Malalas 18.35

Inhalt

Aufstand der Samaritaner (529). (Brendan Osswald)

Philologisch-Historischer Kommentar
Parallelüberlieferung
Literatur

1
Τῷ δὲ ἰουνίῳ μηνὶ τῆς ἑβδόμης ἰνδικτιῶνος ταραχῆς γενομένης ἐ-
2
θνικῆς, συμβαλόντων γὰρ τῶν Σαμαρειτῶν μεταξὺ χριστιανῶν καὶ Ἰου-
3
δαίων, πολλοὶ τόποι ἐνεπρήσθησαν ἐν Σκυθοπόλει ἐκ τῶν αὐτῶν Σαμα-
4
ρειτῶν. καὶ τοῦτο ἀκούσας ὁ αὐτὸς βασιλεὺς ἠγανάκτησε κατὰ τοῦ ἄρ-
5
χοντος Βάσσου· ὅντινα διαδεξάμενος ἀπεκεφάλισεν ἐν αὐτῇ τῇ χώρᾳ. οἱ
6
δὲ Σαμαρεῖται | γνόντες τὴν καθ᾽ ἑαυτῶν ἀγανάκτησιν ἐτυράννησαν καὶ
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ἔστεψαν λῄσταρχον ὀνόματι Ἰουλιανὸν τὸν Σαβὰρωνα, καὶ ἔκαυσαν
8
κτήματα καὶ ἐκκλησίας καὶ ἐφόνευσαν πολλοὺς χριστιανούς. καὶ εἰσελθὼν
9
ἐν Νεαπόλει ἐθεώρησεν ἱπποδρόμιον μετὰ πλήθους Σαμαρειτῶν· καὶ τὸ
10
πρῶτον βάιον ἐνίκησεν Νικέας τις, ἡνίοχος χριστιανός. ἦσαν δὲ καὶ ἄλλοι
11
ἐν τῇ αὐτῇ Νεαπόλει ἡνίοχοι, Σαμαρεῖται καὶ Ἰουδαῖοι, οὕστινας ἐνίκη-
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σεν ὁ αὐτὸς Νικέας ἡνίοχος. καὶ ἐλθὼν πρὸς τὸν τύραννον, ὀφείλων τι-
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μηθῆναι, ἐπερώτησεν δὲ αὐτόν, ποίας ὑπάρχει θρησκείας καὶ μαθὼν ὅτι
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χριστιανός ἐστιν, καὶ εἰς σύμβολον δεξάμενος τὴν τῶν χριστιανῶν εὐθέως
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πρώτην νίκην κατ᾽ αὐτοῦ, ὃπερ καὶ γέγονεν, εὐθέως πέμψας ἀπεκεφάλι-
16
σεν τὸν ἡνίοχον ἐν τῷ ἱπποδρομίῳ. ἐχρήσατο κακῶς καὶ τῷ ἐπισκόπῳ
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τῆς αὐτῆς πόλεως. τοῦτο δὲ γνόντες οἰ ἄρχοντες Παλαιστίνης καὶ δοὺξ
18
Θεόδωρος σιμὸς τὸ τῆς τυραννίδος τόλμημα ἐμήνυσεν εὐθέως τῷ βασι-
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λεῖ Ἰουστινιανῷ· καὶ ἀπελθὼν ὁ δοὺξ κατ᾽ αὐτοῦ μετὰ πολλῆς βοηθείας,
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λαβὼν μεθ᾽ ἑαυτοῦ καὶ τὸν φύλαρχον Παλαιστίνης· καὶ γνοὺς τοῦτο ὁ
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τύραννος Ἰουλιανὸς ὁ Σαβάρων, φυγὼν ἐξῆλθεν ἀπὸ Νεαπόλεως. καὶ
22
κατεδίωξεν αὐτὸν ὁ δοὺξ μετὰ τῆς ἑαυτοῦ βοηθείας, καὶ συνέκρουσαν
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πόλεμον· καὶ ἔκοψεν ὁ δοὺξ ἐκ τῶν Σαμαρειτῶν πλῆθος, καὶ παρέλαβεν
24
τὸν αὐτὸν Σαβάρωνα Ἰουλιανόν, τοῦ θεοῦ παραδόντος αὐτὸν. καὶ ἀπο-
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κεφαλίσας αὐτὸν ἔπεμψεν τὴν κεφαλὴν αὐτοῦ μετὰ τοῦ διαδήματος τῷ
26
βασιλεῖ Ἰουστινιανῷ. καὶ ὅτε ἐγνώσθη τῷ αὐτῷ βασιλεῖ τὰ γενόμενα,
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τὸ τῆς τυραννίδος τῶν Σαμαρειτῶν καὶ τοῦ δυστυχοῦς Ἰουλιανοῦ, ἡ
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παρὰ τῶν ἀρχόντων μήνυσις εὐθὲως κατέλαβεν ἐν Κωνσταντινουπόλει
29
καὶ ἡ τοῦ τυράννου κεφαλή. ἔπεσον δὲ ἐκ τῶν Σαμαρειτῶν ἐν τῷ πολέμῳ
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χιλιάδες εἴκοσι· καὶ οἱ μὲν ἔφυγον εἰς τὸ ὄρος τὸ λεγόμενον Ἀρπαρίζιν,
31
ἄλλοι δὲ εἰς τὸν Τραχῶνα εἰς τὸ λεγόμενον σιδηροῦν ὄρος. ἔλαβεν δὲ καὶ
32
φύλαρχος Σαρακηνὸς ὁ τῶν Ῥωμαίων πραῖδαν ἐξ αὐτῶν χιλιάδας εἴκοσι
33
παίδων καὶ κορασίων οὕστινας λαβὼν αἰχμαλώτους ἐπώλησεν ἐν τοῖς
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Περσικοῖς καὶ Ἰνδικοῖς μέρεσιν.
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Ὁ δὲ αὐτὸς βασιλεὺς γνούς, ὅτι πολλὰ κτήματα τῆς Παλαιστίνης
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ἒκαυσαν οἱ Σαμαρεῖται τὴν ἀρχήν, ὅτε ἐτυράννησαν, ἠγανάκτησεν κατὰ
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τοῦ δουκὸς Παλαιστίνης, διότι πρὸ τοῦ ἐπιρρίψωσιν εἰς τὰ κτήματα ἢ
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εἰς τὴν πόλιν, μόνον ἤκουσεν, ὅτι συνάγονται, οὐχ ὥρμησε κατ᾽ αὐτῶν
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καὶ ἐσκορπίζοντο. καὶ διαδεξάμενος τὸν αὐτὸν δοῦκα ἀσχήμως ἐκὲλευσεν
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αὐτὸν ἀσφαλισθέντα φυλάττεσθαι. καὶ ἐπέμφθη ἀντ᾽ αὐτοῦ δοὺξ Εἰρη-
41
ναῖος ὁ Ἀντιοχεύς· ὅστις ὁρμήσας κατὰ τῶν ἀπομεινάντων Σαμαρειτῶν
42
ἐν τοῖς ὄρεσι πολλοὺς ἀπώλεσεν πικρῶς τιμωρησάμενος.
Philologisch-Historischer Kommentar
1/1 Τῷ δὲ ἰουνίῳ μηνὶ τῆς ἑβδόμης ἰνδικτιῶνος: Jeffreys/Croke/Scott 1990, 149ff. zu Indiktionsangaben.
Malalas datiert den Beginn der Unruhen auf Juni der siebten Indiktion, d.h. 529, wie Theophanes (Theoph. 178,22). Kyrill etwas früher: nämlich auf April/Mai – je nachdem ob man die Angabe „vier Monate nach AbbasTod“, der vorher auf den 11. Januar der siebten Indiktion datiert wird, inklusive oder exklusive zählt (Cyr.S., V. Sab. 70). Chronicon Paschale datiert hingegen auf 530 (Chron. Pasch. 619,14). Wahrscheinlich verfügte Kyrill als gebürtiger Skythopolitaner über die genauesten (vielleicht mündliche) Informationen über die Revolte, die sich in seiner Kindheit zugetragen hatte; vgl. Pummer 2002, 259 und Rabello 1987, 411f. Die Diskrepanz zu Malalas scheint sich dadurch zu erklären, dass dieser die Auseinandersetzungen in Skythopolis fälschlich für den Beginn der Revolte hält, wo sie doch einen Monat zuvor in Neapel begonnen hatte (vgl. ad Zeile 3).
(Fabian Schulz)
1f./8 ταραχῆς γενομένης ἐθνικῆς: Während die Gegenwart geneigt ist, Religion als Teil der erlernten Kultur aufzufassen – von „Christenvolk“ ist nur noch selten die Rede –, zählte sie in der Antike zu den angestammten Merkmalen der Ethnizität; vgl. Schott 2008, 5ff. Die Linie, die Wood 2010, 71 zwischen Christen einerseits sowie Juden und Samaritanern andererseits zieht – „Being Roman and being Christian were supra-ethnic categories that coexisted with ethnies defined by their own distinctive practices and ideas of shared descent (e.a. Jews and Samaritans)“ –, ist also zu scharf. In diesem Sinne wird hier der Konflikt zwischen Samaritanern, Juden und Christen als „ethnisch“ aufgefasst (vgl. den Aufstand unter Zenon in Malal. XV 8). Auch Kyrill spricht davon, dass die Samaritaner mit ihrem „ganzen Volk“ gegen die Christen zu Felde ziehen (Cyr.S.,V. Sab. 70). Dabei handelt es sich nicht allein um christliche Polemik, die Fremdheit konstruiert. Die Samaritaner markierten ihre Ethnizität durch eigene Feste und Ursprungssagen (vgl. Sivan 2008, 107–113). Zu religiösen und ethnischen Gemeinschaften im spätantiken Palästina, vgl. Lapin 1998.

