Malalas 16.19

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Ἐν δὲ τῇ αὐτοῦ βασιλείᾳ ἐγένετο δημοτικὴ ἐπανάστασις πε|ρὶ τοῦ
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χριστιανικοῦ δόγματος παρὰ τῶν Βυζαντίων ἐν Κωνσταντινουπόλει, ὡς
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βουληθέντος τοῦ αὐτοῦ βασιλέως προσθεῖναι εἰς τὸ Τρισάγιος τὸ „ὁ
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σταυρωθεὶς δι᾽ ἡμᾶς, έλέησον ἡμᾶς”, καθὼς ἐν ταῖς ἀνατολικαῖς πόλεσιν
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λέγουσιν. καὶ συναθροισθὲν τὸ πλῆθος τῆς πόλεως ἐστασίασαν δυνατῶς
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ὥς τινος παραξένου προστιθεμένου τῇ πίστει τῶν χριστιανῶν. καὶ θρύλ-
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λος ἐγένετο ἐν τῷ παλατίῳ, ὥστε τὸν ἔπαρχον τῆς πόλεως Πλάτωνα
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εἰσδραμόντα φυγεῖν καὶ ἀποκρυβῆναι τὴν τοῦ δήμου ὀργήν. ἔκραζον
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γὰρ στασιάζοντες· ῾ἄλλον βασιλέα τῇ Ῥωμανίᾳ,᾽ καὶ ἀπελθόντες εἰς τὰ
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Μαρίνου τοῦ Σύρου τοῦ ἀπὸ ἐπάρχων ἔκαυσαν τὸν οἶκον αὐτοῦ καὶ
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ἐπραίδευσαν τὰ αὐτοῦ πάντα· αὐτὸν γὰρ οὐχ ηὗρον. ἀκούσας γάρ, ὅτι
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εἰς τὸν αὐτοῦ τὸ πολὺ πλῆθος τοῦ δήμου ἔρχεται, ἔφυγεν· ἔλεγον γάρ,
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ὅτι ὡς ἀνατολικὸς αὐτὸς τῷ βασιλεῖ ὑπέβαλε λέγεσθαι τοῦτο. καὶ πραι-
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δεύσαντες τὰ αὐτοῦ δημόσια τὸν ἄργυρον αὐτοῦ εἰς ἀξίνας ἔκοπτον καὶ
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ἐμερίζοντο. ηὗρον δὲ εἰς τὸν οἶκον αὐτοῦ μονάζοντα ἀνατολικόν, καὶ τοῦ-
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τον συλλαβόντες ἐφόνευσαν, καὶ τὴν κεφαλὴν αὐτοῦ εἰς κοντὸν βαστά-
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ζοντες ἔκραζον· ῾οὗτός ἐστιν ὁ ἐπίβουλος τῆς τριάδος.᾽ καὶ ἐλθόντες εἰς τὰ
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Ἰουλιανῆς τῆς ἐπιφανεστάτης πατρικίας ἔκραζον διὰ τὸν ἄνδρα αὐτῆς·
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῾Ἀρεόβινδον βασιλέα τῇ Ῥωμανίᾳ·᾿ καὶ ἔφυγεν Ἀρεόβινδος ἐν Περάματι
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κρυβείς. καὶ ἀνελθὼν ὁ αὐτὸς βασιλεὺς Ἀναστάσιος ἐν τῷ ἱπποδρομίῳ
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εἰς | τὸ κάθισμα δίχα διαδήματος· καὶ τοῦτο γνοὺς ὁ δῆμος εἰσῆλθεν ἐν
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τῷ ἱππικῷ· καὶ διὰ θείας προσφωνήσεως αὐτοῦ μετεχειρίσατο τὰ πλήθη
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τῆς πόλεως, παραγγείλας αὐτοῖς μὴ ὡς ἔτυχεν φονεύειν ἢ ἐπέρχεσθαί
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τισιν· καὶ ἡσύχασεν ἅπαν τὸ πλῆθος, αἰτήσαντες αὐτὸν φορέσαι τὸ
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στέμμα. καὶ ἐξότε ἡσύχασαν καὶ ἀνεχώρησαν τοῦ συναθροίζεσθαι, ἐκέ-
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λευσεν κατοχὴν γενέσθαι· καὶ πολλῶν κρατηθέντων τοὺς μὲν ἐτιμωρή-
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σατο, τοὺς δὲ ἐρρευμάτισεν διὰ τοῦ ἐπάρχου τῆς πόλεως. ταῦτα δὲ
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ἔπασχον ἐπὶ πολλὰς ἡμέρας, καὶ πλήθους ἀπείρου φονευθέντος εὐταξία
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ἐγένετο μεγάλη καὶ φόβος οὐκ ὀλίγος ἐν Κωνσταντινουπόλει καὶ ἐν ἑκά-
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στῇ πόλει τῆς Ῥωμανίας.
