Adulis im Auftrag des Axumitenkönigs dank seiner epigraphischen Kenntnisse zwei Inschriften, die an einem Marmorthron mit zugehöriger ‚Stele‘ angebracht waren, welcher am westlichen Stadttor von Adulis aufgestellt ist (vgl. Cosm. ind. Top. II 54–56). Bei den Inhalten dieser Texte handelt es sich um Tatenberichte zum Aufstieg des axumitischen Reiches, die der König (vielleicht zur mentalen Vorbereitung auf das kommende Kriegsgeschehen) einsehen wollte (zu der Beschreibung und Einbettung dieser Episode um den Händler Kosmas vgl. Nebes 2008, 7ff.).
5/1 πραγματευταὶ: Der Ausdruck πραγματευτής ('Händler', 'Handelsreisender' auch 'Unterhändler', 'Rechtsvertreter') ist nachklassisch, zuerst bei Plutarch belegt, vgl. Plu. 525 A; 831 Α; PColumb, in: JEA 18,16 (2. Jh. n. Chr.), PMasp. 158, 17 (5. Jh. n. Chr.); Philogelos 46; 132; Pall., H. Laus. 13; Io.Mosch. Pratum spirituale 75. 79. 186. 189. (Johann Martin Thesz)
6ff./9 εἰσὶ γὰρ Ἰνδῶν καὶ Αἰθιόπων βασίλεια ἑπτά, τρία μὲν Ἰνδῶν, τέσσαρα δὲ Αἰθιόπων, τὰ πλησίον ὄντα τοῦ Ὠκεανοῦ ἐπὶ τὰ ἀνατολικώτερα μέρη: „Es gibt nämlich sieben Königreiche von Indern und Äthiopern: drei von den Indern, vier aber von den Äthiopern, welche nahe am Ozean über die östlicheren Landesstriche hinweg liegen“ (Thurn/Meier 2009, 449). Diese Beschreibung ist relativ vage. Malalas bezieht sich hier wahrscheinlich auf die Tatsache, dass das axumitische Reich mehrere Ethnien unter einem Dach vereinte (s.o.). Auch die Formulierung bei Theophanes bringt keine weitere Klärung: vgl. Theoph. I 223,9 nach der Übersetzung von Cyril Mango und Roger Scott, S. 323: „Roman traders travel across Homerite (territory) to the Auxumite and the inland areas of the Indians and Ethiopians.” Theophanes zählt die Auxumiten folglich weder zu den ‚Indern‘ noch zu den ‚Aithiopiern‘. (Johann Martin Thesz)
7f./10 τὰ πλησίον ὄντα τοῦ Ὠκεανοῦ ἐπὶ τὰ ἀνατολικώτερα μέρη: Der Artikel ist hier ungewöhnlich. Vom klassischen Sprachgebrauch weicht außerdem die lokative Verwendung der Präposition ἐπί + Akk. statt ἐν + Dat. ab. (Johann Martin Thesz)
8ff./9 τῶν τῶν οὖν πραγματευτῶν εἰσελθόντων εἰς τὴν χώραν τῶν Ἀμεριτῶν ἐπὶ τὸ ποιήσασθαι πραγματείαν ἐγνωκὼς Δίμνος ὁ βασιλεὺς τῶν Ἀμεριτῶν ἐφόνευσεν αὐτοὺς: genitivus absolutus bezogen auf das Akkusativobjekt des Satzes. Diese Art der Konstruktion wird in der klassischen Prosa generell vermieden. (Johann Martin Thesz)
9f./8 ἐπὶ τὸ ποιήσασθαι πραγματείαν: Der finale Infinitiv wird bei Malalas sonst meist mit εἰς (am häufigsten) oder πρός bzw. διά eingeleitet, die Verwendung von ἐπί an dieser Stelle möglicherweise zur Vermeidung der erneuten Wiederholung der Präposition nach der Partizipialkonstruktion εἰσελθόντων εἰς τὴν χώραν τῶν Ἀμεριτῶν, vgl. Weierholt 1963, 47–49 und XVIII 110, 2. (Johann Martin Thesz)