Unruhen/ταραχαί sind in der Chronik ein wichtiges Thema, vgl. Jeffreys/Croke/Scott 1990, 211f.

Die Frage, warum der Konflikt ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ausbrach, bleibt im Baroccianus erst einmal offen. Später erfahren wir, dass die samaritanische Hoffnung auf einen Messias gerade in Erfüllung zu gehen schien (vgl. ad Zeile 7). Die Excerpta und Parallelquellen erwecken den Eindruck, dass die Spannungen zwischen der samaritanischen und christlichen Bevölkerung so groß waren, dass sich beim geringsten Anlass in gewaltsamen Ausbrüchen entladen mussten (vgl. ad Zeile 2f.). Außerdem könnten innen- und außenpolitische Faktoren einen Ausbruch begünstigt haben.

Pseudo Zacharias scheint als Auslöser des Aufstands militärische Erfolge der Perser anzusehen (Hist. IX 8), worin ihm Evans folgt: „the Samaritans hoped for Persian help“ Evans 2005, XXXI. Die Datierung der Angabe ist aber nicht eindeutig, vgl. Pummer 2002, 235. Vielmehr scheint es sich um eine Rückprojektion zu handeln, vgl. Crown 1986, 132; Rabello 1987, 249 und Meier 2004a, 194 mit Anm. 441. Greatrex vermutet wiederum, dass die militärischen Erfolge der Lachmiden, die Malalas vorher schildert (vgl. Malal. XVIII 32), die Erhebung begünstigten; Greatrex 1998, 161.

Nach Prokop (Anecd. 11,24) war hingegen Justinians scharfes Vorgehen gegen Häretiker ursächlich, worauf auch Chorikios (Laud. Arat. et Steph. 10 und 15) hindeutet. Dieser Einschätzung folgen Crown, Rabello und Meier (ebd.). Mit den Maßnahmen scheinen Cod.Iust. 1,5,12,4 und 9 sowie 1,5,13,1 gemeint zu sein, vgl. Meier 2004a, 214f. Die von Pummer 2002, 284 und 307f. und anderen Forschern angeführte Bestimmung Cod.Iust. 1,5,17, die unter anderem die Zerstörung der Synagogen der Samaritaner befahl, dürfte nach dem Aufstand erlassen worden sein; vgl. Rabello 1987, 246.
(Fabian Schulz)
2/4 τῶν Σαμαρειτῶν: Die traditionelle Bezeichnung „Samariter“ wird wegen ihrer Ambiguität nicht mehr wissenschaftlich verwendet. Vielmehr unterscheidet man heute zwischen Samaritanern und Samariern, analog zu Samaritans und Samarians im Englischen, also zwischen Bewohnern der Region Samaria und Anhängern der samaritanischen Religion, was nicht zusammenfallen muss: So gab es Samaritaner, die in der Diaspora lebten, und in Samaria viele Christen und Juden. Im Griechischen gibt es diese Unterscheidung nicht. Mit der Zeit dominierte aber die konfessionelle Bedeutung die räumliche: Der Begriff wurde synonym für Häretiker. In der Chronik findet sich nur diese Verwendung. Malalas und die meisten Parallelautoren benutzen Σαμαρείτης/Σαμαρείται bzw. die obliquen Kasus. Bei anderen Autoren wie Nikephoros Kallistos erscheint auch Σαμαρής/Σαμαρείς, dritte Deklination. Der Begriff Samaritaner bedeutet im samaritanischen Aramäisch „Wächter“. Zu Terminologie und Etymologie vgl. Pummer 2002, 2 und 7f. (Fabian Schulz)
2f./2 συμβαλόντων γὰρ τῶν Σαμαρειτῶν μεταξὺ χριστιανῶν καὶ Ἰουδαίων: Die Samaritaner waren im römischen Reich nicht gut gelitten: Ihr Glaube galt als falsch und gefährlich, sie selbst als renitent (vgl. Einleitung). Prokop etwa nennt den Glauben der Samaritaner im Zusammenhang mit der Revolte von 529 ein anóeton dógma und Chorikios spricht von einem Aufstand der Ketzer (Laud. Arat. et Steph. 10). Die Samaritaner waren oft Ziel von Repressionen, vgl. Noethlichs 2007. Dabei wurden sie häufig mit den Juden in einen Topf geworfen, die sich dagegen wohl verwahrt hätten. Die Juden lehn(t)en nämlich den Anspruch der Samaritaner ab, die ursprüngliche Form des israelischen Glaubens bewahrt zu haben. Zum Verhältnis von Juden und Samaritanern vgl. Sivan 2008, 130–142.

Der Bevölkerungsanteil, den die Samaritaner in dieser Zeit einnahmen, lässt sich nur schwer abschätzen und ist daher umstritten. Evans 2005, XXXI meint, dass sie die Mehrheit der Landbevölkerung stellten (vgl. Anecdota); Dauphin 1999, 127 sieht die Christen in der Überzahl. Über die Anzahl der Samaritaner gibt es verschiedene Schätzungen, vgl. Pummer 2002, 261.

Laut Malalas gerieten die Samaritaner mit Christen und Juden aneinander. Bei Theophanes machten die Juden hingegen mit den Samaritanern gemeinsame Sache gegen die Christen (Σαμαρεῖται καὶ Ἰουδαῖοι... κατὰ Χριστιανῶν ὅπλα κινήσαντες). Ähnlich Cramer, Anecd. Paris., Cedren und Theodor Lector, Anastasius Bibliothecarius. Da es auch in späteren Aufständen (z.B. 555; vgl. Malal. XVIII 119) eine Allianz zwischen Juden und Samaritanern gab, hat man den Malalas-Text umgedeutet: Chilmead 1691, II, 180 setzt καὶ Ἰουδαίων in Kommata und übersetzt Samaritanis enim Iudaeisque cum Christianis conflictantibus. Da in den übrigen Parallelquellen zumal in den kontemporären (wie Prokop und Kyrill) einschließlich der Excerpta de insidiis die Juden aber gar nicht genannt werden, ist ihre Beteiligung eher unwahrscheinlich; ihre Präsenz in den späteren Quellen dem verbreiteten Antisemitismus geschuldet. Rabello 1987, 409–11 mit Anm. 2 und 8.

Da die Einfügung der Juden an der Seite der Christen unwahrscheinlicher ist als deren Auslassung als Opfer (oder Einfügung als Täter), ist der Text des Baroccianus dem der Fragmente überlegen, was ein Hinweis auf ihre Kürzung ist (vgl. Einleitung).

Am Beginn des Konflikts stand laut den Excerpta eine habituelle christliche Provokation, die von den Samaritanern anders als sonst nicht hingenommen wurde. Es habe nämlich im ganzen Osten folgenden Brauch gegeben: Die Christenkinder gingen nach der Samstagsmesse zu den Synagogen der Samaritaner, die diesen Tag unter sich zu verbringen pflegten, und bewarfen sie mit Steinen. Dieses Mal seien die Samaritaner ausgerückt und hätten die Kinder mit Schwertern niedergehauen, sogar im Kirchenasyl. Der Text stellt die Aktion der christlichen Kinder als Bagatelle und die Reaktion der Samaritaner als überzogen und frevlerisch dar. Gegen den Strich gelesen zeigt er freilich: Die christliche Provokation am Sabbat hatte System. Das Handeln der Kinder scheint das Denken der Eltern umzusetzen; vgl. Sivan 2008, 169f.

Wo diese Ereignisse zu lokalisieren sind, ist nicht ganz klar: Dem Wortlaut nach in Caesarea oder in Neapel, einer Konjunktur zufolge in Skythopolis (XVIII 35, 3). Dann lassen sich Baroccianus und die Excerpta vereinen (vgl. Einleitung): Vielleicht gehörte die Kirche, in die laut den Excerpta die Samaritaner drangen, zu denen, die laut Baroccianus in Flammen aufgingen (ad Zeile 8).

Als die Christen wieder die Oberhand gewonnen hatten, kam es in Skythopolis zu einem weiteren Gewaltexzess, der ebenfalls eine Vorgeschichte hatte: Laut Prokop (Anecd. 27,7–9) wurden zwei Samaritaner gelyncht, Bruder und Vater des (einfluss-)reichen Arsenius, der angeblich zum Schein konvertiert war und ihnen befohlen hatte, die dortigen Christen zu gängeln. Laut Kyrill erfüllte sich an den beiden eine zwanzig Jahre zurückliegende Prophezeiung des Sabas (Cyr.S., V. Sab. 61 und 70). Prokop, der betont, dass Arsenius die Gunst der Kaiserin genoss, möchte zeigen, welches Unheil ihre Patronage anrichtete; die Bevölkerung muss sich selbst Gerechtigkeit schaffen. Gegen den Strich gelesen zeigt die Geheimgeschichte freilich, dass Samaritaner auch (oder gerade) in leitender Funktion wegen ihres Glaubens angreifbar waren und der Konspiration bezichtigt wurden. Insofern ist der Einschätzung von Winkler zuzustimmen, dass weniger Christenhass als Samaritanerhass der Auslöser war; vgl. Winkler 1965, 448 mit weiteren Belegen. Zum weiteren Kontext der Konfrontationen in Skythopolis, vgl. Sivan 2008, 167–175.