Philologisch-Historischer Kommentar
1/1 Ἐν δὲ τῇ αὐτοῦ βασιλείᾳ: Laut Meier 2007c, 229–233 waren die Aufstände im Oströmischen Reich strukturimmanent, aber sie erreichten ihren Höhepunkt unter Anastasios aus mehreren Gründen: zwei Bürgerkriege (gegen die Isaurier (s. XVI 3) und gegen Vitalian (s. XVI, 16)), der Perserkrieg, der Unzufriedenheit in der militärischen Aristokratie erregte (XVI 9), die eschatologischen Erwartungen um das Jahr 500 (XVI 1; XVI 1, 1; XVI 1, 7), die unbeliebte Finanzpolitik (XVI 7, XVI 12) und die Wichtigkeit der Zirkusgruppen (XVI 2, XVI 4, XVI 6). Die Religions- und Kirchenpolitik (XVI 11) war nur ein zusätzlicher Grund: Meier 2007c, 225f. (Brendan Osswald)
1/9 περὶ τοῦ χριστιανικοῦ δόγματος: "Auf den ersten Blick erscheint der Staurotheis-Aufstand in einem ausschließlich
kirchenpolitischen Kontext: Die Quellen berichten übereinstimmend, daß
der Versuch, dem Trisagion die umstrittene theopaschitische Staurotheis-Formel
hinzuzufügen, die Ausschreitungen ausgelöst habe", schreibt Meier 2007c, 159. Trotzdem ergänzt derselbe (ebd., 160): "Kirchen- und ‚profan‘-politische Aspekte lassen sich (...) überhaupt nicht voneinander trennen". (Brendan Osswald)
2/3 παρὰ τῶν Βυζαντίων ἐν Κωνσταντινουπόλει: Zur Benutzung Βυζάντιοι statt Κωνσταντινουπολῖται: XIII 7, 19. Die Aneinanderreihung der zwei Syntagmen παρὰ τῶν Βυζαντίων und ἐν Κωνσταντινουπόλει ist redundant. Der Autor scheint auf der Geographie zu insistieren, wahrscheinlich um die religiöse Zugehörigkeit der Aufrührer nicht angeben zu müssen. Indem er von "Byzantinern" spricht, vermeidet der Autor den Begriff "Chalkedonier". Deshalb stellt das Kapitel nicht Chalkedonier und Miaphysiten einander gegenüber, sondern die Konstantinopolitaner den Orientalen und Konstantinopel den orientalischen Städten. (Brendan Osswald)
2/3 παρὰ τῶν Βυζαντίων: Diese Formulierung gibt die Eindruck, dass die Mehrzahl der Bevölkerung von Konstantinopel den Zusatz ablehnt. Vict. Tonn. a.a. 513 bestätigt diesen Eindruck, wenn er schreibt, dass die Blauen und die Grünen sich gegen Anastasios verbündeten (s. Chatziantoniou 2009, 112 Anm. 294). Meier 2007c, 211 konstatiert daher: "[Die Ereignisse signalisierten dem Kaiser in aller Deutlichkeit, daß die Bevölkerung der Hauptstadt mehrheitlich nicht bereit war, vom Chalcedonense abzurücken." (Brendan Osswald)
5/3 συναθροισθὲν τὸ πλῆθος τῆς πόλεως: Diese Formulierung insistiert mit Blick auf die Aufrührer auf dem kollektiven Aspekt. (Brendan Osswald)