10/2 ἐγνωκὼς: Verwendung des Perfekt statt des zu erwartenden Aorist. Die Aufhebung des Unterschieds von Aorist und Perfekt ist charakteristisch für das byzantinische Griechisch, vgl. Psaltes 1913, §343, Horrocks 2010a, 176–178. (Johann Martin Thesz)
10f./2 ἐγνωκὼς Δίμνος ὁ βασιλεὺς τῶν Ἀμεριτῶν ἐφόνευσεν αὐτοὺς καὶ πάντα τὰ αὐτῶν ἀφείλετο: Bei diesem die römischen Händler mordenden Herrscher Dimnos handelt es sich um einen nicht näher bekannten König, der auch unter anderen Namensvarianten in von Malalas abhängigen Parallelschriften Erwähnung findet: Damianos, Damnos, Dimnum. Da keine unabhängigen Quellen vorliegen, die diesen Namen überliefern und sich in den homeritischen Herrscherlisten für die hier relevanten Jahre 528/529 keine Könige mit diesem Namen nachweisen lassen, muss davon ausgegangen werden, dass Malalas für diesen Zusammenhang Quellen konsultiert hat, die uns heute nicht mehr vorliegen bzw. in der Reihenfolge der historischen Ereignisse und der darin involvierten axumitischen und homeritischen Herrscher durcheinandergeraten ist (s.u.), was als die wahrscheinlichere Variante angesehen werden muss. Bereits die Einordnung dieses Konfliktes in die Zeit der Herrschaft Justinians scheint schwierig, (s.u.). Interessant ist, dass Theophanes die beschriebenen Ereignisse für den Zeitraum 542/543 ansetzt, also noch später als Malalas, was als eine noch weitere Entfernung vom eigentlichen Kontext angesehen werden muss.
11f./9 οἱ Ῥωμαῖοι οἱ χριστιανοὶ κακῶς ποιοῦσι τοῖς ’Ιουδαίοις: Klassisch wird εὖ, κακῶς ποιεῖν mit dem Akkusativ konstruiert. Theoph. 223, 7f. hat hier οἱ Ῥωμαῖοι κακοποιοῦσι τοὺς ἐν τῇ χώρᾳ αὐτῶν Ἰουδαίους καὶ φονεύουσιν αὐτούς. (Johann Martin Thesz)
13/4 καὶ ἐκ τούτου ἐκωλύθη ἡ πραγματεία: zur Unterbrechung des Handels präzisiert Theoph. I 233,9: „die Handelstätigkeit der inneren Inder unter dem Auxumiten“. (Johann Martin Thesz)
13/10 ὁ δὲ τῶν Αὐξουμιτῶν βασιλεὺς: Auch der hier beschriebene Herrscher der Axumiten, dessen Name "Andas" an zwei Stellen innerhalb des Buches XVIII des Malalas wörtlich fällt (XVIII 9 und XVIII 15), wird lediglich bei Malalas und den auf ihn aufbauenden Quellen genannt, in der Parallelstelle bei Theophanes (233,10) findet sich der Name „Adaa“. Wie weiter unten gezeigt wird, muss auch für die auxumitische Seite bei dieser Beschreibung von einem Anachronismus ausgegangen werden, da König Andas vor Kriegsbeginn den Schwur leistete, sich bei einem Sieg zum Christentum zu bekehren. Faktisch waren die Axumiten jedoch spätestens seit der Herrschaft Justins christlich geworden (wenn sie es nicht ohnehin schon waren; als erster zum Christentum bekehrter Herrscher muss Ezana um 350 n. Chr. angesehen werden, vgl. hier Brakmann 1993, 745ff., Nebes 2008, 11, Hahn 1999, 437). Es häufen sich folglich die Anzeichen dafür, dass Malalas einen zu einem früheren Zeitpunkt ausgetragenen Konflikt innerhalb des axumitischen Reiches in die Herrschaft Justinians verlagert.