Es genügte also ein kleiner Funke, um einen Flächenbrand zu entfachen; von wo dieser ausging, ist aber noch genauer zu klären (XVIII 35, 3). (Fabian Schulz)
3/2 πολλοὶ τόποι ἐνεπρήσθησαν ἐν Σκυθοπόλει: Skythopolis (heute Besan im Westjordanland) war eine südlich des Sees Genezareth gelegene Stadt der Dekapolis, die an der Kreuzung mehrerer palästinischer Handelsstraßen lag. Im Zuge der Verbreitung des Christentums avancierte Skythopolis zu einem Zentrum der christlichen Kultur, beheimatete aber gleichzeitig eine jüdische und eine samaritanische Gemeinde. Seit Ende des 4. Jh. war Skythopolis, wie Malalas bezeugt (Malal. XIII 41), Sitz des Präfekten von Palaestina II und somit die Hauptstadt der von Theodosius I. eingerichteten Provinz. In der Revolte von 529 leistete die Stadt einen hohen Blutzoll, von dem sie sich nicht wieder erholen sollte; vgl. Tsafrir/Foerster 1997.

Über die Schauplätze, die Intensität und die räumliche Entwicklung des Aufstandes machen die Quellen verschiedene Angaben, vgl. Rabello 1987, 411–414: Der Baroccianus beginnt mit den Schäden in Skythopolis. Wo die ersten Ausschreitungen zu lokalisieren sind, von denen die Excerpta sprechen (vgl. ad Zeile 2f.), ist nicht ganz klar: Zuerst wird Caesarea genannt. Dort verorten das Geschehen folglich Hüttenmeister/Reeg 1977, 580. Aber das ist unwahrscheinlich, weil es laut Prokop in seiner Heimatstadt ruhig blieb (Anecd. 11,25). Als nächstes wird Neapel genannt. Dort wird das Geschehen folglich von Winkler 1965, 439 lokalisiert. Rabello 1987, 412f., dem Pummer 2002, 259f., Sivan 2008, 168 Anm. 82 und Blaudeau 2015 folgen, hält Caesarea hingegen für einen Fehler und konjiziert Skythopolis; nicht nur wegen der Angabe Prokops, sondern auch, weil im Folgenden eine Kirche des Heiligen Basilius erwähnt wird, die nicht für Caesarea oder Neapel, wohl aber für Skythopolis bezeugt ist. Neapel im zweiten Satz sei eine Prolepse (vgl. ad Zeile 9). Die Angabe der Excerpta und des Baroccianus lassen sich so vereinen (vgl. Einleitung). Auch Prokop und Kyrill bezeugen, dass es in Skythopolis Ausschreitungen zwischen Samaritanern und Christen gab, aber etwas später (vgl. ad Zeile 2f.).

Einen anderen Eindruck vom Beginn der Revolte hinterlässt der Rückblick am Ende von Kapitel 35 (ad Zeilen 35–38): „Gleich zu Beginn wurden viele Gehöfte in Palästina verbrannt“; im nächsten Satz ist die Rede von „ihrem Einfall in die Gehöfte bzw. die Stadt“. Das deutet weniger auf Unruhen in einer einzelnen Stadt als auf einen Flächenbrand in Palästina, der besonders auf dem Land tobte.

Auch die meisten Parallelquellen beginnen ihre Schilderungen des Aufstands auf dem Land oder im Umland einer Stadt, aber nicht in Skythopolis, sondern in Neapel, das im Baroccianus später genannt wird (ad Zeile 9). Kyrill, der von Nikephoros Kallistos rezipiert wird, bezeugt die Verbrennung von Farmen, besonders in der Gegend von Neapel (Cyr.S., V. Sab. 70; Xanth., Hist. eccl. XVII 24). Auch Zacharias Rhetor spricht von den „Samaritanern in der Nähe von Neapel“ (Hist. IX 8). Prokop lokalisiert den Ursprung der Revolte bei der ländlichen Bevölkerung (Anec. 11,27).

Weil die Ausschreitungen in Neapel von Kyrill auf April/Mai und die Ausschreitungen in Skythopolis im Baroccianus auf Juni datiert werden (vgl. ad Zeile 1), ist davon auszugehen, dass die Unruhe in der Umgebung von Neapel, der heiligen Stadt der Samaritaner, begann, die Stadt ergriff und dann auf Skythopolis übersprang.

Die späteren Hilfszahlungen belegen, dass nicht Skythopolis, sondern Neapel das Epizentrum war: Die Gelder für den Wiederaufbau von Palaestina I, wo Neapel liegt, sind nämlich dreizehnmal höher als die für Palaestina II, wo Skythopolis liegt (Cyr.S., V. Sab. 75); vgl. Rabello 1987, 411. Zu groß können die Zerstörungen durch Brand, von denen Malalas hier spricht, also nicht gewesen sein. Der archäologische Befund hilft hier leider nur bedingt weiter, da sich die Zerstörungshorizonte, die Grabungen in der Region immer wieder zu Tage gebracht haben, nicht genau genug datieren lassen; vgl. Sivan 2008, 128 mit Anm. 58 und 59.

Möglicherweise ist die Nennung von Skythopolis im Baroccianus auch einem Fehler geschuldet, den die Textkritik erklären kann: Σκυθοπόλει könnte ein Fehler des Schreibers sein, der das drei Zeilen frühere Σκύθης noch im Kopf hatte. Statt Νεα-πόλει schrieb er daher Σκυθο-πόλει. Andererseits scheint εἰσελθὼν (ad Zeile 8) auf einen Ortswechsel zu deuten.
(Fabian Schulz)
4/8 ἠγανάκτησε κατὰ: Zur metaphorischen Bedeutung von κατά mit Genitiv: XVIII 22, 7f.. (Fabian Schulz)
4/8 ἠγανάκτησε κατὰ: Bei Chorikios, der wahrscheinlich auf 429 anspielt, nimmt zuerst der oberste Bischof, also der Metropolit von Caesarea, Anstoß, dann der Kaiser (Laud. Arat. et Steph. 10; vgl. Pummer 2002, 246). (Fabian Schulz)
4f./10 τοῦ ἄρχοντος Βάσσου: Der Archon Bassos ist nur bei Malalas belegt. Grundsätzlich ist ἄρχων, ἄρχοντες ein Sammelbegriff, der sich auf verschiedene leitende Funktionen beziehen kann. Hier scheint es sich wie später im Kapitel, wo von „Archonten Palästinas“ die Rede ist (vgl. ad Zeile 17), um einen Provinz-Statthalter zu handeln, die auch an anderen Stellen Archonten genannt werden (z.B. Malal. IX 12 und 24). Der genauere Terminus wäre ἔπαρχος, der in den Excerpta im Zusammenhang mit einem anderen Protagonisten erscheint (vgl. ad Zeile 40). Die Übersetzung „Statthalter“ bzw. „governor“ von Jeffreys/Jeffreys/Scott 1986 ist „Präfekt“ von Thurn/Meier 2009, 463f. vorzuziehen, da Provinz-Statthalter verschiedene Ämter und Titel hatten – vgl. Jones 1964, I,373: Prokonsuln, Konsulare und correctores und praesides; Präfekten waren eher für Ägypten typisch. Weil Skythopolis die Metropole von Palaestina II war, wird vermutet, dass Bassos im Jahr 529 praeses Palaestinae Secundae war, vgl. PLRE IIIA (Bassus 1), 177. Als einziger Amtsträger ist bislang aber nur Kyrillos belegt, der die Funktion in den Jahren 360 und 361 innehatte, vgl. Seeck 1924.

Warum Bassos den Zorn des Kaisers auf sich zog und hingerichtet wurde, sagt Malalas nicht; möglicherweise wegen Untätigkeit. Jedenfalls ist das der Grund für die spätere Verhaftung des dux (vgl. ad Zeile 39f.). In Krisensituationen waren Heer und zivile Verwaltung, die sonst strikt getrennt waren, nämlich zur Kooperation angehalten – vgl. Jones 1964, I,373. Später erfahren wir, dass ἄρχοντες und dux dem Kaiser gemeinsam Bericht erstatteten (vgl. ad Zeile 17). Den Namen von Bassos‘ Nachfolger als Statthalter erfahren wir nicht.