6/10 θρύλλος: Jeffreys/Jeffreys/Scott 1986, 228 übersetzen: "uproar" und Thurn/Meier 2009, 421: "Wirrwarr", aber Lampe 1969, 655, s.v. θρῦλος, gibt die Übersetzung: "rumour", d.h. Gerücht. Infolgedessen erweckt die Wahl dieses Wortes den Eindruck, dass die Aufrührer mehr dem Gerücht als der Vernunft gehorchten. (Brendan Osswald)
7/6 ὥστε τὸν ἔπαρχον τῆς πόλεως Πλάτωνα εἰσδραμόντα φυγεῖν καὶ ἀποκρυβῆναι τὴν τοῦ δήμου ὀργήν. In der slawischen Fassung von Istrin 1994, 340 findet sich dieser Satz an der falschen Stelle, und zwar zwischen ... ἐπειδὴ ἠσθένει ἀπὸ τῆς πληγῆς und ὁ δὲ βασιλεὺς Ζήνων πεισθεὶς ... (Mal. XV 13). Die Hellenisch-römische Chronik (Tvorogov 1999, 351f.) lässt auf ἐπειδὴ ἠσθένει ἀπὸ τῆς πληγῆς (Mal. XV 13) direkt den Rest von XVI 19 folgen und anschließend XVI 20, worauf (anders als in der Istrin-Ausgabe) nicht der Satz ὁ δὲ βασιλεὺς Ζήνων πεισθεὶς ... εἰς τὸ ποιεῖν αὐτόν, εἴ τι συνίδοι, sondern eine Fassung des nächsten Satzes (καὶ αὐτὸς δὲ Ἰλλοῦς κατερχόμενος ᾔτησεν αὐτὸν λαβεῖν μεθ᾿ ἑαυτοῦ πρὸς θεραπείαν ... ἐν Κωνσταντινουπόλει ...) folgt (vgl. Tvorogov 2001, 76; 78). (Kamil Choda)
7/6 ὥστε τὸν ἔπαρχον τῆς πόλεως Πλάτωνα εἰσδραμόντα φυγεῖν καὶ ἀποκρυβῆναι τὴν τοῦ δήμου ὀργήν: Der Autor erwähnt die Feindschaft der Aufrührer gegenüber Platon, ohne ihren Grund anzugeben. Platon hatte mit Marinos dem Syrer den Trisagion-Zusatz in der Hagia Sophia verkündet, ein Fakt, den der Autor nicht erwähnt. Nun ist aber die Auslassung der Gründe nicht unbeabsichtigt, sondern eine klassische Strategie, den Gegner zu diskreditieren; s. z.B. Osswald 2016, 101. Im vorliegenden Fall erlaubt sie dem Autor, die Aufständischen als irrational auszugeben. (Brendan Osswald)
7/7 τὸν ἔπαρχον τῆς πόλεως Πλάτωνα: Zu seiner Person sowie seiner Ernennung zum Stadtpräfekten: XVI 4, 15. (Florian Battistella)
8/5 τὴν τοῦ δήμου ὀργήν: Hier sind noch einmal die Aufrührer mit einem kollektiven Substantiv benannt. Außerdem zeichnen sie sich durch ihren Zorn aus, d.h. durch ihre Ergriffenheit und nicht durch Rationalität. (Brendan Osswald)
8/9 ἔκραζον: Dieses Verbum wird dreimal wiederholt (Z. 8, 17 und 18). Diese Redundanz verursacht den Eindruck von stumpfsinniger Gewalt, da der Schrei hier das Gegenteil des λόγος ist. (Brendan Osswald)
9/3 ἄλλον βασιλέα τῇ Ῥωμανίᾳ: Gemäß dieser Darstellung hatten die Aufrührer damals noch keinen bestimmten Ersatz. (Brendan Osswald)
9/6 Ῥωμανίᾳ: XVI 21, 3. (Florian Battistella)