16f./4 καὶ ἐκ τούτου εἰς ἔχθραν ἐτράπησαν μεγάλην καὶ συνέβαλον πρὸς ἀλλήλους πόλεμον: Welche kriegerische Auseinandersetzung an dieser Stelle gemeint ist, wurde vielfach diskutiert. Zusammenfassend sei hier auf die Ausführungen Brakmanns in seinem Artikel zur Stadt Aksum verwiesen, der zwei historische Abläufe mit den ihnen zugehörigen Personen als mögliche Grundlage für die Beschreibung bei Malalas aufführt (Brakmann 1993, 758ff.). Entweder bezieht sich Malalas auf einen sehr viel früher anzusetzenden Kriegszug eines heidnisch gebliebenen axumitischen Großkönigs oder Fürsten nach Südarabien (was aufgrund der oben beschriebenen frühen Christianisierung dieses Reiches schwer nachzuweisen ist) oder er verarbeitet eine solche Unternehmung aus dem 6. Jh. unter dem axumitischen Herrscher Ella Asbehas (auch Khaled genannt), der um 520 n. Chr. herrschte. Es scheint, dass vor allem die zweite Variante hier Anwendung gefunden hat: Eine direkte Gleichsetzung des bei Malalas beschriebenen Auxumitenherrschers Andas mit Khaled ist nicht möglich ist, da letzterer bereits bei Amtsantritt Christ war. Der beschriebene Konflikt erinnert aber sehr stark an denjenigen, der zwischen Khaled und dem jüdischen Himyarenkönig Yusuf As’ar Yat’ar (517–525 n. Chr.) über religiöse Fragen ausbrach, sodass über die verarbeitete Motivik ein Bogen zwischen jenem Geschehen zwischen Khaled und Yusuf zu der in XVIII 15 beschriebenen Situation gespannt werden kann. Yusuf As’ar Yat’ar (vgl. zu seiner Person und der ihn betreffenden Quellen Nebes 2008, 25ff.) ging in den Jahren 517/518 bzw. um 522 (diese Daten werden sehr kontrovers diskutiert, vor allem zwischen Brakmann 1993 und Nebes 2008 variieren sie in Bezug auf den Beginn der Aktionen Yusuf As’ar Yat’ars) gewaltsam gegen fremdstämmige wie einheimische Christen vor. Er ließ die Axumiten in Zafar töten und zerstörte ihre Kirchen und Festungen, blockierte Handelswege und setzte durch Belagerungen einzelne Städte ökonomisch unter Druck (vgl. dies für die Stadt Nagrān anhand zahlreicher inschriftlicher Funde beschrieben bei Beaucamp/Briquel-Chatonnet/Robin 1999, 34ff.). Der sich an diese sich über mehrere Monate hinziehende Aktion Yusufs anschließende axumitische Gegenschlag erfolgte durch den 'christusliebenden' Khaled (Brakmann 1993, 755). Eine erste militärische Aktion (möglicherweise) im Jahr 518 scheiterte, eine spätere Expedition im Jahr 525 mit Unterstützung durch Byzanz unter Justin I., der römische Handelsinteressen gefährdet sah, war von Erfolg gekrönt: Khaled tötete Yusuf As’ar Yat’ar, besetzte weite Teile des heutigen Jemen mit axumitischen Truppen, unterwarf das Volk der Himyariten und reorganisierte deren staatlichen wie kirchlichen Verhältnisse. Informiert sind wir über diese Ereignisse durch in Marib und Zafar aufgestellte Siegesinschriften Khaleds (RIEth 195 und 263) sowie durch literarische Quellen (u.a. Lib. Homerit. 39. 48). Darüber hinaus ließ Khaled Kirchen bauen und förderte die Bekehrung von Nichtchristen. Als tributpflichtigen Vasallenherrscher setzte er den Yaz’aniten-Fürsten Simyafa‘ Àswa ein, der vom Juden- zum Christentum übertrat (vgl. hier Procop. Goth. 1,20; Lib. Homerit. 47; zu weiteren Details zu dem eventuell für Malalas als Vorlage genutzten Geschehen und die Verknüpfung mit der Darstellung bei Malalas vgl. Brakmann 1993, 758ff.). Eine zusätzliche Parallele unterstreicht die Vermutung einer „historischen Dittographie“ (Brakmann 1993, 761): Das Gelübde, das der axumitische König Andas vor Beginn der Schlacht ablegt (XVIII 15, 18), nach einem Sieg über Dimnos Christ zu werden und für die Christen zu kämpfen, erinnert an Konstantin den Großen, der seinen Sieg an der Milvischen Brücke von 312 auf göttlichen Beistand zurückführte (Brakmann 1993, 761). Ein „neuer Konstantin“ zu sein wurde auch Khaleb und seiner Religionspolitik attestiert (vgl. Lib. Homerit. 6; Mart. Areth. 7,30, Grillmeier 1990, 323; Brakmann 1993, 761), sodass auch diese religiöse Motivik an eine Bezugnahme auf Khaled glauben lässt.