Meier 2004a, 210 mit Anm. 531 hält Justinian vor, dass er Bassos enthauptete, bevor er Abwehrmaßnahmen ergreifen konnte. Rabello 1987, 415f. hält hingegen die Hinrichtung der lokalen Führungsperson auf dem Höhepunkt der Krise für absurd. Die Absetzung von Bassos gehöre nicht in die Mitte des Aufstands, sondern an sein Ende. Bassos sei bestraft worden, weil er gegen die Samaritaner übermäßig hart vorgegangen sei. Justinian erscheint in dieser Interpretation vielmehr als gerecht.
(Fabian Schulz)
5/3 ὅντινα διαδεξάμενος: Das Medium bedeutet hier ‚jemanden absetzen‘: IX 2, 6f.. (Fabian Schulz mit Brendan Osswald)
6/3 γνόντες τὴν καθ’ ἑαυτῶν ἀγανάκτησιν: nominal statt partizipial; γνόντες so auch in Zeile 17; in Zeile 26 im Passiv: ἐγνώσθη τῷ αὐτῷ βασιλεῖ τὰ γενόμενα. (Fabian Schulz)
6f./8 ἐτυράννησαν καὶ ἔστεψαν λῄσταρχον ὀνόματι Ἰουλιανὸν τὸν Σαβὰρωνα: Dieses Satzsegment wiederholt ein Satzsegment aus XV 8, 2f.: ἐτυράννησαν καὶ ἔστεψαν λῄσταρχον ὀνόματι Ἰουστασὰν Σαμαρείτην. Zum Verb: VI 3, 22. (Brendan Osswald)
7/1 ἔστεψαν λῄσταρχον ὀνόματι Ἰουλιανὸν: Als „Räuberhauptmann“ wird der Anführer der Samaritaner auch bei Johannes von Nikiu bezeichnet, dessen Fassung viele Parallelen zum folgenden aufweist. Prokop spricht von „einem der Räuber“ (Procop. Anecd. 11,27). Bei Cedren und Theophanes steht ἔστεψαν mit dem inneren Objekt βασιλέα: „zum βασιλεύς krönen“. Der Text des Baroccianus scheint in diesem Punkt gekürzt zu sein. Andererseits könnte so die Distanz zu Justinian, dem „legitimen“ βασιλεύς (ad Zeilen 4, 26 und 35), betont werden. Βασιλεύς bedeutet nämlich sowohl „König“ als auch „Kaiser“. Welche Art von Herrschaft Julian für sich beanspruchte und welcher Anspruch ihm von den Römern zugeschrieben wurde, lässt sich schwer ermessen. Laut Meier 2004a, 212 mit Anm. 549 und 550 trat Julian als König auf, der sich auf biblische Vorgänger berief; zum Gegenkaiser wurde er von Justinians Propaganda gemacht. Bei Johannes von Nikiu findet sich nämlich folgender Zusatz: „He declared: 'God hath sent me to re-establish the Samaritan kingdom'.“ Dass es sich dabei nicht um eine christliche Erfindung handelt, scheint die Samaritanische Chronik zu belegen, die die Angabe des Johannes von Nikiu bestätigt, vgl. Crown 1986, 134. Im Chronicon Paschale wird βασιλέα durch καὶ Καίσαρα präzisiert: „zum König und Kaiser“, was keinen Zweifel an Julians Anmaßung aufkommen lässt. (Fabian Schulz)
7/6 Σαβὰρωνα: Dieses Wort ergänzt Thurn aus den Excerpta, zumal wegen der Parallele bei Prokop υἱὸν Σαβάρου (Procop. Anecd. 11,27); im Baroccianus trägt Julian den Beinamen Σαμαρείτην (wie Justasas in XV 8). Ähnlich geht Thurn in Zeile 24 vor. Flusin, der beide Texte anderen Autoren zuweist (vgl. Einleitung), lehnt diese Konjekturen ab; Flusin 2004, 136 mit Anm. 106. Der Name Σαβάρων scheint in der griechischen Literatur nur ein weiteres Mal belegt zu sein, nämlich in der Vita Sabae, aber merkwürdigerweise nicht im Kontext der samaritanischen Revolte (Cyr.S., V.Sab. 35). (Fabian Schulz)
8f./9 εἰσελθὼν ἐν Νεαπόλει: ἐν + Dat. zur Angabe der Richtung; bzw. Ellipse: „hineingehen“ und dann „da sein“. (Fabian Schulz)
9/2 Νεαπόλει: Neapel wird nicht nur im Baroccianus, sondern auch in den Excerpta an zweiter Stelle genannt, wo es laut Rabello 1987, 412f. aber proleptisch ist (vgl. ad Zeile 3). Die Stadt wird einhellig als Epizentrum angesehen (ebd.). (Fabian Schulz)
9/3 ἐθεώρησεν ἱπποδρόμιον: Julians Besuch des Hippodroms kehrt nur bei Johannes von Nikiu wieder. Auch Justasas, der samaritanische Anführer von 484, soll ein Wagenrennen besucht haben (Malal. XV 8). Da die Veranstaltung von Wagenrennen ein Symbol kaiserlicher Herrschaft war und die Kommunikation mit dem Volk erlaubte (vgl. Pfeilschifter 2013, 307f., 345f.), verstärkt sich der Usurpationscharakter. Ob Julian tatsächlich auf eine Herausforderung Justinians abzielte, ist freilich zweifelhaft (vgl. ad Zeile 7). Die persische Eroberung von Antiocheia im Jahr 540 kulminierte laut Prokop in einer ähnlichen Episode: Chosrau I. veranstaltet ein Wagenrennen und verhilft der grünen Partei, die Justinian gering geachtet habe, zum Sieg (Procop. Pers. II 11,31). Malalas erwähnt diese Begebenheit in dem betreffenden Abschnitt nicht (Malal. XVIII 87).

Rabello 1987, 412 hält die Geschichte von den Wagenrennen für suspekt, da sie topisch sei und das Hippodrom von Neapel nach dem 4. Jh. nicht mehr benutzt wurde.