10/7 ἔκαυσαν τὸν οἶκον αὐτοῦ καὶ ἐπραίδευσαν τὰ αὐτοῦ πάντα: Diese Information wird von Marc. com. s.a. 512, bestätigt: domibus Marini et Pompei succensis. Kyr. VSabae 54 (147,4–9) bestätigt diesen Sachverhalt ebenfalls. Interessanterweise wird auch Pompeius dort vermerkt, wobei Kyrillos Pompeius' Witwe Anastasia als Quelle angibt. (Brendan Osswald)
11/1 ἐπραίδευσαν: Lehnwort aus dem Lateinischen von praedari bzw. praeda: II 7, 15. (Florian Battistella)
16/5 τὴν κεφαλὴν αὐτοῦ εἰς κοντὸν βαστάζοντες: Die Zurschaustellung der Köpfe von Übeltätern war gängige Praxis (XVIII 35, 25). Auffällig ist hier jedoch, dass es sich nicht, wie sonst häufig, um einen Usurpator oder Rebellen handelt, dessen Haupt von staatlicher Seite präsentiert wird, sondern eine rebellierende Masse den Kopf eines Mönches ausstellt. S. auch Georg. Mon. II 621,2–3: τὴν κεφαλὴν αὐτοῦ ἐπὶ δόρατος ἀναρτήσαντες XVI 19, 15. (Florian Battistella mit Brendan Osswald)
17/2 ἔκραζον·῾οὗτός ἐστιν ὁ ἐπίβουλος τῆς τριάδος.᾽ Die Chalkedonier sind der Meinung, dass der Zusatz zum Trisagion der Trinität widerstrebe: XVI 19, 3. Vgl. Georg. Mon. II 621,3–4: ἔκραζον· οὗτός ἐστιν ὁ φίλος τοῦ ἐχθροῦ τῆς ἁγίας τριάδος: XVI 19, 15. (Brendan Osswald)
17/10 ἐλθόντες εἰς τὰ Ἰουλιανῆς τῆς ἐπιφανεστάτης πατρικίας: Bei Marc. Com. s.a. 512 wird Areobindus als Kaiser gefordert, während Anastasius an einer Prozession teilnahm, die zum Konstantinsforum führte. Die erste Ausrufung des Areobindus fand gemäß diesem Überlieferungsstrang folglich nicht erst vor dem Palast der Anicia Iuliana statt (zu Anicia Iuliana: XIV 31, 3). (Florian Battistella)
21/9 ὁ δῆμος: Dieses Wort im Singular hat eine kollektive Bedeutung. Es ist dasselbe Wort, das früher die Aufständischen bezeichnet; trotzdem ist es nicht sicher, dass die Menge, die ins Hippodrom geht, ausschließlich aus Aufständischen gebildet wird. Vielleicht enthält sie auch Parteigänger des Kaisers. (Brendan Osswald)
22/4 διὰ θείας προσφωνήσεως αὐτοῦ: Černousov 1926, 70, interpretiert die Benutzung des Adjektivs θείας, um Anastasios' Rede zu kennzeichnen, als ein Beweis dafür, dass Malalas Miaphysit sei. In der Tat zeigt sich der orthodoxe Marcellinus Comes dem Kaiser feindlich gesinnt, wenn er Anastasios' Rede als solitis periuriis simulatisque vocibus beschreibt.

Patzig 1898, 124 scheint zu denken, dass die Formulierung der Chronographia zeige, dass die Rede effizient genug war, um die Aufständischen zu beschwichtigen.