Es scheint folglich, dass Malalas die Khaled/Yusuf-Geschichte zur Grundlage der eigenen in XVIII 15 machte, bzw. bestimmte Elemente und Attribute (jüdisch vs. christlich, Verletzung von Handelsinteressen, Eingreifen von Byzanz, Sieg der Christen über die Juden, anschließende Einbestellung von Geistlichen) in eine näher an seiner eigenen Gegenwart spielende Geschichte einbaute. Generell betrachtet erscheint die Parallele verständlich, da beide historischen Episoden von einer politischen Gemengelage gekennzeichnet sind, die auf eine Einflussnahme der Großmächte Byzanz und Persien hindeuten. Während die Konflikte zwischen Himyar und Aksum, die seit dem 3. und 4. Jh vor allem aufgrund von Handelsinteressen bestanden, zunächst regional begrenzt und punktuell anzutreffen waren, entwickelten sie sich im 5. und 6. Jh zu einer globaleren Auseinandersetzung zwischen einer durch die Übernahme des Christentums durch die axumitischen Herrscher begünstigten Allianz von Axum mit Ostrom auf der einen und sassanidischen Interessen, die ab dem 6. Jh in Südarabien deutlich wurden, auf der anderen Seite (Nebes 2008, 11). Diese politische Gemengelage in seiner Chronik auszudrücken, war vielleicht Malalas’ Absicht bei der Einflechtung dieser ansonsten nicht belegten Episode.
18/3 συνετάξατο: συντάττομαι, med., im Sinne von 'versprechen' ist spätgriechisch (vgl. Lampe s.v. συντάσσω C.1.), in diesem Sinne auch Marc. Diac., V. Porph. 29; Anast. Sin., sermo in defunctis (MPG 89, 1200A); oratio in Ps. 6 (MPG 89, 1084B). (Johann Martin Thesz)
20ff./3 καὶ νικήσας ὁ βασιλεὺς τῶν Αὐξουμιτῶν καὶ παραλαβὼν αὐτὸν αἰχμάλωτον, ἀνεῖλεν αὐτὸν καὶ πᾶσαν τὴν βοήθειαν αὐτοῦ, καὶ τὴν χώραν καὶ τὰ βασίλεια αὐτοῦ ἔλαβεν: Die Religiösität des Auxumitenherrschers Andas wird an mehreren Stellen bei Theophanes stärker herausgekehrt: vgl. hier Theoph. I 233,16 und den Zusatz: „mit Gottes Hilfe“. (Johann Martin Thesz)
23ff./1 Καὶ μετὰ τὴν νίκην ἔπεμψε συγκλητικοὺς αὐτοῦ δύο καὶ μετ' αὐτῶν διακοσίους ἐν Ἀλεξανδρείᾳ: auch hier unterstreicht Theophanes die Religiösität des axumitischen Herrschers ein: vgl. Theoph. 223,19: „und der Danksagung an Gott“. Interessant ist die Bezeichnung „Senatoren“ für Offizielle/Beamte des indischen Königs: Offensichtlich hat hier eine Übertragung des römischen Staatssystems/Denkens auf fremdländische Verhältnisse stattgefunden. Es zeigt sich erneut die Verschmelzung von Malalas‘ eigener Wirklichkeit und den von ihm beschriebenen historischen Ereignissen.