Traditionell erfreuten sich Wagenrennen in Palästina keiner geringeren Beliebtheit als im übrigen Reich (vgl. Weiss 2014, 140–145). In der Spätantike wurden die Veranstaltungen dann aber seltener, was mit christlicher (und heidnischer) Kritik an diesen und anderen „Vergnügungen“ zusammenhängt (ebd., 230). Die meisten Hippodrome wurden, wie archäologische Zeugnisse und Inschriften bezeugen, im 4. Jh. stillgelegt (ebd., 245), nur in Caesarea und Bostra blieben sie bis ins 6. Jh. in Betrieb (ebd., 248). Weiss ist die Angabe von Malalas daher (genau wie Rabello) suspekt, er denkt aber, dass eine provisorische Rennbahn errichtet wurde.
(Fabian Schulz)
9f./9 τὸ πρῶτον βάιον ἐνίκησεν: Die Substantive τὸ βάϊον bzw. ἡ βάϊς bedeuten „Palme“, „Palmzweig“, „Zweig“ oder „Stab“ (LSJ, DGE, LBG). Metonymisch kann τὸ βάϊον wie diese Stelle zeigt, auch das „Rennen“ bezeichnen. Diese Bedeutung bzw. „Sieg im Rennen“ verzeichnet das LBG nur für τὸ βαΐν. Die angeführte Belegstelle ist Johannes Moschos, der ein halbes Jahrhundert nach Malalas lebte. Dort ist von einem Wagenlenker die Rede, der „im Rennen unterliegt“ (ἡττηθέντος αὐτοῦ τὸ βαΐν Io. Mosch., PG 87/3,3017AB). Als alternative Lesart zu βαΐν wird im Apparat βαΐον angegeben. Für die Bedeutung „Rennen, Lauf“ führt das LBG mehrere Belege aus dem byzantinischen Griechisch an. Diese metonymische Bedeutung rührt wohl daher, dass βάϊον den Messstab bezeichnen kann (vgl. LSJ mit mehreren Papyri aus dem 5. und 6. Jh.), der auch im Stadion benötigt wurde. Alternativ könnte sie mit dem Umstand zusammenhängen, dass der Palmzweig gerade in Wagenrennen als Siegerehrung fungierte; vgl. Weiss 2014, 143f. und 216f., was an dieser Stelle der Chronik aber nicht gut passt, da die Ehrung ja verweigert wird (vgl. ad Zeile 12f.). (Fabian Schulz)
10f./3 ἐνίκησεν Νικέας τις, ἡνίοχος χριστιανός. ἦσαν δὲ καὶ ἄλλοι ἐν τῇ αὐτῇ Νεαπόλει ἡνίοχοι, Σαμαρεῖται καὶ Ἰουδαῖοι, οὕστινας ἐνίκησεν ὁ αὐτὸς Νικέας ἡνίοχος: Hier gerinnt der christliche Superioritätsglaube zu einem Superioritätsnarrativ. Schon der Name, den der Wagenlenker angeblich trug, deutet auf seine Rolle: Sieger. Der Name Nikeas scheint in der Spätantike aus der Mode gekommen zu sein. Denn die meisten Personen mit diesem Namen, die das LGPN verzeichnet, gehören in die Zeit davor (der Band für Palästina steht freilich noch aus). Die PLRE verzeichnet nur Personen namens Niketas. (Fabian Schulz)
11f./9 οὕστινας ἐνίκησεν ὁ αὐτὸς Νικέας ἡνίοχος: Hier (und in Malal. XVIII 13,9) leitet οὕστινας einen gewöhnlichen Relativsatz ein; sonst verwendet Malalas das Pronomen zumeist in relativischen Anschlüssen, vgl. Weierholt 1963, 26. (Fabian Schulz)
12f./11 ὀφείλων τιμηθῆναι: ὀφείλω kommt bei Malalas nur als Partizip Präsens und in der dritten Person Singular Präsens Indikativ ὀφείλει vor. Das Verb ist dabei immer mit einem Infinitiv Aorist verbunden: einerseits ὀφείλων βασιλεῦσαι (Malal. II 15,28), ὀφείλοντα πεῖσαι (Malal. V 5,6), ὀφείλοντας φονεῦσαι (Malal. VII 11,6) etc., andererseits ὀφείλει...φονευθῆναι (Malal. V 30,5), ὀφείλει οἰκῆσαι (Malal. VIII 12,5), ὀφείλει...κρατῆσαι (Malal. XVIII *148,4) etc. Diese Junkturen bezeichnen in der Chronik, was jemand oder etwas tun oder bewirken sollte; nicht von der Gegenwart her, sondern aus der Vergangenheit gedacht. Ob das eingetreten ist oder nicht, bleibt offen: Klytaimnestras Briefe, die Helena zur Rückkehr bewegen sollten, fruchteten nicht (Malal. V 5,6); hingegen ging ihr Plan, wie Agamemnon sterben sollte, auf (Malal. V 30,5). Dieser Gebrach von ὀφείλω ist auffällig und nach den Regeln der Grammatik erklärungsbedürftig: Warum kommt ὀφείλω im Indikativ nur in einer einzigen Form vor? Warum beziehen sich die Formen des Präsens auf die Vergangenheit? ὀφείλω + Infinitiv bedeutet „etwas sollen“ oder „müssen“, eigentlich „schulden“ (vgl. LSJ ὀφείλω II 1). In der ersten Person Singular bzw. dritten Person Plural oder der dritten Person Singular des starken Aorist (oder des Imperfekt) bezeichnen ὤφελον/ὤφελε unerfüllte Forderungen in der Vergangenheit (KG § 391,5). Beides scheint hier vermischt zu sein. Der gängige Gebrauch von ὤφελον/ὤφελε zum Ausdruck des unerfüllbaren Wunsches (KG § 391,6) findet sich bei Malalas nicht. (Fabian Schulz)
12f./11 ὀφείλων τιμηθῆναι: Der Beamte, der die Rennen leitete, übernahm üblicherweise auch die Siegerehrung, vgl. Weiss 2014, 39. (Fabian Schulz)
13/2 ἐπερώτησεν: Bei Chilmead 1691, II, 180 steht ἐπερώτησεν im Haupttext, doch wird ebd. in Anm. 1 als Korrektur ἐπηρώτησεν vermerkt. Diese Form wurde von Dindorf 1831, 446 in den Text übernommen. Thurn 2000, 374 hat aus dem Baroccianus (fol. 287v, Z. 2) den Indikativ Aorist mit nicht-augmentiertem Epsilon übernommen. Damit wendet er sich gegen die lange verbreitete Tendenz, den Text der Chronik den Regeln des attischen Dialekts anzupassen, vgl. Merz 1911, 12. (Fabian Schulz mit Florian Battistella)
13/5 ποίας ὑπάρχει θρησκείας: ὑπάρχω hat hier die Bedeutung „sein“ (LSJ B 4) und steht daher mit partitivem Genitiv. (Fabian Schulz)
14/4 εἰς σύμβολον δεξάμενος τὴν τῶν χριστιανῶν εὐθέως πρώτην νίκην κατ’ αὐτοῦ: Vorzeichen spielen als Mittel der retrospektiven Sinnstiftung auch in der spätantiken Geschichtsschreibung eine wichtige Rolle; vgl. Heinzelmann 2002; das gilt besonders für die Vorzeichen, die römische Kaiser erhalten haben sollen, die sogenannten omina imperii – vgl. Barzanò 1993. Solche Vorzeichen kommen nicht nur in der heidnischen Geschichtsschreibung wie in der Historia Augusta vor, sondern auch in der Kirchengeschichtsschreibung; vgl. Heinzelmann 2002, 29, 38 und 46. Malalas berichtet auch von anderen Vorzeichen: z.B. dem Einsturz des Apollon-Altars in Troja (Malal. V 14,8). Dabei handelt es sich nicht einfach um literarische Topoi, sondern um verbreitete Wahrnehmungs- und Deutungsmuster. (Fabian Schulz)
14/5 σύμβολον: Die ersten Belege für σύμβολον in der Bedeutung „Vorzeichen“ finden sich in der archaischen Dichtung (LSJ s.v. σύμβολον III 2); auch bei den Kirchenvätern ist dieses Substantiv belegt (Lampe s.v. σύμβολον A 2). Bei Malalas ist diese Bedeutung ein Hapax, denn in Malal. V 19,48 und 21,48 ist σύμβολον mit „Symbol“ zu übersetzen. Synonym zu σημεῖον (Malal. V 14,8). κληδών bezeichnet eher ein verbales Omen (Malal. XIII 19,11 und 19; XVIII 29,5). (Fabian Schulz)
14f./4 εἰς σύμβολον δεξάμενος τὴν τῶν χριστιανῶν εὐθέως πρώτην νίκην κατ᾽ αὐτοῦ: δέχομαι hat hier die Bedeutung „etwas als etwas nehmen oder ansehen“ (LSJ 2d), die üblicherweise mit doppeltem Akkusativ steht (S. Aj. 68: μηδὲ συμφορὰν δέχου τὸν ἄνδρα). An Stelle des zweiten Akkusativs erscheint hier εἰς + Akkusativ, was nicht zu den Nuancen des metaphorischen Gebrauchs der Präposition passt, die Rüger 1895, 46f. herausarbeitet. (Fabian Schulz)
15/5 ὅπερ καὶ γέγονεν: Der auktoriale Einschub ὅπερ καὶ γέγονεν oder ὅπερ (καὶ) ἐγένετο „was dann auch eintrat“ wird in der Geschichtsschreibung benutzt, um Befürchtungen zu kennzeichnen, die sich bewahrheiten, besonders oft bei Thukydides und bei Prokop (z.B. Th. I 50,5 und Procop. Pers. I 24,20). Hier ist er Ausdruck eines teleologischen Geschichtsbildes: am Ende triumphieren die Christen. Die spätere Gefangennahme Julians führt Malalas explizit auf das Eingreifen Gottes zurück (vgl. ad Zeile 24). (Fabian Schulz)
15/8 εὐθέως πέμψας: Thurn/Meier 2009, 464 ergänzen ein Objekt: „er... schickte sogleich Leute aus“. Der absolute Gebrauch von πέμπω ist nicht ungewöhnlich; vgl. LSJ 4; z.B. ἐκέλευε... πέμπων (X. An. II 3,1). (Fabian Schulz)
15f./10 ἀπεκεφάλισεν τὸν ἡνίοχον ἐν τῷ ἱπποδρομίῳ: Wagenlenker waren in der Spätantike sehr populär, wie das Beispiel des Porphyrios genannt Kalliopas eindrucksvoll beweist, den Malalas mehrfach erwähnt (Malal. XVI 6; Excerpta de insidiis 168); vgl. Cameron 1973, 150 und 234. Die Unversehrtheit eines Wagenlenkers war daher zu respektieren, andernfalls drohten Aufstände. Das illustrieren die berühmten Ereignisse, die sich im Jahre 390 in Thessaloniki zutrugen. Als der gotische Heermeister Butherich einen homosexuellen Wagenlenker einsperrte und die Freilassung verweigerte, wurde er von der empörten Menge gelyncht. Daraufhin kam es zum Massaker von Thessaloniki; vgl. Leppin 2003, 153. Julian erscheint noch frecher: Er lässt den Wagenlenker kurzerhand hinrichten; und zwar an Ort und Stelle, im Hippodrom, das den Kommunikationsraum zwischen Herrscher und Volk bildete (ad Zeile 9). Dieser Affront soll ihn als Tyrannen charakterisieren. (Fabian Schulz)
16f./7 ἐχρήσατο κακῶς καὶ τῷ ἐπισκόπῳ τῆς αὐτῆς πόλεως: Nachdem Julian die Christen durch die Ermordung des siegreichen Wagenlenkers düpiert hat, vergreift er sich laut Malalas an ihrem Bischof. Diese Tat lässt sich eher erhärten, denn Kyrill und Zacharias Rhetor kennen seinen Namen: Mamonas. Laut Kyrill ermordeten die Samaritaner weitere Priester und verbrannten sie zusammen mit Reliquien von Märtyrern. Ob die Grausamkeiten diese Ausmaße annahmen, sei dahingestellt, aber bereits das Massaker an einem Bischof war unerhört. Hier setzt sich die Kette aus Gewalt und Gegengewalt, die sich schon zu Beginn abgezeichnet hatte (ad Zeile 2f.), fort. (Fabian Schulz)
17/7 οἱ ἄρχοντες Παλαιστίνης: Mit den „Archonten von Palästina“, die den Kaiser über die Vorfälle (mit)unterrichten, sind wahrscheinlich die Statthalter von Palaestina I und II gemeint. Im Falle von Palaestina II war dieser möglicherweise ein praeses (vgl. ad Zeile 4f.). Die verspätete Ankunft der Nachricht wird unten geschildert (vgl. ad Zeile 27f.). (Fabian Schulz)
17f./11 ὁ δοὺξ Θεόδωρος ὁ σιμὸς: Laut Baroccianus wurden die Samaritaner und ihr Anführer von dem dux Theodoros Simos besiegt; PLRE IIIB (Theodorus 5), 1245. Unzufrieden über sein verspätetes Eingreifen, ließ Justinian ihn trotzdem anschließend absetzen und bestimmte den dux Eirenaios zu seinem Nachfolger, der den überlebenden Samaritanern nachsetzte (ad Zeilen 36–42); PLRE II (Irenaeus 7), 625f. Laut Kyrill operierte Theodoros nicht allein, sondern zusammen mit einem gewissen Johannes (Cyr.S., V. Sab. 70) PLRE III (loannes 8), 626. Beide werden ἐνδοξότατοι genannt, was sie als illustres und Träger von Ehrenämtern ausweist, vgl. PLRE IIIB (Theodorus 5), 1245. Dieser Darstellung des Baroccianus und Kyrills widersprechen jedoch teilweise die Exzerpte. Dort heißt es, dass der ehemalige ἔπαρχος Eirenaios und der dux von Palästina Theodotos Magala die Samaritaner und ihren Anführer besiegten. Statt Theodo-r-os erscheint also ein Theodo-t-os und Eirenaios ist dessen Kollege, nicht Nachfolger von jenem. Unvereinbar sind die Excerpta und der Baroccinus darin, dass verschiedene Kommandanten für den Sieg über Julian verantwortlich gemacht werden.