Diese Formulierung der Chronographia kann aber einfach ein Beweis der Ergebenheit des Autor gegenüber dem Kaiser sein: Das Adjektiv θείος erinnert an den Superlativ θειότατος, der sich oft in die Kaiserporträts finden lässt, beispielsweise in dem des Anastasios' (XVI 1), aber eben auch in dem Justins (XVII 1). Insbesodnere wird das Adjektiv θείος in XVII 18 und in XVIII 30 mit Bezug auf Justinians θείας σάκρας benutzt, um die kaiserliche Rede zu beschreiben: XVIII 30, 10f. XVII 18, 9. (Brendan Osswald)
22/9 τὰ πλήθη τῆς πόλεως: Das Substantiv πλῆθος hat bereits im Singular kollektive Bedeutung. Indem es im Plural benutzt wird, wird der Eindruck einer Menschenmasse noch verstärkt. (Brendan Osswald)
23/3 παραγγείλας αὐτοῖς μὴ ὡς ἔτυχεν φονεύειν ἢ ἐπέρχεσθαί τισιν· καὶ ἡσύχασεν ἅπαν τὸ πλῆθος: Interessanterweise ist Anastasios' Rede hier durch das bloße Verkünden und ohne eine Versprechung erfolgreich. Laut Marc. comes s.a. 512 versprach Anastasios, dass er alles machen würde (sese facturum cuncta promittens). Laut Joh. Nik., 89,67, hatte Anastasios auch eine allgemeine Amnestie verkündet.

Es ist in der Tat wahrscheinlich, dass Anastasios wirklich zur Beruhigung der Rebellen Versprechen gab, zumindest dass er sie nicht bestrafen werde. Es gibt aber keinen ähnlichen Hinweis hier. Der Autor von O weigert sich zuzugeben, dass Anastasios den Aufständische entgegenkam und Versprechen machte, die er später nicht hielt. Es ist beachtenswert, dass er schon in XVI 16 die Übereinkünfte des Anastasios mit Vitalian nicht erwähnte hatte. (Brendan Osswald)
23/5 μὴ ὡς ἔτυχεν φονεύειν ἢ ἐπέρχεσθαί τισιν: Das ist die zweite Okkurrenz des Verbums φονεύειν. Sie ist nimmt Bezug auf den Mord des Mönches (erste Okkurrenz, Z. 16). Sie stellt aber auch einen Bezug zur Repression, die folgt, her (dritte Okkurrenz, Z. 28, dazu: XVI 19, 28). (Brendan Osswald)
24/5 τὸ πλῆθος: Der Autor benutzt hier noch einmal diesen Kollektivsingular. (Brendan Osswald)
25/9 ἐκέλευσεν κατοχὴν γενέσθαι· ... καὶ πλήθους ἀπείρου φονευθέντος: Laut Joh. Nik. LXXXIX 67 befahl Anastasios, nachdem er eine Amnestie bewilligt hatte XVI 19, 23, die Unterdrückung nur nach einem weiteren Aufstand. Johannes von Nikiu ist offenbar bestrebt, den Kaiser zu exkulpieren und die Aufständischen zu rügen. In der vorleigenden Version sucht der Autor keine Ausrede für den Kaiser. Im Gegenteil, er scheint die Unterdrückung dem Kaiser eher positiv anzurechnen: XVI 19, 28.

Laut Meier 2007c, 185–188, sind die Berufungen des λογοθέτης Marinos zum Prätorianerpräfekt (XVI 19, 10) und des Severos zum Patriarchen von Antiochia (XVI 11, 8) Indizien für eine signifikant kompromisslose Haltung des Anastasios. (Brendan Osswald)
27/2 τοὺς δὲ ἐρρευμάτισεν διὰ τοῦ ἐπάρχου τῆς πόλεως Bis zu diesem Satzteil, mit dem sie auch endet, hält sich die slawische Überlieferung eng an eine Vorlage, die in ihrer Textgestaltung O nahe kommt, aber manche Auslassungen aufweist. Der nächste Satz fehlt in der slawischen Fassung. (Kamil Choda)
28/6 πλήθους ἀπείρου: Das ist die dritte Okkurrenz des Substantiv πλῆθος. Es verdeutlichte bisher die große Zahl der Aufrührer; jetzt zeigt es die Menge der Opfer der Niederschlagung. Der Zusatz des Adjektivs ἀπείρου betont die große Zahl der Todesopfer zusätzlich. (Brendan Osswald)
Parallelüberlieferung
Literatur
Alpi (2006): Alpi, Frédéric Nicolas: L’orientation christologique des livres XVI et XVII de Malalas. Les règnes d’Anastase (491–518) et de Justin Ier (518–527), Recherches sur la Chronique de Jean Malalas II, 2006, 227–242.