24/4 δεόμενος [...] ὥστε λαβεῖν αὐτὸν: δέομαι wird klassisch mit einfachem Infinitiv konstruiert. Die Hinzufügung von ὥστε zum Inifinitv bei Verben des Betens, Bittens und Befehlens begegnet häufiger bei Malalas, vgl. Helms 1971, 363; Weierholt 1963, 53. Anzumerken ist außerdem, dass Malalas δέομαι hier, ähnlich wie sonst αἰτέομαι, im Sinne von 'um Erlaubnis bitten, etwas zu tun' gebraucht. (Johann Martin Thesz)
27f./4 καὶ ἐμηνύθη τῷ βασιλεῖ Ἰουστινιανῷ πάντα διὰ Λικινίου, αὐγουσταλίου ’Αλεξανδρείας: Likinios war praefectus Augustalis gegen Ende des 5./Anfang des 6. Jh. n. Chr. Das hier berichtete Ereignis fand jedoch anderen Quellen zufolge entweder unter der Herrschaft Zenos oder Anastasios‘ statt (vgl. PLRE IIIB (Licinius), 793). Bei einem Augustalen handelt es sich um den offiziellen Titel des römischen Präfekten von Ägypten, der als Stellvertreter des Kaisers die Provinzverwaltung in Ägypten führte und gleichrangig mit Promagistraten oder kaiserlichen Legaten in anderen Provinzen war, vgl. auch die Erwähnung bei Malal. IX 18.
29f./9 οἰ αὐτοὶ πρεσβευταὶ Ἰνδοὶ: Im klassischen und Koine-Griechisch wird πρεσβευτής meist mit Genitiv (z.B. Th. VI 81: ὁ τῶν Ἀθηναίων πρεσβευτὴς; Aeschin. 2, 121: Ἀθηναίων πρεσβευτὴς; Plb. I 6, 5: τοὺς πρεσβευτὰς Ῥωμαίων; IV 47, 5: τοὺς τῶν Ῥοδίων πρεσβευτάς) oder mit παρά τινος (z.B. D. 18, 77: παραγενόμενοι πρὸς ἐμὲ οἱ παρ’ ὑμῶν πρεσβευταί; 23, 13: πρὸς ὑμᾶς ἧκεν Ἀριστόμαχος πρεσβευτὴς παρ’ αὐτῶν; Aeschin. 2, 86: τὸν πρεσβευτὴν τὸν παρὰ Κερσοβλέπτου; Plb. II 63, 1: τὸν παρὰ Πτολεμαίου πρεσβευτὴν; IV 30, 7: τοῖς δὲ παρὰ τῶν Αἰτωλῶν πρεσβευταῖς) verbunden. (Johann Martin Thesz)
32f./3 καὶ λαβὸντες τὸν ἐπίσκοπον καὶ τοὺς κληρικούς, οὒς αὐτὸς ἐπελέξατο, ἀπήγαγον εἰς τὴν Ἱνδικὴν χώραν πρὸς Ἄνδαν τὸν βασιλέα αὐτῶν: Es erfolgt erst an dieser Stelle die eigentliche Benennung des axumitischen Königs mit dem Namen Andas, vgl. XVIII 9 und die Ausführungen weiter oben. Theophanes beschreibt in 223,27 das Ende der Geschichte erneut mit stärkerem Fokus auf die Hinwendung zum christlichen Glauben: „Und so kamen alle von ihnen zum Christenglauben und ließen sich taufen.“
Parallelüberlieferung
Theoph. 222, 33–223, 27; Cedr. 656, 6–15; Chron. anon. Pseudo-Dionys. 846; Joh. Nik. XC 71–78; Xanth., HE PG 147, 301C–304B; cf. Rubin, c. 102. 104. Ausführliche Informationen liefert auch hier Brakmann 1993, 758f.
Literatur
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Berger (2006): Berger, Albrecht: Life and works of Saint Gregentios, Archbishop of Taphar. Introduction, Critical Edition and Translation. With a contribution by G. Fiaccadori, Berlin/New York, 2006.
Brakmann (1993): Brakmann, Heinzgerd: Axomis (Aksum), RAC, 1993, 718–810.
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