Diese Widersprüche hat man auf verschiedene Weise zu erklären versucht. Martindale meint, dass Theodorus und Johannes Ende 529 von Eirenaios und Theodotus als duces abgelöst wurden, vgl. PLRE IIIB (Theodotus 1), 1300. Die Angabe der Exzerpte, Julian sei von Eirenaios und Theodotus gefasst worden, sei fehlerhaft (vgl. ebd., 1246). Sie unterschlügen folglich das erste Doppelgespann, dem diese Tat, wie Baroccianus und Kyrill bezeugen, eigentlich zukam.

Eine jüngere These ändert das Personal: Sich an der Ähnlichkeit der Namen Theodoros und Theodotos, sowie an ihren Beinamen stoßend, hat Rabello 1987, 417–419 vorgeschlagen, dass es sich bei den beiden um ein und dieselbe Person handelt: das schlechter bezeugte „Theodotos“ der Exzerpte sei eine Verschreibung des besser bezeugten „Theodoros“. Simos und Magala seien keine Beinamen, sondern Verballhornungen des Personennamens Summus, der sich von dem lateinischen Adjektiv summus – „der höchste“ ableitet, das wiederum in dasselbe Wortfeld wie griechisch μέγας, μεγάλη, μέγα – „groß“ fällt. Dieser Summus sei mit dem auch aus anderen Quellen bekannten dux Palaestinae zu identifizieren (PLRE II, 1038). Summus war dann nicht der Nachfolger des Eirenaios, wie noch Martindale annahm (ebd.), sondern sein Kollege. Wenn Summus sein Amt früher angetreten hat, könnte es eine kurze Zeit der Überschneidung mit Theodorus gegeben haben, was ihre Vermengung in den Quellen erklären könnte. Problematisch bleiben die Excerpta in dieser These, weil sie Eirenaios am Sieg über Julian beteiligen, andererseits sind sie nicht ganz falsch, weil es in der Tat Theodo(r/t)os war, der Julian stellte, und weil Eirenaios neben Summus erscheint. Der Argumentation von Rabello folgen Pummer 2002, 260 und Mazza 2010, 181; weil sie die auffälligen Namen erklärt, wollen wir uns ihr ebenfalls anschließen.

Halten wir fest: Der Anführer der Revolte wurde von Theodoros und Johannes im Jahr 529 zur Strecke gebracht. Eirenaios löste Theodoros ab und führte die Operation im Jahr 530 gemeinsam mit Summus zu Ende. Weder der Baroccianus noch die Excerpta überliefern die Ereignisse korrekt: Hier hat sich Summus, dort Eirenaios eingeschlichen. Über die Gründe, die zur Absetzung des Johannes führten, lässt sich nur spekulieren.

Der Kommandant, der laut Zacharias den Aufstand niederschlug, trägt keinen der bekannten Namen, sondern heißt Hadrian (Hist. IX 8). Pummer 2002, 235 identifiziert ihn mit Theodoros; Rabello 1987, 419 hält ihn für untergeordnet.

Wie erklärt es sich, dass in den Excerpta und bei Kyrill zwei Heerführer gleichzeitig operieren? Martindale weist darauf hin, dass die Aufteilung eines ducatus unter Justinian nicht unüblich war (PLRE III (Theodotus qui et Magalas 1), 1300f.). Alternativ könnte der eine dux aus Palaestina I und der andere aus Palaestina II stammen, da beide Provinzen betroffen waren (vgl. ad Zeile 3). (Fabian Schulz)
18/2 ὁ σιμὸς: σιμός bedeutet „stupsnasig“ (vgl. LSJ). Entweder ein Spitz- bzw. Spottname des Theodoros oder ein verballhornter Eigenname (vgl. ad Zeile 17f.). Aus Magala, dem Namen, den Theodo-t-os in den Excerpta trägt, lässt sich weniger machen. (Fabian Schulz)
18/4 τὸ τῆς τυραννίδος τόλμημα: Justinian wird „das freche Unternehmen der Usurpation“ Justins angezeigt. Worte vom Stamm τυρανν- sind in der Spätantike mit der Usurpation verknüpft, vgl. ad Malal. XVIII 57,2. Dass sie nicht nur das Handeln von Akteuren, sondern auch von Gruppen bezeichnen, die sich gegen die für legitim gehaltene Herrschaft auflehnen, zeigt sich später (s.u. ad Zeile 26). (Fabian Schulz)
20/5 τὸν φύλαρχον Παλαιστίνης: Um die Revolte zu unterdrücken, waren die Römer auf die Unterstützung durch arabische Hilfstruppen angewiesen. Hier wird „der Phylarch von Palästina“ erwähnt, in Zeile 32 „der sarazenische Phylarch der Römer“. In der Forschung ist umstritten, ob es sich dabei um ein und dieselbe Person oder um zwei Personen handelt und wie er oder sie zu identifizieren ist bzw. sind, vgl. Pummer 2002, 264. Sartre 1993, dem Lenski 2011, 249 und Pummer 2002, 264f. folgen, hat überzeugend dargelegt, dass es sich in beiden Fällen um Abu Karib handelt. Obwohl dieser zumeist in Palaestina III operierte, tritt er hier in einem Gebiet in Erscheinung, das eher die Domäne seines Bruders Arethas war (vgl. ad Malal. XVIII 16,9). Zu Abu Karib vgl. Shahîd 1995, 83–84 und 124–130. Zum Begriff „Phylarch“: XVIII 16, 2f.. (Fabian Schulz)
22f./10 συνέκρουσαν πόλεμον: Die Grundbedeutung von συγκρούω ist „zusammenschlagen“ (LSJ συγκρούω). In der hier vorliegenden Junktur scheint συγκρούειν intransitiv und πόλεμον als inneres Objekt zu verstehen zu sein: „kriegerisch aufeinandertreffen“. Die Wortverbindung ist bei Malalas mehrfach belegt, wobei das Verb in verschiedene Flexionsformen tritt (Malal. IX 10,25 συνέκρουσε; XII 35,16 συγκροῦσαι; XVIII 4,6 συγκρούσαντες; XVIII 60,41 συνέκρουσαν und *XVIII 129,9 συγκρούσαντες), und findet sich folglich auch in der Parallelüberlieferung, z.B. in den Excerpta de insidiis 156,13 (συνέκρουσε wie in Malal. IX 10,25) und dem Chronicon Paschale 618,6 (aber συνέκρουσαν statt συγκρούσαντες in Malal. XVIII 4,6). Wenn Thurn in Malal. XVIII 129,9 συγκρούσαντες aus Cedren und Theophanes ergänzt, macht das durchaus Sinn. Denn sonst ist die Junktur sehr selten und nur in wenigen Werken belegt, z.B. bei Diodor (D.S. XII 3,3,6 συγκρούσας) und im Alexanderroman (Historia Alexandri Magni, Recensio α, I 10,4,3 συνέκρουον – freilich in transitiver Bedeutung). Gängiger als πόλεμον συγκρούειν ist πόλεμον συνκροτεῖν. Beide Verben sind fast synonym (LSJ συνκροτέω). Bei Malalas findet sich diese Junktur aber nicht. (Fabian Schulz)
24/5 τοῦ θεοῦ παραδόντος αὐτόν: Laut Malalas greift Gott direkt ein und führt den Übeltäter seiner gerechten Strafe zu. Darin spiegeln sich christliche Erzähl- und Deutungsmuster (vgl. ad Zeile 14f.). (Fabian Schulz)
24f./9 καὶ ἀποκεφαλίσας αὐτὸν ἔπεμψεν τὴν κεφαλὴν αὐτοῦ μετὰ τοῦ διαδήματος τῷ βασιλεῖ: Dies ist der einzige Satz, der zwischen Baroccianus und den Exzerpten wörtlich übereinstimmt – für Flusin 2004, 132 zu wenig, um anzunehmen, dass sie vom selben Autor stammen. (Fabian Schulz)
24f./10 ἀποκεφαλίσας: Die Erzählung suggeriert, Julians Enthauptung sei die „gerechte“ Strafe für jemanden, der andere widerrechtlich geköpft hat (ad Zeile 15f. ἀπεκεφάλισεν τὸν ἡνίοχον). (Fabian Schulz)
25/4 τὴν κεφαλὴν αὐτοῦ μετὰ τοῦ διαδήματος: Die Köpfe von Usurpatoren und Rebellen wurden in der Spätantike häufig dem amtierenden Kaiser geschickt oder öffentlich zur Schau gestellt (vgl. bspw. Marc. Com. s.a. 401; 469; 497; 498; Mal. XV 8; XVIII 35; s. auch Harries 1999, 118). Was dem modernen Leser als Akt der Grausamkeit erscheint, war ein kommunikativer Akt, der die Wiederherstellung der Ordnung symbolisierte. Das zeigt sich in diesem Fall besonders deutlich: Das usurpierte Diadem wandert nach Konstantinopel, wo das einzig legitime Kaisertum residierte.