Begass (2018): Begass, Christoph: Die Senatsaristokratie des oströmischen Reiches, ca. 457-518. Prosopographische und sozialgeschichtliche Untersuchungen, München, 2018.
Croke (1995): Croke, Brian: The Chronicle of Marcellinus, Sydney, 1995.
Grillmeier (1989): A. Grillmeier: Die Kirche von Konstantiopel im 6. Jahrhundert, Freiburg Basel Wien, 1989.
Istrin (1994): Istrin, V. M.: Истрин В. М. Хроника Иоанна Малалы в славянском переводе/Chronika Ioanna Malaly w slawjanskom perewode, 1994.
Janin (1964): Janin, Raymond: Constantinople byzantine: développement urbain et répertoire topographique, Paris, 1964.
Jeffreys/Jeffreys/Scott (1986): Jeffreys, Elizabeth/Jeffreys, Michael/Scott, Roger: The Chronicle of John Malalas. A Translation, Melbourne, 1986.
Kosiński (2010a): Kosiński, Rafał: Peter the Fuller, Patriarch of Antioch (471-488), Byzantinoslavica, 2010, 49 73.
Laniado (2015a): Laniado, Avshalom: Ethnos et droit dans le monde protobyzantin, Genève, 2015.
Lee (2001): Lee, A. D.: The Eastern Empire: Theodosius to Anastasius, Cameron, A., Ward-Perkins, B., Whitby, M., 14, Cambridge 2001, 33-61.
Meier (2007c): Meier, Mischa: Σταυρωθεὶς δι' ἡμᾶς – Der Aufstand gegen Anastasios im Jahr 512, Millennium, 2007, 157–237.
Meier (2007e): Meier, Mischa: Die erste Prätorianerpräfektur des Marinos von Apameia, ZPE, 2007, 293-296.
Meier (2009): Meier, Mischa: Anastasios I. Die Entstehung des Byzantinischen Reiches, Stuttgart, 2009.
Spinka/Downey (1940): Spinka, Matthew/Downey, Glanville: Chronicle of John Malalas: Books VIII–XVIII. Translated from the Church Slavonic by M. Spinka in collaboration with G. Downey, Chicago, 1940.
Stein (1949): Stein, Ernest: Histoire du Bas-Empire, Tome II. De la disparition de l’Empire d’Occident à la mort de Justinien (476–565), Paris/Bruxelles/Amsterdam, 1949.
Thurn (2000): Thurn, Johannes: Ioannis Malalae Chronographia, Berolini et Novi Eboraci, 2000.
Thurn/Meier (2009): Thurn, Johannes/Meier, Mischa: Johannes Malalas Weltchronik. Übersetzt von Johannes Thurn und Mischa Meier (bearb.). Mit einer Einleitung und Erläuterungen, Stuttgart, 2009.
Tvorogov (1983): Tvorogov, O. V.: Материалы к истории русских хронографов: 2. Софийский хронограф и Хроника Иоанна Малалы/Materialy k istorii russkih hronografov: 2. Sofijskij hronograf i Hronika Ioanna Malaly, Труды Отдела древнерусской литературы/Trudy Otdela drevnerusskoj literatury, 1983, 188-221.
Tvorogov (1999): Tvorogov, O. V. et alii: Letopisec Ellinskij i Rimskij/Летописец Еллинский и Римский, 1999.
Tvorogov (2001): Tvorogov, O. V. et alii: Letopisec Ellinskij i Rimskij/Летописец Еллинский и Римский, Sankt Petersburg, 2001.