Das Excerptum ergänzt: „mit dem Diadem und der übrigen kaiserlichen Tracht“ (καὶ τῆς λοιπῆς αὐτοῦ βασιλικῆς φορεσίας). Welche Bedeutung diese kaiserliche Tracht bei einer Usurpation spielte, zeigt der Nika-Aufstand (Malal. XVIII 71,54).
(Fabian Schulz mit Florian Battistella)
26ff./3 καὶ ὅτε ἐγνώσθη τῷ αὐτῷ βασιλεῖ τὰ γενόμενα, τὸ τῆς τυραννίδος τῶν Σαμαρειτῶν καὶ τοῦ δυστυχοῦς Ἰουλιανοῦ, ἡ παρὰ τῶν ἀρχόντων μήνυσις εὐθέως κατέλαβεν ἐν Κωνσταντινουπόλει καὶ ἡ τοῦ τυράννου κεφαλή: Dieser Synchronismus (ὅτε ... εὐθέως) ist suspekt, da die Nachricht an den Kaiser schon vor Beginn der Kampagne abgeschickt worden war (ad Zeile 17). Entweder war die Nachricht aufgehalten oder der Aufstand schnell niedergeschlagen. Jeffreys führt die Verzögerung darauf zurück, dass die Botschaft über Antiochia und durch das Büro des comes orientis lief, das den Kaiser mit Nachrichten aus dem Osten versorgte. Dort könnte Malalas an diese Informationen gelangt sein; Jeffreys/Jeffreys/Scott 1986, 208. PLRE IIIb (Theodorus 5), 1246 schließt, dass die Revolte sehr schnell niedergeschlagen wurde. Eine schnelle Niederschlagung sollte in Justinians Augen eigentlich die Verzögerung der Gegenmaßnahmen wettgemacht haben, für die er Theodorus bestrafte. (Fabian Schulz)
27/1 τὸ τῆς τυραννίδος τῶν Σαμαρειτῶν καὶ τοῦ δυστυχοῦς Ἰουλιανοῦ: Hier und in Zeile 36 bezeichnen τυραννίς und τυραννέω nicht (nur) die „Ursurpation“ eines Akteurs (vgl. ad Zeile 18), sondern die „Erhebung“ einer Gruppe, nämlich der Samaritaner. (Fabian Schulz)
29/6 ἔπεσον: ἔπεσον und ἔφυγον (ad Zeile 30) zählen zur großen Zahl von starken Aorist-Formen, die dem Paradigma entsprechend mit denselben Endungen wie das Imperfekt gebildet werden. Die neuen Formen auf α sind in der Chronik nur selten zu finden. Damit steht Malalas gegen den Trend, der sich in römischer Zeit abzeichnet, vgl. Merz 1911, 34f. (Fabian Schulz)
30/1 χιλιάδες εἴκοσι: Die Opferzahl 20000 ist suspekt, da sie mit der Zahl der gefangenen Kinder identisch ist: χιλιάδας εἴκοσι (ad Zeile 32). Prokop beziffert die Zahl der Toten in der Geheimgeschichte mit 100000, offensichtlich um Justinian zu inkriminieren (Procop. Anecd. 11,29). Seine Angabe, dass in der Folge ein Mangel an Landarbeitern herrschte, der die Landbesitzer in Zahlungsschwierigkeiten brachte, ist wiederum glaubhaft (Procop. Anecd. 11,29–30). Denn Kyrill berichtet von einer Reise, die Sabas auf Bitten mehrerer Bischöfe nach Konstantinopel unternahm, um beim Kaiser Steuererleichterungen für Palaestina I und II zu erreichen, mit Erfolg (Cyr.S., V.Sab. 70). (Fabian Schulz)
30/8 τὸ ὄρος τὸ λεγόμενον Ἀρπαρίζιν: Auf dem Berg Garizim, südlich von Sichem/Neapel, befand sich das wichtigste Heiligtum der Samaritaner (vgl. Einleitung). Nach dem vorangegangenen Aufstand hatte Kaiser Zeno die dortige Synagoge in eine Kirche umwandeln lassen (Malal. XV 8 und Procop. Aed. V 7,7). Dass die Samaritaner hier Zuflucht suchten, ist plausibel. Die Angabe Prokops, Justinian habe dort nach dem Aufstand fünf Kirchen wiederaufgebaut (Procop. Aed. V 7,16–17), ist mit Vorsicht zu genießen; vgl. Pummer 2002, 290f. (Fabian Schulz)
30/12 Ἀρπαρίζιν: Thurn 2000,375 hält den Text des Baroccianus (fol. 288r, Z. 13), ebenso Dindorf 1831, 447. Der Berg der Samaritaner ist jedoch der Garizim, wovon Γαργαζί in Buch XV gar nicht so weit entfernt ist (Malal. XV 8). Chilmead 1691, II, 182 schreibt Ἀργαρίζιν und Jeffreys/Jeffreys/Scott 1986, 261 erkennen korrekt den Garizim. (Fabian Schulz mit Florian Battistella)
31/4 τὸν Τραχῶνα εἰς τὸ λεγόμενον σιδηροῦν ὄρος: Gemeint ist wohl die meist Trachonitis genannte Landschaft im Ostjordanland. (Fabian Schulz)
31/14 ὁ φύλαρχος Σαρακηνὸς ὁ τῶν Ῥωμαίων: Dieser sarazenische Phylarch ist wie der oben genannte mit Abu Karib zu identifizieren (s.o. Zeile 20). Dieser war wie sein Bruder Arethas ein Anführer der Ghassaniden, die miaphysitische Christen waren; vgl. Shahîd 1995, 32–38. Zu den Sarazenen: III 8, 2. Zum Titel φύλαρχος: XVIII 16, 2f.. (Fabian Schulz mit Brendan Osswald)
32f./6 πραῖδαν ἐξ αὐτῶν χιλιάδας εἴκοσι παίδων καὶ κορασίων: In der Spätantike erhielten die Sarazenen, die mit den Römer und Perser verbündet waren, als Gegenleistung für ihre Dienste regelmäßig Geld, Lebensmittel oder das Recht, Gefangene zu machen, was dem jeweiligen Auftraggeber keine Kosten machte und den Gegner zusätzlich schwächte; vgl. Lenski 2011, 248. „The Saracens’ pastoral mode of subsistence lent itself to captive raiding and slaveholding“, ebd., 239. Beispielsweise belohnte Kavadh nach der römischen Niederlage bei Tel-Besmi im Jahr 502 die Lachmiden, indem er ihnen einen Raubzug bei Carrhae und Edessa erlaubte, auf dem mehrere tausend Gefangene gemacht wurden; vgl. Ps. Jos. Styl. 52; Luther 1997, 181–182. Im Falle der Samaritaner schnitten sich die Römer freilich ins eigene Fleisch. Aber wichtiger als zukünftige Steuerzahler scheint ihnen die religiöse Homogenität gewesen zu sein. Zum Begriff πραῖδα: II 7, 15. (Fabian Schulz)
33f./7 ἐπώλησεν ἐν τοῖς Περσικοῖς καὶ Ἰνδικοῖς μέρεσιν: Laut Baroccianus wurden die samaritanischen Sklaven nach Persien und Indien verkauft, gemäß den Excertpa in ganz Palästina. Letzteres ist unwahrscheinlich, denn „legal principles alone would have prevented easy disposal of the prisoners back into Roman markets as slaves“, vgl. Lenski 2011, 249. Wahrscheinlicher ist also ersteres. Es scheint, dass man die Samaritaner ein für alle Mal loswerden wollte und dass der Ort, an dem sie verkauft werden sollten, nicht weit genug entfernt sein konnte. Mit den „Indern“ meinen byzantinische Autoren häufig die südlichen Anrainer des Roten Meeres: in Äthiopien oder im Jemen; vgl. Mayerson 1993. Malalas meint damit hier und sonst das Königreich Himyar im Jemen; ebd., 172f. Lenski, der Mayerson folgt, bemerkt, dass die Sarazenen durch ihre strategische Position im Dreieck von Persien, Rom und Himyar viele Möglichkeiten zum Sklavenhandel hatten, Lenski 2011, 249. Kinder waren als Sklaven ungefähr halb so teuer wie Erwachsene, vgl. Harper 2010, 230. Der Verkauf von Sklaven war nur ein Art des Profits, den man aus ihnen ziehen konnte: Sie wurden von den Sarazenen ferner als Hirten eingesetzt, dienten als Sexualpartner oder wurden untereinander gepaart; Lenski 2011, 239. (Fabian Schulz)
36f./8 ἠγανάκτησεν κατὰ τοῦ δουκὸς Παλαιστίνης: Zur Ablösung des Theodorus: XVIII 35, 17f.. (Fabian Schulz)
37/5 πρὸ τοῦ ἐπιρρίψωσιν: πρὸ τοῦ steht bei Malalas normalerweise mit Infinitiv, bisweilen aber auch als Konjunktion, die einen Temporalsatz einleitet; in zwei Fällen mit dem Indikativ – ἄρχεται (Malal. IV 10,9) und διαφαύσει (Malal. XIII 24,6) –, wo Chilmead und Dindorf 1831, 447 Infinitive konjiziert hatten. Nur hier steht πρὸ τοῦ mit Konjunktiv; vgl. Helms 1971, 371. Rüger 1895, 11 findet nur bei Theophanes Vergleichsfälle. (Fabian Schulz)
38/4 ἢ μόνον ἤκουσεν: Zur Junktur ἢ μόνον: IV 5, 7. (Fabian Schulz)
39/2 ἐσκορπίζοντο: Statt der entsprechenden Formen von σκεδάννυμι steht hier ἐσκορπίζοντο und in Malal. XVIII 60,6 ἐσκόρπισαν, vgl. Merz 1911, 24. (Fabian Schulz)
39/4 διαδεξάμενος τὸν αὐτὸν δοῦκα ἀσχήμως: Hier bedeutet διαδέχομαι im Medium ‚jemanden absetzen‘: IX 2, 6f.. ἄσχημος ist eine späte Form von ἀσχήμων mit der Bedeutung „hässlich“, „schändlich“ (LSJ). Das Adverb ἀσχήμως ist auch in Sch.S. Aj. 916 belegt. Das Adverb ist in der Chronik nur an dieser Stelle belegt sowie im zweiten Fragmentum Tusculanum (Malal. XIII 45a,20). Psaltes 1913, 338 behauptet, ἄσχημος habe hier bereits wie im Neugriechischen die Bedeutung von κακός. Der Ausdruck ist also folgendermaßen zu übersetzen: „er setzte denselben dux unehrenhaft ab“. (Fabian Schulz mit Brendan Osswald)
40f./8 δοὺξ Εἰρηναῖος ὁ Ἀντιοχεύς: Eirenaios (PLRE II (Irenaeus 7), 625f.) löste Theodoros als dux ab und führte die Operation im Jahr 530 gemeinsam mit Summus zu Ende (vgl. ad Zeile 17f.). Aus den Exzerpten erfahren wir, dass Eirenaios, ein ehemaliger Provinz-Statthalter (ἀπὸ ἐπάρχων), gegenüber den örtlichen Statthaltern (ἄρχουσιν) weisungsbefugt war. Zu diesen zivilen und militärischen Ämtern vgl. ad Zeile 4f. Im Chronicon Paschale wird die aktuelle Funktion des Eirenaios nicht als δούξ, sondern als στρατηλάτης angegeben, was Jeffreys mit magister militum übersetzt. Vielleicht sind (präzise) Titel den Eingriffen des Epitomators zum Opfer gefallen. Darauf könnte auch das Beispiel des Stephanos hindeuten (Malal. XVIII 18,119). Dass Malalas den Geburtsort von Eirenaios angibt, verwundert nicht: Es ist schließlich Antiocheia. In den Exzerpten und im Chronicon Paschale wird der Name durch τὸν/ὁ Πενταδίας – „Sohn der Pentadia“ ergänzt, über die nichts bekannt ist. Dieser Frauenname ist sehr selten (Soz. HE VIII 7,2). (Fabian Schulz)
42/4 πολλοὺς ἀπώλεσεν πικρῶς τιμωρησάμενος: Mit diesen Worten endet das Kapitel im Baroccianus. Im Chronicon Paschale folgt auf ἐθανάτωσε πολλοῖς ein Absatz über Zwangsbekehrungen unter den überlebenden Samaritanern: „And certain of them in fear came to Christianity under compulsion, and were received and baptized, and up till the present day they waver between the two: under stringent officials they deceive by appearance and they falsely and wickedly manifest themselves as Christians, but under lax and greedy officials, they conduct themselves as Samaritans and haters of Christians and as if ignorant of Christianity, persuading the officials by means of money to favour Samaritans.“ Prokop berichtet ähnliches für die Zeit vor dem Aufstand (Procop. Anecd. 11,25–26). (Fabian Schulz)
Parallelüberlieferung
Chron. Pasch. 619,14—620,2; Theoph. 178,22—27; Cedr. 646,22—647,3; Cramer, Anecd. Paris. 2,110,12—15; Ioann. Nic. XCIII 4–9; Mich. Syr. 9,21 (191); Procop. Anecd. 11,24–30; Aed. V 7,16–17; Ps. Zach. Hist. IX 8; Konstantinos Porphyrogennetos, EI 44, (171,6–34 De Boor); Cyr.S., V.Sab. 70–73; Chor. Laud. Arat. et Steph. 10–19, Laudes Summi 1113, Laudes Marciani II 23–24; Eutych. Alex. Ann. 252; Anastasius Bibliothecarius, Historia Tripartita 135; Xanth., Hist. eccl. XVII 24; Theod. Lect. Epit. 110,12–15. EI 44 hat: Ὅτι ἐπὶ Ἰουστινιανοῦ τοῦ βασιλέως ἐν Καισαρείᾳ τῆς Παλαιστίνης συνέβη τι τοιοῦτον γενέσθαι. ἐν πόλει λεγομένῃ Νεαπόλει ἔστεψαν ἑαυτοῖς βασιλέα ὄνομα Ἰουλιανὸν τοῦ λεγομένου Σαβάρωνος. καὶ ἐπελθόντες τοῖς χριστιανοῖς τοῖς ἐκεῖσε οἱ αὐτοὶ Σαμαρεῖται πολλοὺς κατέκοψαν τῷ τρόπῳ τούτῳ. ἔθος ἐκράτει ἐν τῇ Παλαιστινῶν χώρᾳ καὶ ἐν πάσῃ τῇ ἀνατολῇ. τῇ σαββάτου ἡμέρᾳ μετὰ τὸ ἀναγνωσθῆναι τὸ εὐαγγέλιον ἐκ τῆς ἐκκλησίας ἐξήρχοντο τὰ παιδία τῶν χριστιανῶν καὶ ἤρχοντο παίζοντα εἰς τὰς συναγωγὰς τῶν Σαμαρειτῶν καὶ ἐλίθαζον τοὺς οἴκους αὐτῶν· εἶχον γὰρ ἔθος τῇ αὐτῇ ἡμέρᾳ ὑπαναχωρεῖν καὶ ἰδιάζειν. καὶ τῷ χρόνῳ ἐκείνῳ οὐκ ἠνέσχοντο δοῦναι τόπον τοῖς χριστιανοῖς, καὶ ἐξελθόντα τὰ παιδία μετὰ τὸ ἅγιον εὐαγγέλιον ἀπῆλθον εἰς τὰς συναγωγὰς τῶν Σαμαρειτῶν καὶ ἐλίθαζον, ἐξελθόντες δὲ οἱ Σαμαρεῖται κατὰ τῶν παιδίων μετὰ ξιφῶν πολλοὺς ἀπέκτειναν. καὶ πολλὰ παιδία ἔφυγον ἐν τῇ ἁγίᾳ τραπέζῃ τοῦ ἁγίου Βασιλείου τοῦ ὄντος ἐκεῖσε, καὶ κατεδίωξαν αὐτά τινες τῶν Σαμαρειτῶν καὶ κατέσφαξαν ὑποκάτω τῆς ἁγίας τραπέζης. μαθὼν δὲ ταῦτα Ἰουστινιανὸς ἔπεμψεν Εἰρηναῖον τὸν ἀπὸ ἐπάρχων τὸν Πενταδίας, δεδωκὼς αὐτῷ ἐξουσίαν ὥστε γράψαι τοῖς κατὰ τόπον ἄρχουσιν. καὶ ἀγαγὼν αὐτοὺς μετὰ βοηθείας ἤγαγε Θεόδοτον δοῦκα Παλαιστίνης τὸν ἐπίκλην Μάγαλαν μετὰ πολλοῦ πλήθους καὶ ἑτέρους πολλούς, ὥστε ὁπλίσασθαι κατὰ τῶν Σαμαρειτῶν. καὶ πολλοὺς μὲν κατέσφαξαν, τοὺς δὲ λοιποὺς πραιδεύσαντες πεπράκασιν ἐν πάσῃ τῇ χώρᾳ τῆς Παλαιστίνης διαρπάσαντες τοὺς οἴκους καὶ τὰ ὑπάρχοντα αὐτοῖς. ἐν οἷς ἔλαβον καὶ τὸν Ἰουλιανὸν τὸν Σαβάρωνα, καὶ ἀποκεφαλίσαντες αὐτὸν ἔπεμψαν τὴν αὐτοῦ κεφαλὴν μετὰ τοῦ διαδήματος καὶ τῆς λοιπῆς αὐτοῦ βασιλικῆς φορεσίας τῷ βασιλεῖ. καὶ ἐφοβήθησαν πάνυ οἱ τὴν Παλαιστίνην οἰκοῦντες Σαμαρεῖται.
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